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Conti sucht Frau

Elke Strathmann geht Conti sucht Frau

Die erste und bisher einzige Frau im Vorstand des Dax-Konzerns Continental, Elke Strathmann, steht offenbar vor dem Ende ihrer Karriere bei dem Autozulieferer.

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Conti-Vorstandsmitglied Elke Strathmann bekommt nach drei Jahren keine Verlängerung.

Quelle: Archiv/Treblin

Hannover/Frankfurt. Formal hat der Conti- Aufsichtsrat vor der Hauptversammlung am 25. April ein „Diskussionsthema“, doch das Ergebnis gilt als sicher: Personalchefin Elke Strathmann bekomme nach drei Conti-Jahren keine Verlängerung, bestätigten am Montag Konzernkreise. Ob sie ihren bis Jahresende laufenden Vertrag erfüllt, war am Montag offen.

Es habe keinen akuten Krach gegeben, hieß es, letztlich seien die Zweifel aber zu groß gewesen, ob die 56-Jährige auf Dauer die richtige Besetzung sei. Die Suche nach dem Nachfolger laufe – beziehungsweise nach der Nachfolgerin: Nachdem man 2011 stolz das erste weibliche Vorstandsmitglied begrüßt hatte, will der Konzern die Zeit nicht wieder zurückdrehen.

Strathmann war nach Stationen bei Procter & Gamble und Nestlé Deutschland zu Continental gekommen. Sie profilierte sich mit Frauenförderung, hatte intern aber vor allem den Kulturwandel und die Integration des schnell gewachsenen Konzerns zu bewältigen. „Vielleicht ist sie selbst ein Opfer des Kulturwandels geworden“, sagte am Montag ein Conti-Manager. Die 56-Jährige habe intern nicht immer den richtigen Ton getroffen. In ihrem Umfeld wird die Mathematikerin als „schnell, pfiffig und sarkastisch“ beschrieben, von „rustikalem Humor“ sprechen andere. Das habe nicht immer zu den Werten des Konzerns gepasst. Dort sind „Vertrauen“ und „Verbundenheit“ neben „Gewinnermentalität“ und „Freiheit“ zu finden. An den ersten beiden, dem menschlichen Umgang überhaupt, habe es gefehlt.

So geriet Strathmann an zwei Fronten unter Druck. In ihrem Bereich gab es viele Personalwechsel, vor allem Frauen hätten sich über ihren Führungsstil beklagt, heißt es in Betriebsratskreisen. Schwerer wog aber wohl die Kritik von Conti-Managern auf der Führungskräftetagung im Februar in Berlin. Ein „miserables Zeugnis“ sei der Personalchefin dort ausgestellt worden.

Die Kollegen in den Chefetagen störten sich aber wohl nicht zuletzt am Auftrag der Personalchefin. Konzernchef Elmar Degenhart will die über Jahre zusammengekauften Geschäfte stärker zu einem Konzern formen und forciert die Zentralisierung. Strathmann zählte einmal 70 verschiedene Unternehmenskulturen, die innerhalb von elf Jahren unter ein Dach gekommen seien. In den beiden Bereichen Automotive (Elektronik und Fahrwerktechnik) und Rubber (Reifen und technischer Kautschuk) mit ihren insgesamt fünf Divisionen arbeiten inzwischen 180.000 Menschen. Vor vier Jahren waren es noch 130.000.

Die Conti ist traditionell dezentral organisiert, Zentralisierung und Eingriff in ihre Zuständigkeiten sei nicht unbedingt im Sinne aller Topmanager in den Divisionen, sagte ein Conti-Kenner. Entsprechend sei Strathmann mit mancher Initiative aufgelaufen und habe im Vorstand auch nicht immer die nötigen Mittel für ihre Aufgaben bekommen. Dass sie auch dort offenbar nicht mit Diplomatie glänzte, sei erschwerend hinzu gekommen. „Sie hat auch die Leute im Vorstand nicht mitgenommen.“

Auf der Arbeitnehmerseite hat Strathmann dagegen Rückhalt. Auch dort gibt es zwar Kritik, ihr wird aber zum Beispiel die Stärkung des Personalressorts angerechnet, nachdem der Bereich von ContiTech-Chef Heinz-Gerhard Wente jahrelang in Doppelfunktion geführt wurde. Auch bei der Frauenförderung habe sie Erfolge verbucht und die Veränderung der Konzernstrukturen vorangetrieben. Wer das nun in der Rolle des Personalvorstands tun wird, war am Montag offen.

Zwei weitere Personalien wird der Aufsichtsrat nach Ostern dagegen nicht lange diskutieren müssen: Die Verträge von Finanzvorstand Wolfgang Schäfer und Powertrain-Chef José Avila sollen verlängert werden.

Stefan Winter

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