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Nur jeder dritte Job in Emden ist gerettet

Nordseewerke Nur jeder dritte Job in Emden ist gerettet

Nach dem jüngsten Insolvenzantrag können die Beschäftigten der Emder Nordseewerke aufatmen - allerdings nur ein Teil. Denn der neue Investor Seaford Advisors will nur 50 Mitarbeiter direkt übernehmen. Weitere 15 Beschäftigte sollen zur Seaford-Tochter Emder Werft und Dock (EWD) wechseln.

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Komplizierte Eigentumsverhältnisse: Vor dem Neustart der Nordseewerke gibt es noch einige offene Fragen.

Quelle: Carmen Jaspersen

Emden. Nur jeder dritte Beschäftigte der Emder Nordseewerke wird voraussichtlich seinen Arbeitsplatz behalten. Zunächst wechseln alle 170 Mitarbeiter des insolventen Unternehmens für vier Monate in eine Transfergesellschaft - im Anschluss wolle der neue Investor Seaford Advisors 50 Mitarbeiter unbefristet in die Neugründung „Nordseewerke Emden Shipyard“ übernehmen, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies am Mittwoch in Hannover. Weitere 15 Beschäftigte sollen zur Seaford-Tochter Emder Werft und Dock (EWD) wechseln, die auf dem gleichen Gelände angesiedelt ist.

Die Transfergesellschaft ist nach Angaben von Lies mit 1,4 Millionen Euro ausgestattet - das Geld stamme zum Teil aus der Insolvenzmasse, aber auch Seaford und die DSD Nordseewerke Holding leisteten „namhafte Beiträge“. Das Land werde sich bemühen, Seaford beim Erwerb von Hallen und Flächen zu unterstützen, sagte der SPD-Politiker. Ob auch finanzielle Hilfen infrage kommen, blieb offen.

Die Eigentumsverhältnisse auf dem Emder Werftgelände sind kompliziert. Nach der vorletzten Pleite der Nordseewerke hatte die belgische DSD-Gruppe das Unternehmen übernommen - und aufgespalten: Der DSD Nordseewerke Holding gehören nur die Flächen und Hallen; sie hatte mit dem operativen Geschäft nichts zu tun. DSD hatte Anfang 2013 nur 3 Millionen Euro eigenes Geld in Emden investiert, die restlichen 17 Millionen Euro des Kaufpreises kamen als Kredit von der Nord/LB - für 80 Prozent dieser Summe bürgt das Land. Der Kredit sei bisher immer bedient worden, sagte Lies. Er rechne deshalb damit, dass dies auch künftig so bleibe und damit die Bürgschaft nicht fällig werde.

Bei der ersten Pleite der Nordseewerke waren Bund und Land nicht so glimpflich davon gekommen. Um 2009 nach dem Abschied von Thyssen-Krupp von seiner Traditionswerft dem Windkraftzulieferer Siag Schaaf einen Neustart zu ermöglichen und 700 Arbeitsplätze zu erhalten, hatten Bund und Land Kredite von insgesamt 70 Millionen Euro verbürgt. Nach der Insolvenz sei ein zweistelliger Millionenbetrag fällig geworden, heißt es in Kreisen der Landesregierung.

Das Land hatte in den vergangenen Monaten mithilfe von Unternehmens­beratern zunächst nach einem Investor von auswärts gesucht - jedoch ohne Erfolg. Nun habe man eine „handgemachte, niedersächsische Lösung“ gefunden, sagte Lies. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der dritte Neustart der Nordseewerke gelingen wird. Für den neuen Investor sei der Standort Emden „kein Durchlaufposten“. Seaford will dort wieder im Schiffbau aktiv werden. Noch fehle es allerdings an Aufträgen, räumte der Minister ein.

Die Papenburger Meyer Werft habe sich aber bereit erklärt, die „neuen“ Nordseewerke kurzfristig als Zulieferer einzubinden; über weitere Bestellungen werde verhandelt. „Für ein langfristig tragfähiges Fundament müssen wir intensiv weiter arbeiten“, sagte der Minister.

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