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Ölförderer wollen Hildesheimer Börde erkunden

Suche nach Erdöl Ölförderer wollen Hildesheimer Börde erkunden

Die Ölbranche interessiert sich seit Längerem verstärkt für Niedersachsen – und jetzt auch für die Hildesheimer Börde. Ein britisch-amerikanisches Unternehmen will dort nach Erdöl suchen.

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Die Branche interessiert sich verstärkt für Niedersachsen.

Quelle: dpa

Hildesheim. Ein britisch-amerikanisches Unternehmen will zwischen Braunschweig, Hildesheim und Hannover nach Erdöl suchen. Nach Informationen dieser Zeitung hat die Kimmeridge GmbH aus Lingen beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geowissenschaften (LBEG) eine sogenannte Aufsuchungserlaubnis beantragt. Dabei handelt es sich um eine Tochterfirma der Explorationsfirma Kimmeridge Energy mit Sitz in London, New York und Houston.

Geschäftsführer Neil McMahon wollte sich auf Nachfrage nicht konkret äußern, verwies aber auf die Internetseite des Unternehmens. Dort erklärt die Firma, dass sie in Niedersachsen ein großes Potenzial für die Erdölförderung sehe und viele große Energiekonzerne sich dafür interessierten. Unter anderem nennt Kimmeridge Wintershall und GDF Suez. Und präzisiert: Vor allem in der Nähe aufgegebener Ölfelder vermute man lohnende Vorkommen. Das könnte unter anderem Mölme in der Hildesheimer Börde oder Rühme nördlich von Braunschweig betreffen.

Angst vor Fracking

In Braunschweig war das Interesse der Firma auch publik geworden und hatte für einen Aufschrei in der Politik gesorgt. Denn das LBEG hat zwar alle Kommunen im von Kimmeridge beantragten Gebiet um Stellungnahmen gebeten - ohne allerdings zu verraten, wer hinter dem Antrag steckt und auf welchen Rohstoff die Firma es abgesehen hat. Die Stadt Braunschweig fürchtet bislang noch Gasförderung mithilfe der umstrittenen Fracking-Methode. Alle Parteien im Stadtrat sind strikt dagegen, die Stadt will eine gepfefferte Stellungnahme ans LBEG schicken und auch die dünnen Informationen monieren. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt, die in Braunschweig unter anderem die Atomuhr betreibt, äußerte sich „beunruhigt“: Schon kleinste Erschütterungen könnten ihre Messungen gefährden.

Da es um Öl geht und nicht um Gas, wird Fracking aber unwahrscheinlicher. Laut LBEG gab es in Niedersachsen seit 1961 genau 320 Fracking-Maßnahmen, 317 für Erdgas, drei für Erdwärme - und keine für Erdöl. Das LBEG betont, mehr dürfe die Behörde in dieser Phase nicht preisgeben, weil es um Geschäftsgeheimnisse gehe. Zudem bringe eine Aufsuchungserlaubnis dem Antragsteller nur die Sicherheit, dass in dem Gebiet kein Konkurrent forscht. Zunächst könne die Firma nur Recherchen anstellen, etwa geowissenschaftliche Daten kaufen. Probebohrungen müssten extra genehmigt werden.

Von Tarek Abu Ajamieh

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