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Wie drei Garbsener die Revolution planen

Präzisionsmaschine für die Fertigungsindustrie Wie drei Garbsener die Revolution planen

Drei Wissenschaftler aus Garbsen haben eine Präzisionsmaschine entwickelt, die die Produktion in der Fertigungsindustrie auf den Kopf stellen soll. Für 2018 ist dann die Markteinführung des Gerätes geplant, das in seiner Grundausstattung etwa 100.000 Euro kosten soll.

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Nichts Geringeres als eine Revolution im Sinn: Dominik Brouwer, Daniel Niederwestberg und Thomas Krawczyk (von links).

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Das Gerät, um das es geht, fällt nicht auf Anhieb ins Auge, wenn man das Gemeinschaftsbüro von Maschinenentwickler Dominik Brouwer, Wirtschaftsingenieur Thomas Krawczyk und Softwarespezialist Daniel Niederwestberg betritt. Es ist gut einen halben Meter hoch, erinnert ein wenig an einen Werkzeugkoffer und ist im Grunde auch einer. Die drei Wissenschaftler des Produktionstechnischen Zentrums der Leibniz Universität in Garbsen haben aber mehr im Sinn. Mit der ersten mobilen und präzisen Werkzeugmaschine wollen sie die Produktionstechnik in der Fertigungsindustrie revolutionieren.

Um zu verdeutlichen, worum es genau geht, zieht Krawczyk einen Vergleich: „Man stelle sich vor, man will ein paar Löcher in eine Wand bohren und transportiert deshalb das Haus zur Bohrmaschine.“ Im übertragenen Sinne geschehe genau dies derzeit bei großen Bauteilen etwa im Schiffbau, Flugzeugbau, in der Windindustrie oder im Werkzeug- und Formenbau. Das Trio aus Garbsen arbeitet daran, dass es künftig umgekehrt ist.

Industrieroboter arbeiten längst in der Fertigung, aber sie sind fest in den Produktionshallen installiert. „Eine mobile Werkzeugmaschine hat in der Form, wie wir das machen, noch niemand realisiert“, sagt Brouwer. Es fehlt den Geräten bisher an Genauigkeit und Flexibilität. Beides ist etwa im Flugzeugbau, der mit Toleranzen im Hundertstel-Millimeter-Bereich arbeitet, unerlässlich.

Die Maschine aus Garbsen ist modular aufgebaut, beispielsweise lassen sich ihre Füße und Haltevorrichtungen wie Schuhe wechseln - dadurch kann das Gerät exakt den Bedingungen angepasst werden, die das zu bearbeitende Material und dessen Form erfordern. In einer Animation ist zu sehen, wie sich die Maschine raupenartig über ein Flugzeugbauteil bewegt. Die genaue Positionierung übernimmt ein Lasermesssystem. „Zurzeit liegt der Schwerpunkt in der Frästechnik“, sagt Brouwer. Aber auch bohren, 3-D-drucken und nieten soll die Maschine können.

Insgesamt 1,5 Millionen Euro kostet es laut Krawczyk, das Produkt zur Marktreife zu bringen. Da kam ein warmer Regen in Form von 750.000 Euro aus der Exist-Gründungsförderung des Bundeswirtschaftsministeriums Anfang des Jahres wie gerufen. „Exist fördert Ideen mit hohem Investitionsbedarf, wenn Marktpotenzial vorhanden ist“, sagt Brouwer.

Das Potenzial sehen auch andere. Das Forscherteam hat Anfragen von fünf Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen, zwei Konzernen und drei Mittelständlern vorliegen. Der Marschplan sieht vor, Ende 2016 mit einem Prototypen im Werk eines großen Autoherstellers an den Start zu gehen. Für 2018 ist dann die Markteinführung des Gerätes geplant, das in seiner Grundausstattung etwa 100.000 Euro kosten soll.

Krawczyk, Brouwer und Niederwestberg wollen die Anbindung an die Hochschule erhalten und mit ihrem Unternehmen auf jeden Fall in der Region Hannover bleiben. Die Ausgründung in eine eigene Firma geschieht demnächst. Bis dahin muss das Trio noch ein Problem lösen, das mit Präzisionstechnik kaum etwas zu tun hat, aber dafür einiges mit Marketing und Werbung: „Es ist ziemlich schwierig, einen guten Firmennamen zu finden.“

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