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Finanzkrise

Schaeffler vergleicht sich mit Lehman

Von Stefan Winter

Maria-Elisabeth Schaeffler sagt dramatische Folgen für die gesamte Autobranche voraus, wenn ihr Unternehmen zerschlagen werden sollte.
Maria-Elisabeth Schaeffler

Maria-Elisabeth Schaeffler

© Rainer Surrey

Schaefflers Bedeutung für die Industrie sei „mit derjenigen von Lehman Brothers für die Bankenwelt zu vergleichen“, sagte sie der „Bild am Sonntag“ und berief sich dabei auf „eine renommierte Unternehmensberatung“. Der Zusammenbruch von Lehman im September gilt allgemein als das Schlüsselereignis beim Ausbruch der Wirtschaftskrise.

Produktionsausfälle bei Schaeffler hätten „weltweit schwerwiegende Auswirkungen“, sagte sie. In jedem Personenwagen fänden sich durchschnittlich 60 Teile allein aus Schaeffler-Produktion – Conti-Teile nicht mitgezählt. Es dürfe deshalb nicht zur Zerschlagung der Gruppe kommen. Es gebe „viele, die versuchen, im Fall einer Insolvenz mit Teilen der Schaeffler/Conti-Gruppe ein Schnäppchen zu machen“, sagte Maria-Elisabeth Schaeffler, die damit wohl zum ersten Mal das Wort „Insolvenz“ in den Mund nahm.

In dieser Lage verabschiedet sich das Familienunternehmen unter dem Druck der Banken Stück für Stück von seinen Positionen. So will man sich offenbar der Mitbestimmung öffnen, um die Unterstützung der IG#Metall im Kampf um öffentliche Hilfen zu bekommen. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, Maria-Elisabeth Schaeffler habe gegenüber IG-Metall-Chef Berthold Huber ihre Bereitschaft erklärt, die Mitbestimmung in ihrer Firmengruppe einzuführen, Mitarbeiterbeteiligungen zu ermöglichen und mehr Transparenz gegenüber Beschäftigten und Öffentlichkeit an den Tag zu legen.

Ein Unternehmenssprecher sagte lediglich, es gebe seit Längerem Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern, in die auch Gesellschafter einbezogen seien. Dem Zeitungsbericht zufolge ist im Gespräch, die bisherige Schaeffler KG zu einer „Kommanditgesellschaft auf Aktien“ umzuwandeln. In jedem Fall solle ein Aufsichtsrat eingerichtet werden, der paritätisch von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite besetzt würde.

Die Unternehmerin und ihr Sohn warben erneut um „zeitlich begrenzte“ Staatshilfe, die man zurückzahlen wolle. Außerdem sei man „offen für eine Beteiligung Dritter“, betonte Georg Schaeffler, dem die Mehrheit des Unternehmens gehört. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) kritisierte dagegen die Familie. „Man kann nicht im Nerzmantel nach Staatshilfe rufen“, sagte er dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Der Staat sei nicht dafür da, für Fehlentscheidungen von Milliardären geradezustehen. „Es kann jedenfalls nicht sein, dass jemand, der sich verspekuliert hat, auch noch einen Reibach auf Steuerzahlerkosten macht.“

Georg Schaeffler warnte vor dem Verlust Tausender Arbeitsplätze, wenn die Übernahme des Continental-Konzerns durch Schaeffler scheitern sollte. Nur beide zusammen hätten die „technologische Zukunftsperspektive“. Schaeffler hat Conti übernommen, um seine mechanischen Bauteile mit Elektronik aufrüsten zu können. Allerdings musste das Unternehmen zu mittlerweile überhöhten Preisen viel mehr Conti-Aktien aufkaufen, als es ursprünglich geplant hatte.

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  • Das Ganze wird zur marktwirtschaftlichen Posse! Volker Rockel – 23.02.09
    Das Ganze wird zur marktwirtschaftlichen Posse.- Unternehmer, als persönlich haftende Gesellschafter einer KG, gehen zu große unternehmerische Risiken ein. Im Ergebnis: Belastende Schulden in Höhe von über 20 Mrd. Euro!

    Jeder vernünftig denkende Mensch würde sagen: „Pech gehabt, eure persönliche Entscheidung, euer persönliches Risiko;- also haftet!“ Und am Ende mag - möglicherweise - die Insolvenz und Zerschlagung des Unternehmens und - möglicherweise - auch die Privatinsolvenz der persönlich haftenden Gesellschafter stehen! Aber ist es Aufgabe des Staates und seiner Bürger in einer (von allen beschworenen) Marktwirtschaft dieses zu verhindern?



