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Porsche und Piëch sind sauer auf Niedersachsen

VW-Konzern Porsche und Piëch sind sauer auf Niedersachsen

Schon wieder dicke Luft bei Volkswagen: Nach der Weigerung des Landes Niedersachsen, zwei Vorstandsmitgliedern wegen der Diesel-Affäre die Entlastung auszusprechen, droht eine Spaltung im VW-Aufsichtsrat.

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Ferdinand Piech (links) und Wolfgang Porsche - hier im Jahr 2014 in Hannover.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Nach Angaben eines Insiders sind die Familien Porsche und Piëch „echt sauer“ über das Verhalten des Landes. Das Ausscheren Niedersachsens werde die Zusammenarbeit im Aufsichtsrat „massiv erschweren“, fürchtet ein anderer. Die Aufsichtsratsvertreter Niedersachsens hatten am Mittwochabend auf der VW-Hauptversammlung überraschend dem Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn und dem VW-Markenchef Herbert Diess die Entlastung verweigert und sich stattdessen der Stimme enthalten. Die beiden anderen Großaktionäre - die Familien und das Emirat Katar - hatten für die Entlastung gestimmt.

Noch in der Nacht versuchte die Landesregierung ihr Verhalten zu erklären. Am Montag sei bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Braunschweig Ermittlungsverfahren gegen Winterkorn und Diess eröffnet habe. Der Verdacht lautet auf Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre. „Das Land Niedersachsen möchte im derzeitigen Verfahrensstand nicht auch nur den geringsten Anschein erwecken, sich in der Frage der laufenden Ermittlungsverfahren zu positionieren“, hieß es in einer Erklärung der Regierungssprecherin.

„Wir haben nicht gegen eine Entlastung gestimmt“, betont auch Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Man könne aber die Ermittlungen auch nicht einfach ignorieren. Die Arbeit im Aufsichtsrat sei „sehr konstruktiv“.

Doch hinter den Kulissen brodelt es offenbar. Das Verhältnis war schon in den vergangenen Wochen abgekühlt, weil die Familienaktionäre versucht hatten, ihre Macht auszubauen. Der Hebel dazu sollte ein Dividendenausfall sein, der aktienrechtlich die Chance geboten hätte, das Stimmenverhältnis zu ändern und so die Vetomöglichkeiten des Landes zu kippen. Das sei nicht nur ein vager Versuch gewesen, hieß es in Konzernkreisen: „Da hat es echt gekracht, das war für das Land haarscharf.“ Die anderen Großaktionäre fordern einen härteren Sanierungskurs bei VW, weil sie sonst die Zukunft des Konzerns gefährdet sehen. Mit dem Manöver sollte offenbar das Land ausgebootet werden.

Kritiker der Landesregierung gehen davon aus, dass das Land nun einen Weg gesucht habe, Diess zu schwächen, der drastische Kostensenkungen fordert.

Gestern wurde bekannt, dass VW zur Beilegung aller Schadensersatzforderungen aus dem Abgas-Skandal in den USA 10,2 Milliarden Dollar (9 Mrd. Euro) zahlen will. Das Geld soll nach Angaben der Nachrichtenagentur AP vor allem dazu verwendet werden, die 482 000 Käufer der Autos mit dem umstrittenen Zwei-Liter-Diesel-Motor zu entschädigen, die Autos zu reparieren oder zurückzukaufen. Sie sollen jeweils zwischen 1000 und 7000 Dollar bekommen, hieß es.

Von Stefan Winter und Heiko Randermann

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Entschädigung an US-Kunden

Zur Bereinigung des Skandals um manipulierte Abgaswerte ist Volkswagen nach Angaben aus informierten Kreisen bereit, in den USA eine Entschädigungsssumme von insgesamt etwa zehn Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro) zu zahlen. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag.

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