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Nordzucker setzt auf gütliche Einigung mit Kunden

Nach Strafe Nordzucker setzt auf gütliche Einigung mit Kunden

Fast 15 Jahre lang haben die drei Großen der deutschen Zuckerbranche die Preise untereinander abgesprochen. Dafür wurden Südzucker, Nordzucker und Pfeifer & Langen vom Bundeskartellamt mit saftigen Bußgeldern von insgesamt 280 Millionen Euro bestraft. Das reicht einigen Herstellern nicht.

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Nordzucker will sich mit Abnehmern einigen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Die Strafe vom Bundeskartellamt reicht den Herstellern von Keksen, Lebkuchen oder Milchprodukten anscheinend nicht: Sie verlangen Schadensersatz.So häufen sich Klagen bei den Gerichten.

Nordzucker-Chef Hartwig Fuchs bleibt trotzdem gelassen. Er rechnet nicht damit, dass eine Klagewelle auf den Braunschweiger Zuckerkonzern zurollt, wie er gestern der HAZ sagte. Deshalb sieht er keine Veranlassung, Rückstellungen für Prozessrisiken über bislang berücksichtigte Beratungskosten zu erhöhen. Dabei waren die Kartellwächter durch Europas zweitgrößten Zuckerproduzenten den Absprachen auf die Spur gekommen. Als sie Ende 2008 die Übernahme des Zuckergeschäfts der dänischen Danisco durch Nordzucker prüften, entdeckten sie das Kartell. Der Konzern kooperierte, kam dadurch in den Genuss der Kronzeugenregelung und mit einer Strafe von rund 10 Millionen Euro glimpflich davon. Dagegen wurde Branchenprimus Südzucker allein zu mehr als 195 Millionen Euro verdonnert.

Umgehend sei Nordzucker danach auf die Kunden zugegangen – und habe mit ihnen „die Zukunft neu definiert, damit es erst gar nicht zu Klagen kommt“, sagte der Konzernchef. Mit einer „Vielzahl“ habe man sich bereits „in irgendeiner Form“ geeinigt. Eine Zahl wollte Fuchs nicht nennen. Dabei hat Nordzucker seinen Kunden Zugeständnisse bei Konditionen gemacht, etwa durch „Anpassungen von Verträgen“.

Es sei gelungen, viele Kunden davon zu überzeugen, dass illegale Preisabsprachen „für die Zukunft ausgeschlossen“ seien, erklärte Fuchs. „Das war ein Gang nach Canossa.“ Um Vertrauen zurückzugewinnen, habe Nordzucker Belege liefern müssen, von der Mitarbeiterschulung über interne Kontrollen bis zur „Denke“ im Konzern. Zugutegekommen ist den Nordzucker-Managern laut Fuchs auch, dass sie an den Kartellverstößen nicht beteiligt waren. „Wir waren damals nicht an Bord.“

Ganz vor Schadensersatzklagen gefeit ist der Konzern dadurch allerdings nicht. Es seien deutlich unter zehn, räumte Fuchs ein. Darunter Nestlé, die „Zuckerkartellgeschädigten Klage KG“, in der die Molkereien Ehrmann und Bauer sowie der Marmeladen- und Marzipanhersteller Zentis ihre Ansprüche gebündelt haben, und der Konfitürenhersteller Göbber im niedersächsischen Eystrup mit einer sogenannten Schaden- und Auskunftsklage.

Wo es keine gütliche Einigung gibt, will sich Nordzucker „mit allen juristischen Mitteln und über alle Instanzen“ hinweg wehren, wie der Konzernchef sagte. Denn dass Nestlé und Co. Schaden entstanden sei, bestreitet man bei Nordzucker. Es sei nicht glaubhaft, dass sie die überhöhten Preise nicht an die Verbraucher weitergegeben hätten. Auch deshalb seien die geforderten Millionen an Schadensersatz „absurd“. Bei Nordzucker geht man davon aus, dass am Ende nur wenige Klagen gerichtlich entschieden würden.

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