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Niedersachsen Pötsch-Nachfolge: Audi-Chef Stadler ist Favorit
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Pötsch-Nachfolge: Audi-Chef Stadler ist Favorit
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00:15 09.09.2015
Quelle: dpa (Archiv)
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Hannover

„Die Aufgabe soll Rupert Stadler angetragen werden“, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Die Entscheidung liege dann bei dem 52-Jährigen. Stadler ist von Haus aus Finanzmann und war schon öfter für den Posten im Gespräch. An der Audi-Spitze musste er zuletzt einige Kritik einstecken, weil die Marke technologischen Vorsprung verspielt habe. Er galt lange als Kronprinz im Konzern, hatte zuletzt aber nur noch geringe Chancen auf die Nachfolge von Martin Winterkorn, der bis 2018 den Konzern führen soll.

Der Entscheidung, Pötsch zum Aufsichtsratschef zu machen, gingen offenbar wieder Querelen der Aktionärsfamilien Piëch und Porsche voraus. Der frühere Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch habe hinter den Kulissen erneut versucht, Stimmung gegen Winterkorn zu machen, hieß es in Aufsichtsratskreisen: „Er hat nochmal was versucht.“ Daraufhin habe man „keine Irritationen aufkommen lassen“ wollen und Winterkorns bereits angekündigte Vertragsverlängerung in die Wege geleitet.

Die Familien hätten sich Winterkorn auch in der Rolle des Aufsichtsratschef vorstellen können, hieß es. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, dass die Posten ursprünglich umgekehrt besetzt werden sollten: Der 68-jährige Winterkorn wäre dann zum Aufsichtsratsvorsitzenden gekürt worden und der 64-jährige Pötsch für eine Übergangszeit zum Vorstandschef. Das sei aber an Piëchs Widerstand gescheitert. Der 78-Jährige hatte im Frühjahr eine Führungskrise losgetreten, als er öffentlich erklärt hatte, er sei „auf Distanz“ zu Winterkorn.

Piëch gilt allerdings auch nicht als großer Pötsch-Fan: In den vergangenen Jahren hat er hinter den Kulissen mehrmals die Ablösung des Finanzchefs vorbereitet, den noch Bernd Pischetsrieder zu VW geholt hatte. Pötsch ist im Konzern seit dem Übernahmekampf mit Porsche allerdings nahezu unangreifbar. Offen ist derzeit, wie lange er oberster Aufseher bleiben soll. Denkbar sei immer noch, dass Winterkorn nach seinem Vertragsende doch noch an die Spitze des Aufsichtsrats rücken wird.

Von Stefan Winter und Andreas Hoenig

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