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VW kämpft um seine Zukunft

Schäden durch Abgas-Skandal VW kämpft um seine Zukunft

Volkswagen kämpft weiter mit dem massiven Schaden der Abgas-Affäre und muss zugleich den tiefgreifenden Umbruch in der Branche stemmen. Bis der milliardenteure Skandal um weltweit rund elf Millionen manipulierte Dieselfahrzeuge aufgearbeitet ist, wird es noch eine Weile dauern.

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Quelle: dpa/Symbolfoto

Wolfsburg. Parallel dazu will der Autobauer seine Zukunft bei wichtigen Themen wie Elektromobilität, Digitalisierung und neuen Dienstleistungen sichern.

Wegen des Abgas-Skandals hat VW Rückstellungen in Höhe von 16,2 Milliarden Euro gebildet, die dem Konzern 2015 unter dem Strich ein Minus von 1,6 Milliarden Euro eingebrockt haben – den größten Verlust in der Geschichte des Unternehmens. „Ob da weitere Beträge dazukommen, wissen wir nicht“, sagte VW-Chef Matthias Müller am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in Wolfsburg.

Spekulationen, VW könne sich wegen der Belastungen von der Truck-Holding mit MAN und Scania trennen, wies der Vorstandsvorsitzende zurück. „Wir befassen uns mit dieser Frage gegenwärtig nicht“, sagte Müller. Im Geschäftsbericht heißt es zum Thema Abgas-Skandal: „Der benötigte Finanzbedarf zur Deckung der Risiken kann dazu führen, dass Vermögensgegenstände lagebedingt veräußert werden müssen.“

Abgas-Skandal

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Der Konzern muss weiter sparen, zugleich aber auch Geld ausgeben, um nicht den Anschluss zu verlieren. Denn die Autobranche erlebt mit der steigenden Vernetzung eine riesige Umwälzung. Finanzchef Frank Witter sprach darum von einer herausfordernden Strategie: „Wir sehen steigenden Bedarf in Investitionen in neue Antriebs- und Mobilitätskonzepte, Urbanisierung und Digitalisierung. Gleichzeitig sehen wir aber auch die Notwendigkeit, die Investitionen nicht nur absolut, sondern auch im Verhältnis zum Umsatz zu senken.“
Auf dem Feld der Digitalisierung strebt VW Kooperationen an. „Die Zeiten, in denen unsere Branche sich abgeschottet hat, gehören endgültig der Vergangenheit an“, sagte Müller. Mit wem VW zusammenarbeiten wird, verriet er nicht, stellte aber klar: „Wir unterhalten uns nicht mit Apple und Google.“

Aber auch im Alltag kommt VW bei der Aufarbeitung der Affäre nicht wie geplant voran. Weil sich die Umrüstung des Passat weiter verzögert, zieht VW nun den Golf vor. Der Rückruf soll am kommenden Dienstag (3. Mai) beginnen, wie Markenchef Herbert Diess sagte. Der Passat hätte mit ersten Varianten bereits Ende Februar für ein Software-Update zurückgerufen werden sollen.

Infolge des Diesel-Skandals sind die Gehälter der VW-Vorstände für 2015 deutlich geringer ausgefallen als zuvor. Im Geschäftsbericht stehen Gesamtbezüge von mehr als 60 Millionen Euro. Die aktuellen Vorstände hatten sich bereit erklärt, einen Teil ihrer Bonuszahlungen zurückzustellen. Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn, dessen Vertrag noch bis Ende des Jahres weiterläuft, kommt auf 7,3 Millionen Euro – zuvor waren es fast 16 Millionen gewesen.

Antrittsprämien für Diess und Renschler

Der Streit um Vorstandsboni wurde erst vor wenigen Tagen beigelegt. VW-Chef Matthias Müller sagte, er habe kein Verständnis dafür, dass der Konflikt öffentlich wurde – eine Spitze gegen Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD), der im VW-Aufsichtsrat sitzt und Bonusverzicht gefordert hatte.

Das Krisenjahr 2015 drückt die Prämie. Außerdem wurde diesmal nicht der hohe Gewinn aus dem China-Geschäft eingerechnet – ein Zugeständnis der Manager. Zudem wird ein Drittel der Boni erst ausgezahlt, wenn die Aktie in drei Jahren um 25 Prozent über dem heutigen Niveau liegt. Alles zusammen bedeutet Einbußen von rund 40 Prozent.

Großverdiener 2015 ist Lkw-Vorstand Andreas Renschler, der vom Konkurrenten Daimler kam. Er erhält für entgangene Daimler-Leistungen 11 Millionen Euro und verdiente damit im ersten VW-Jahr fast 15 Millionen Euro. Der neue VW-Markenchef Herbert Diess bekam den Abschied bei BMW mit 5 Millionen ausgeglichen und kommt insgesamt auf 7,1 Millionen Euro. Ex-Konzernchef Martin Winterkorn erhält gut 7 Millionen Euro.

Von Jan-Henrik Petermann, Heiko Lossie und Marco Hadem

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Ehemaliger VW-Chef
Er hat gut lachen: Der zurückgetretene Konzernboss Martin Winterkorn hat Ende 2015 eine Pension in Höhe von 28,6 Millionen Euro erhalten.

Die Boni für den VW-Vorstand haben Insidern zufolge schon ein Hauen und Stechen im Aufsichtsrat ausgelöst. Doch zum Gesamtbild gehört auch: Neben den Gehältern für die aktive Zeit der Top-Manager fließen zusätzlich Millionensummen für die Rente.

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