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Niedersachsen Schleifmittelhersteller VSM expandiert in Hannover
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Schleifmittelhersteller VSM expandiert in Hannover
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12:05 16.10.2012
VSM-Vorstand Bernhard von Heyl hat am Freitag die neue Werkshalle in Hainholz feierlich eröffnet. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Seit Generationen schon produziert die Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken AG (VSM) im hannoverschen Stadtteil Hainholz. Mit seinem Geschäftsmodell hat sich der im Jahr 1864 gegründete Schleifmittelhersteller nicht nur so lange am Markt bewährt – nun baut er sogar sein Werk weiter aus.

Am Freitag eröffnete VSM eine neue Produktionsanlage. Rund 7 Millionen Euro investierte das Unternehmen in eine etwa 2000 Quadratmeter große Fertigungshalle auf seinem Werksgelände. Es ist der größte Neubau in der Firmengeschichte. Die Anlage wird zur Produktion von sogenanntem Keramikkorn genutzt – einem Schleifmittel, das vor allem der Bearbeitung von Stahl dient.

Mit der Investition stärke das Unternehmen nicht nur seine Position als führender Hersteller von Schleifmitteln, sondern auch den Standort Hannover mit rund 380 Mitarbeitern, sagte VSM-Vorstand Bernhard von Heyl anlässlich der Eröffnungsfeier. Insgesamt beschäftigt die börsennotierte Firma, die in der Region von vielen nur „die Schmirgel“ genannt wird, etwa 700 Mitarbeiter.

Die von den Hannoveranern im Mehrschichtbetrieb produzierten Schleifmittel und -bänder werden benötigt, um Werkstoffe industriell zu bearbeiten – ihnen also den richtigen Schliff zu geben. Kunden von VSM sind nicht Baumärkte, sondern Industriebetriebe in aller Welt mit hohen Anforderungen an Schleifmittel. Eingesetzt werden VSM-Produkte in unterschiedlichen Branchen – zum Beispiel in der Gießerei-, Turbinen- und Stahlindustrie, aber auch im Behälterbau und in der Werkzeugindustrie.

Die Expansion sei wegen einer steigenden Nachfrage nach Schleifmitteln notwendig geworden, erläuterte VSM. Die neue Halle und die Produktionsanlage sind so konzipiert, dass sie schrittweise erweitert werden können. Im Jahr 2008 hatte das Unternehmen von der Stadt Hannover ein 20.000 Quadratmeter großes Areal erworben und verfügt somit über Flächen für einen Ausbau seiner Kapazitäten. Die neue Schleifkorn-Fertigungsanlage befindet sich auf diesem Grundstück. In den vergangenen Jahren hatte die Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken AG bereits mehrmals in die Erweiterung ihres Standorts investiert.

Die Mitarbeiter von VSM hätten noch „ganz viele Ideen“, sagte von Heyl. Und wenn die Standortbedingungen stimmten, „haben wir eine prima Zukunft“. Allerdings machten der Wirtschaft in Deutschland oftmals Bürokratie und immer neue Bestimmungen zu schaffen. Regionspräsident Hauke Jagau lobte die „langfristigen und weitsichtigen“ Planungen der Firma. Sie sei immer wieder so gut, dass ihre Produkte nicht kopiert werden könnten. Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch meinte, dass sich die VSM mit ihrer langen Tradition „wohltuend“ von manch anderen abhebe.

Im Jahr 2011 erzielte der VSM-Konzern nach eigenen Angaben einen Umsatzrekord von 125,2 Millionen Euro. Auch im ersten Halbjahr 2012 sei die Umsatzentwicklung „zufriedenstellend“ verlaufen, berichtete das Unternehmen. Demnach stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 2,8 Prozent auf 65,6 Millionen Euro. Während sie in Deutschland um 4,5 Prozent zulegten, verringerten sie sich jedoch in der gesamten Europäischen Union deutlich. Der Überschuss sank um 4,1 Prozent auf 5,2 Millionen Euro – vor allem wegen eines kräftigen Anstiegs des Materialaufwandes und höherer Personalkosten. Die weiteren Aussichten für die Konjunktur seien allerdings „nicht so rosig“, sagte von Heyl. Mehrheitsgesellschafter von VSM ist die Firma Starcke in Melle.

Dirk Stelzl

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