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PreussenElektra lässt auf sich warten

Abwicklung von Kernenergie PreussenElektra lässt auf sich warten

Eon wickelt unter dem Namen „PreussenElektra“ seine Atomkraftwerke von Hannover aus ab. Im Alltag zieht sich der Wandel von der Eon Kernkraft GmbH zu „PreussenElektra“ aber hin. Die alte Marke lebt wohl erst im Sommer wieder auf.

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Das Firmenschild auf dem Mühlenberg ist noch das alte: Aus Eon Kernkraft wird im Sommer PreussenElektra.

Quelle: Daniel Reinhardt

Hannover. Zuweilen müssen alte Kugelschreiber herhalten, um einen Neuanfang zu symbolisieren. Guido Knott hat auf seinem Schreibtisch einen Stift zur Hand, dessen Logo bei den Mitarbeitern in Hannover Erinnerungen an bessere Tage wachruft: „PreussenElektra“ steht da in hellblauer Schrift. Als dieser Namenszug noch an der Fassade der Zentrale auf dem Mühlenberg prangte, war man eine große Nummer unter den Versorgern. Jetzt hat Eon die Marke wiederbelebt - aber nur um das einstige Kerngeschäft mit der Kernenergie abzuwickeln. „Unser Unternehmen hat trotzdem eine Zukunft und eine klare Mission“, sagt Knott. „Wir werden bis zum letzten Tag unsere Anlagen sicher betreiben.“

Der frühere Presse- und Politik-Chef von Eon steht seit Jahresbeginn an der Spitze der Sparte, die eigentlich nicht mehr zu Eon gehören sollte. Nach den Plänen von Konzernchef Johannes Teyssen sollten die Atommeiler zusammen mit den Kohle- und Gaskraftwerken zu Uniper wechseln, der abgespaltenen Gesellschaft. Da die Bundesregierung Eon aber nicht aus der Haftung für die Entsorgung der atomaren Altlasten entlassen wollte, wurden die Beteiligungen kurzerhand umsortiert: Aus der Eon Kernkraft GmbH wird wieder die PreussenElektra.

Auf dem Papier ist der Schritt bereits vollzogen, im Alltag zieht sich der Wandel länger hin. „Wir wollen mit der neuen Marke im Juli an den Start gehen“, sagt Knott. Einfach die alte Marke zu recyceln scheidet als Option aus, weil zum Eon-Konzern auch die Kernkraftwerke des früheren Bayernwerkes gehören, mit dem die PreussenElektra im Jahr 2000 fusioniert worden ist - im Zuge des Zusammenschlusses der Mutterkonzerne Veba und Viag. „Damit besinnen wir uns auf unsere Wurzeln und geben uns eine neue Identität“, sagt Knott.

Eon müht sich nach Kräften um ein tragfähiges Geschäftsmodell und ein neues Image. In Anzeigen und TV-Spots tritt der Konzern als Vorreiter für Ökostrom auf - obwohl seine drei verbleibenden deutschen Kernkraftwerke deutlich mehr Strom erzeugen als die wenigen Windparks. Aber Ende 2022 geht mit Isar II der letzte Eon-Reaktor vom Netz, für Grohnde und Brokdorf ist bereits ein Jahr früher Schluss.

Geld verdienen lasse sich mit den Meilern derzeit kaum noch, sagt Knott. Bis Ende dieses Jahres schöpfe die Brennelementesteuer den größten Teil der Erträge ab - und die Strompreise im Großhandel seien weiterhin auf Talfahrt. Knapp 17 Milliarden Euro hat der Konzern bilanziell für den Rückbau und die Entsorgung seiner insgesamt sieben Atomkraftwerke verbucht - doch diese Summe liegt komplett nicht auf der hohen Kante: Das Geld ist in Finanzanlagen und im Energiegeschäft investiert.

Von der Abschaltung der letzten Meiler bis zum Abschluss des „Rückbaus“ werden nach Einschätzung von Eon mindestens 16 Jahre vergehen. Ziel sei es, bei den tatsächlichen Kosten „deutlich“ hinter den gebildeten Rückstellungen zu bleiben, sagt Knott. Was damit konkret gemeint ist, verrät er nicht. Für die PreussenElektra könnte es sogar ein Leben nach dem Rückbau ihrer letzten Meiler geben - als Know-how-Lieferant für Energieversorger in anderen Ländern, die vor ähnlichen Aufgaben stehen. „Das Interesse ist heute schon groß“, sagt Knott. „Daraus ergeben sich vielversprechende Perspektiven für die Zukunft.“

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