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00:20 18.08.2018
Die im Nahverkehr eingesetzten Züge gehören in Niedersachsen zum Teil dem Land, auch wenn dies äußerlich nicht zu erkennen ist. Quelle: picture alliance / dpa
Hannover

Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) investiert kräftig in den Schienennahverkehr. Bis zu 30 neue Doppelstockzüge sollen für komfortablere Reisen im nördlichen Niedersachsen sorgen. Hannover bekommt zudem eine neue Direktverbindung nach Wilhelmshaven.

Die zu 100 Prozent dem Land Niedersachsen gehörende LNVG hat jetzt die Schienenfahrzeugbauer europaweit zu Angeboten aufgerufen. Die bis zu 30 neuen elektrischen Doppelstockzüge sollen bis Ende 2023 einsatzbereit sein. Der Auftragswert dürfte nach Angaben von Branchenkennern zwischen 200 und 300 Millionen Euro liegen.

Die Gruppe der in Frage kommenden Teilnehmer an der Ausschreibung ist überschaubar: Auf diesem Markt gelten hierzulande der kanadische Konzern Bombardier, Siemens, die französische Alstom sowie Stadler aus der Schweiz als die wichtigsten Anbieter. Siemens und Alstom haben eine Fusion ihrer Bahntechnik-Sparten beschlossen, so dass der Kreis weiter schrumpfen dürfte. Wer den Zuschlag bekommt, muss nicht nur die Züge liefern, sondern auch für 30 Jahre die Instandhaltung garantieren und eine entsprechende Werkstatt im Einsatzgebiet betrieben.

Die LNVG rechnet mit einer Entscheidung im Herbst 2019. Die bis zu 750 Reisende aufnehmenden Züge sollen mit ihrer modernen Ausstattung mehr Menschen zum Bahnfahren bewegen. Eingesetzt werden sollen sie auf den Regionalstrecken zwischen Hannover beziehungsweise Osnabrück und der Nordsee. „Die neuen, bis zu 160 Kilometer pro Stunde schnellen Doppelstockzüge sind eine echte Zukunftsinvestition“, erklärte LNVG Chefin Carmen Schwab.

Damit baut die LNVG ihren Fahrzeugpool weiter aus, der momentan nach Angaben eines Sprechers aus 383 Lokomotiven und Wagen besteht. Sie werden an Bahnunternehmen ausgeliehen, die bei der Vergabe von Nahverkehrsleistungen im Geschäftsgebiet der LNVG den Zuschlag bekommen. Dieses erstreckt sich auf ganz Niedersachsen mit Ausnahme der Regionen Hannover und Braunschweig. Wer die neuen Züge ab Dezember 2023 betreiben wird, ist noch unklar. Das Wettbewerbsverfahren für diese Verbindungen werde erst 2020 starten, teilte die Gesellschaft mit.

Dass ein Bundesland selbst eine Schienenfahrzeug-Flotte besitzt, ist ungewöhnlich. In anderen Bundesländern ist die Fahrzeugbeschaffung Sache der Verkehrsanbieter. Ein LNVG-Sprecher betonte, dass der Steuerzahler von der niedersächsischen Lösung profitiere. Der Nahverkehr sei generell ein Zuschussgeschäft. Die Fahrgelderlöse deckten nur rund 30 bis 40 Prozent der Kosten, den Rest steuere die öffentliche Hand in Form von Zuschüssen bei. Die Vermietung der eigenen Fahrzeuge durch das Land Niedersachsen komme unter dem Strich günstiger als der Einsatz fremder Züge.

Wie die Kalkulation konkret aussieht, wollte der LNVG-Sprecher allerdings nicht sagen. „Diese Zahlen geben wir grundsätzlich nicht raus“, weil sie Wettbewerbern unerwünschte Einblicke geben könnte. Die LNVG organisiert zwischen Ems und Elbe den Nahverkehr auf der Schiene und erhält dafür jährlich knapp 300 Millionen Euro an Steuergeldern, die sie an die Bahnunternehmen weiterleitet.

Von Albrecht Scheuermann

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