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Ricoh will in Hannover massiv Stellen streichen

Drucker- und Kopierer-Konzern Ricoh will in Hannover massiv Stellen streichen

Der japanische Drucker- und Kopierer-Konzern Ricoh plant einen massiven Personalabbau am Standort Hannover. Insgesamt will der Konzern in Deutschland 484 Vollzeitstellen streichen, die meisten davon in Hannover, wo der Konzern seine Deutschland-Zentrale betreibt. 

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Mehr als ein Drittel der Mitarbeiter von Ricoh Deutschland arbeiten in Hannover.

Quelle: Villegas

Hannover. Der japanische Drucker- und Kopierer-Konzern Ricoh plant einen massiven Arbeitsplatzabbau in Hannover. Bis zum Frühjahr 2018 sollen bundesweit 484 Vollzeitstellen gestrichen werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Dies werde vor allem die Verwaltung und damit die Deutschland-Zentrale in Hannover treffen, sagte ein Sprecher. „Die Planungen des Unternehmens sehen hierbei ein sozialverträgliches Vorgehen vor“, heißt es in einer Mitteilung. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat sind bereits angelaufen. Von ihnen wird abhängen, wie viele Mitarbeiter in Hannover am Ende tatsächlich betroffen sind.

Ricohs Wurzeln in der Landeshauptstadt reichen bis ins Jahr 1966 zurück. 2007 hat der Konzern mehrere Deutschland-Töchter zusammengefasst. Seitdem steuert er das Geschäft hierzulande zentral von Hannover aus. Im Norden der Stadt, an der Vahrenwalder Straße, befinden sich Verwaltung, Logistik und Service-Geschäft. Hier arbeiten rund 1100 der deutschlandweit 3000 Beschäftigten. Der Stellenabbau sei „wichtig und notwendig“, damit das Unternehmen in seinem „sehr anspruchsvollen Marktumfeld langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich agieren kann“, sagte Ricoh-Deutschland-Chef Niculae Cantuniar.

„Es ist niemand schockiert zur Arbeit gekommen“

Bei den Ricoh-Beschäftigten in Hannover herrschten gestern gemischte Gefühle. Wirklich überrascht sei niemand von dem bevorstehenden Stellenabbau gewesen, sagte ein 36 Jahre alter Mitarbeiter. Der Schritt habe sich bereits angedeutet. „Es ist niemand schockiert zur Arbeit gekommen“, sagte der Mann.
Eine 34-Jährige Kollegin plagt die Ungewissheit. „Man weiß halt nicht so genau, wie es weitergeht.“ Sie arbeite seit neun Jahren bei Ricoh. Nun wolle sie auf sich zukommen lassen, ob sie ihren Job behalten könne oder einen neuen suchen müsse. Ein 19-jähriger Auszubildender ist weniger beunruhigt. Er habe seine Ausbildung erst kürzlich begonnen – „aber übernommen, wie uns noch am Anfang gesagt wurde, werde ich wohl nicht mehr“, sagte er.     no

Die Firma leidet wie die gesamte Branche unter einem seit Jahren rückläufigen Markt. In den Büros wird weniger ausgedruckt und kopiert. Die Unternehmen können ihre Drucker länger nutzen. Dies habe zu einem dramatischen Preisverfall von 30 Prozent pro Jahr geführt, heißt es bei Ricoh. Hinzu kommen Währungseffekte: Ricoh exportiert aus Japan mit einem starken Yen. Die Europa-Tochter sitzt in London, wo das Pfund infolge des Brexit-Beschlusses schwächelt. Die Belastungen wirken sich auch bei der deutschen Tochtergesellschaft aus.

Ein ursprünglich auf mittlere Sicht angelegtes Umbauprogramm müsse nun „erheblich beschleunigt“ werden, sagte der Firmensprecher. Das Deutschland-Geschäft müssen dringend wieder wettbewerbsfähig gemacht und aus der Verlustzone geholt werden. Denn gleichzeitig benötigt das Unternehmen Geld, um sich an den Strukturwandel anzupassen. Der Konzern will stärker im Bereich der IT-Dienstleistungen wachsen und in neue Geschäftsfelder wie 3-D-Druck investieren.

Zuletzt musste der Mutterkonzern erstmals in seiner Geschichte eine Gewinnwarnung herausgeben, nachdem die Ergebnisse um 70 Prozent eingebrochen waren. In Hannover hatte Ricoh es zunächst mit kleinen Schritten versucht. Die Konfiguration japanischer Drucker für den deutschen Markt – einst ebenfalls an der Vahrenwalder Straße angesiedelt, wurde in den Niederlanden konzentriert. Zuletzt musste die Belegschaft auch Zugeständnisse beim Weihnachtsgeld machen.

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