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Hameln

Protest gegen den Abbau von 600 Jobs bei Lenze


Mitarbeiter des Antriebs- und Automatisierungstechnikspezialisten Lenze haben am Freitag in Groß Berkel bei Hameln gegen die Pläne des Unternehmens protestiert, rund 600 Stellen zu streichen.
Uwe Mebs von der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim fordert das Lenze-Management zu weiteren Verhandlungen auf.

Uwe Mebs von der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim fordert das Lenze-Management zu weiteren Verhandlungen auf.

© Waldeck

Vertreter des Betriebsrats und der IG Metall forderten die Firmenleitung auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um über andere Lösungsmöglichkeiten zu beraten.

„Wir brauchen keine Massenentlassungen“, sagte Uwe Mebs, der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim. „Wir zahlen nicht für eine Krise, die wir nicht zu verantworten haben.“ An der Kundgebung am Sitz des Maschinenbauers nahmen rund 600 Personen teil, darunter auch Beschäftigte anderer Unternehmen wie der Aerzener Maschinenfabrik oder Bosch Hildesheim. Lenze begründet den Stellenabbau mit stark rückläufigen Aufträgen.

Mit Lenze weigere sich das erste Unternehmen in seinem Zuständigkeitsbereich, nach Jahren hoher Gewinne nun über Beschäftigungssicherung zu sprechen, sagte Mebs. Auch die verbleibenden Mitarbeiter „sollen bluten“, betonte der Gewerkschafter: Neben dem Stellenabbau seien auch Einschnitte bei den tariflichen Standards geplant. Beim Büromöbelhersteller Haworth in Bad Münder und beim Elektronikhersteller Phoenix in Bad Pyrmont und Blomberg sei unlängst Kurzarbeit vereinbart worden. „Was dort funktioniert, muss auch bei Lenze gehen.“

„Wir sind Lenze“, sagte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Dirk Brockmann - und verwies auf die Tradition der Lenze AG als Familienunternehmen und den Stolz der Belegschaft, dort zu arbeiten. „Dieses Gefühl kann aber verloren gehen.“ Allein an den beiden Standorten Groß Berkel und Extertal könnten jeweils rund 125 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Betriebsräte der Lenze-Gesellschaften wollten Vorschläge erarbeiten, um Beschäftigung zu sichern. Dazu sei es aber notwendig, dass sich die Unternehmensleitung mit den Arbeitnehmervertretern an einen Tisch setze.

„Entlassungen sind kein Konzept“, sagte die IG-Metall-Funktionärin Angelika Beier. Man könne meinen, dass Lenze „auf der Welle der Krise reitet“, um lediglich Kosten zu senken. Der frühere Konzernbetriebsratsvorsitzende Dietmar Weisweber erinnerte an die Krise im Jahr 1996, als ebenfalls zahlreiche Mitarbeiter entlassen werden sollten. Damals habe man in Verhandlungen erreicht, dass weniger Stellen wegfielen als zunächst geplant.

von Christian Branahl

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