    Wer im Fall Schaeffler nach dem Staat ruft, der hat entweder Marktwirtschaft nicht verstanden oder glaubt allen Ernstes, dass Marktwirtschaft nur dazu dient, sich deren Vorteile bedienen zu können!

    Natürlich stehen einige tausend Arbeitsplatze bei Schaeffler auf dem Spiel! Aber es stehen ohnehin hunderdtausende von Arbeitsplätzen in den nächsten Monaten in Deutschland zur Disposition!

    Ein Teil dieser Arbeitplätze steht wegen der Finanz-u. Wirtschaftskrise zur Disposition, ein anderer Teil - und das sollte man nicht vergessen - gleichermaßen wegen unternehmerischer Fehlleistung a la Schaeffler!

    Und man kann doch jetzt nicht so tun, als wenn das Problem für Schaeffler einfach so vom Himmel gefallen wäre!- Schaeffler ist unternehmerische Risiken eingegangen, glaubte einen Wechsel auf die Zukunft ziehen zu können und ist dabei (im wahrsten Sinne des Wortes) unter die Räder gekommen.

    Das ist Marktwirtschaft pur! Jeder besitzt die unternehmerische Freiheit mit seinem Eigentum zu machen was er will!- D.h., man kann sich unternehmerisch auch verheben oder die Übersicht über sein eigenes Handeln verlieren oder sich schlichtweg verspekulieren; nur dann muss man auch die Konsequenz dafür tragen!- Allein die Drohung, dass bei einer Insolvenz Arbeitplätze verloren gehen, kann doch nicht dazu führen, dass nun die Marktwirtschaft für Schaeffler vollends außer Kraft gesetzt wird!



    Wo sollte der Staat denn jetzt anfangen „zu retten“; alle Arbeitsplätze sind nicht rettbar? Und welche Konsequenzen hätte das Retten von Arbeitplätzen bei Schaeffler für andere Unternehmen der Branche? Möglicherweise Unternehmen, die sich unternehmerisch sinnvoll aufgestellt haben und sich nicht der unternehmerischen Großmannsucht hingegeben haben!- D.h. indem man den einen rettet, bestraft man auch in der Konsequenz den, der eine unternehmerisch sinnvolle Kapitalstruktur geschaffen hat und aus eigener Kraft in der Lage wäre diese Wirtschaftskrise zu überleben und Arbeitsplätze zu erhalten!


    Nein, wer jetzt bei Schaeffler nach dem Staat ruft, stellt unser Wirtschaftssystem in Gänze in Frage und beschwört Konsequenzen herauf die in ihrer Tragweite nicht mehr überschaubar sind.

    Frau Schaeffler wird wohl noch mehr Tränen vergießen müssen…
  • Frau Scheffler Analyst – 23.02.09
    wer hat denn die feindliche Übernahme eingeleitert ???
    Und sich nun vor IHRE Arbeiter stellen und losheulen.
    Was soll das ?
  • Schaeffler Schlirra – 23.02.09
    Ein Bsp. für den Größenwahn. Frau Schaeffler wollte aus ihren 6 Milliarden wohl 10 machen?
    Nun, entlassen werden die Leute wohl ohnehin (schon), von daher ist es egal, ob sie einen Staatskredit bekommt oder nicht. Die Frau hat keine Ahnung von Wirtschaft, ihr verstorbener Mann hätte sie ihr Studium beenden lassen sollen, bzw. eine andere heiraten.
    Sie tritt mit Füßen was er mit Hilfe der Arbeiter u.s.w. aufgebaut hat...
  • Auch eine Frau Schaeffler... LD-50 – 23.02.09
    ...hat ihre Schulden zunächst mit privatem Vermögen zu begleichen, bevor es ans Anbetteln des Staates geht.

    Sozialwohnung und -hilfe sind auch für sie zumutbar.
  • Schaeffler Andreas Wundram – 23.02.09
    Schaeffler ist nicht Lehman. Ein Zusamenbruch Schaefflers hätte nicht notwendigerweise den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen zur Folge, wie von Schaeffler erpresserisch behauptet, wohl aber den Verlust ihres Einflusses und des derzeitigen Managements der Schaeffler KG.
    Wenn Frau Schaeffler verspricht, eine staatliche Hilfe "mit Zinsen auf Heller und Pfennig" zurück zu zahlen, dann verspricht sie ihr persönlich Unmögliches, denn sie wird die Hilfe nicht zurück zahlen, allenfalls ihr Unternehmen. Übrigens gilt bei uns seit einiger Zeit schon die Währung Euro mit den Einheiten Euro und Cent. Auf Heller und Pfennig vertraut hier keiner mehr.

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