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Nord/LB leidet unter Schiffskrediten

Quartalsbilanz Nord/LB leidet unter Schiffskrediten

Die Norddeutsche Landesbank begräbt die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Schifffahrtsmärkte - und zieht daraus die Konsequenz. Die Bank schreibt im großen Stil faule Kredite ab und rutschte daher im ersten Quartal des Jahres in die roten Zahlen.

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Keine Verbesserung der Lage an den Schifffahrtsmärkten zu erwarten: Die Nord/LB zieht aus der Dauerkrise Konsequenzen und schreibt faule Kredite ab. Foto: dpa

Quelle: Christian Charisius

Hannover. Auch für das Gesamtjahr bereitete das Geldhaus gestern die Öffentlichkeit auf einen Verlust vor.

Die Nord/LB ist zusammen mit ihrer Tochter Bremer Landesbank einer der großen europäischen Schiffsfinanzierer. Deshalb macht ihr die schwierige Lage der Weltschifffahrt schon seit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2008 schwer zu schaffen, weil viele Kredite nicht mehr vertragsgemäß bedient werden. Vergangenes Jahr hatte sich noch eine Besserung angedeutet, aber dies war nicht von Dauer.

Bankchef Gunter Dunkel sprach von einer „abermaligen Verschärfung“ der Krise. Deshalb hat die Bank ihre Risikovorsorge im ersten Quartal mit 435 Millionen Euro mehr als vervierfacht, was zu einem Konzernverlust vor Steuern von fast 100 Millionen Euro führt - gegenüber einem Gewinn von knapp 230 Millionen Euro in der gleichen Vorjahreszeit. „Wir erwarten auch in den kommenden Quartalen keine Verbesserung der Lage an den Schifffahrtsmärkten“, hieß es, sodass die Bank das Gesamtjahr mit einem negativen Ergebnis abschließen werde.

Die Nord/LB hatte schon vor einigen Wochen angedeutet, dass sie bei den Schiffen jetzt eine gründliche Bereinigung anstrebt, wozu auch Verkäufe mit hohem Verlust gehören. „Mir ist es lieber, wenn ich das zu Ende bringe, damit die Bank unbelastet in die Zukunft gehen kann“, sagte Dunkel, der zum Jahresende in den Ruhestand geht, der HAZ. Nach seiner Einschätzung ist die Bank mit den Schiffen nun „durch“, sofern es nicht zu einer weiteren Zu­spitzung der Krise kommt. Er deutete sogar an, dass jetzt eher zu viel als zu wenig Wertberichtigungen gebildet werden.

Ende März hatte die Bank nach Angaben eines Sprechers rund 1480 finanzierte Schiffe in der Bilanz. Der gesamte Kreditbestand in diesem Bereich belief sich ungefähr auf 18,5 Milliarden Euro, die bislang gebildeten Wertberichtigungen auf 2,9 Milliarden Euro. Bis Ende des Jahres will die Bank den Bestand auf 12 bis 14 Milliarden Euro reduzieren.

Abgesehen von dem leidigen Schiffsthema gibt sich der Bankvorstand zufrieden. „Die operativen Geschäfte der Bank haben sich erwartungsgemäß auch im ersten Quartal des laufenden Jahres gut entwickelt“, meinte Dunkel. Ohne die Sonderbelastung im Schiffssektor hätte die Bank „nahtlos an die guten Vorjahresergebnisse anknüpfen können“.

Einigung über Hypo-Alpe-Schulden

An einer anderen Front zeichnet sich für die Nord/LB ein glimpflicher Ausgang ab. Im Milliardenstreit um die Skandalbank Hypo Alpe Adria zwischen Österreich und deutschen Finanzinstituten gibt es eine Grundsatzeinigung. Beide Seiten haben sich nach Angaben von Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling auf einen außergerichtlichen Vergleich verständigt. „Die dunkle Hypo-Vergangenheit kann endlich einen Schlusspunkt finden“, sagte Schelling am Mittwoch in Wien. Deutsche Banken und Versicherungen, die nach der Pleite der Bank und einem Schuldenschnitt um rund 7 Milliarden Euro gebangt hatten, können nun mit einer Rückzahlung von rund 90 Prozent ihrer Investitionen rechnen.
Zu den größten Gläubigern gehört die Nord/LB mit 380 Millionen Euro Ausleihungen. Die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) ist mit 220 Millionen Euro dabei, mit kleineren Beträgen der Talanx-Konzern und die VHV-Gruppe. Nord/LB-Chef Gunter Dunkel äußerte sich erleichtert: „Wir können mit diesem Kompromiss gut leben, zumal das neue Angebot eine deutliche Verbesserung darstellt und der Bank langwierige Rechtsstreitigkeiten erspart bleiben.“

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