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Niedersachsen Autozulieferer sollten sich mit Herstellern verbünden
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Autozulieferer sollten sich mit Herstellern verbünden
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11:26 04.07.2018
Conti-Chef Elmar Degenhart: Der hannoversche Konzern gehört bei der Forschungsquote zu den Spitzenreitern Quelle: imago stock&people
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München

Die deutschen Autozulieferer sind international Spitzenreiter bei den Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Bei digitalen Dienstleistungen sollten sie jetzt aber mit Autoherstellern die Kräfte bündeln: „Will sich die deutsche Automobilindustrie hier mittelfristig nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, wird das nur durch stärkere Kooperation von Top-Zulieferern und Herstellern möglich sein“, sagte PwC-Branchenexperte Henning Rennert.

Große Zulieferer wie Continental und Bosch digitalisierten ihre Produkte und erweiterten ihr Angebot um Dienstleistungen wie Flottenmanagement und Kartendaten. In einigen Bereichen träten Zulieferer neuerdings sogar in direkte Konkurrenz zu den Autoherstellern und zielten selbst auf Autofahrer als Kunden. Aber kapitalstarke Softwarekonzerne wie Google und Microsoft hätten diesen Markt schon erobert, seien in vielen Bereichen kompetenter und investierten zudem noch weit mehr in Forschung und Entwicklung. Wenn die deutsche Autoindustrie sich auf diesem Gebiet mitmischen wolle, müsse sie ihre Kräfte bündeln, sagte Rennert.

„Im zukünftigen Spannungsfeld elektrischer, autonomer, vernetzter und geteilter Autos müssen alle Player erst noch Kompetenzen aufbauen“, sagte Rennert. „Zudem setzen internationale Wettbewerber insbesondere aus China gerade zum Sprung an.“

Conti und Bosch forschen besonders viel

Bislang hätten die deutschen Zulieferer die Umbrüche in der Autobranche aber gut gemeistert, sagte PwC-Partner Richard Viereckl. Im vergangenen Jahr hätten sie 221 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet und ihren Weltmarktanteil von 24 Prozent behauptet. Um „ihre Position als Innovations- und Qualitätsführer zu festigen“, investierten sie im Durchschnitt 5,7 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Der größte deutsche Zulieferer Bosch kam in den vergangenen drei Jahren laut PwC sogar auf über 9 Prozent, Continental demnach auf rund 7 Prozent. Die europäischen Konkurrenten gaben im Schnitt 3,7 Prozent aus, die asiatischen und amerikanischen Zulieferer nur gut 3 Prozent. Trotz der hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung erreichten die deutschen Zulieferer bei den Gewinnmargen fast das Niveau der Konkurrenz, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten PwC-Studie.

Conti liegt bei Übernahmen vorne

Außerdem hätten fast alle deutschen Zulieferer in den vergangenen Jahren mit Beteiligungen und Übernahmen ihre Kompetenzen ausgebaut, vor allem bei Software, aber auch bei Elektrik und Elektronik. Im Software-Bereich habe Conti am stärksten zugekauft, noch mehr als Konkurrent Bosch. Als Beispiele für Conti-Zukäufe und -Investitionen nennt PwC unter anderem Zonar Systems (Flottenmanagement), Parkpocket (Parkplatzsuche) und Easymile (Autonome Fahrzeuge).

Von Roland Losch

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