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14:45 14.02.2019
Mitarbeiter der Sicherheitskontrolle am Flughafen Frankfurt: Die Arbeitsbedingungen gelten als schlecht. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

An deutschen Flughäfen könnten bald wieder Mitarbeiter der Sicherheitsdienste streiken und Flüge ausfallen. Nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen zeichnet sich ein extrem knappes Ergebnis bei einer Mitgliederbefragung über die jüngste Tarifeinigung mit den Arbeitgebern ab. „Die Stimmung an der Basis ist schlecht“, sagt ein Beteiligter. „Das Ergebnis steht auf der Kippe.“

Mitte Januar hatten an deutschen Flughäfen zahlreiche Mitarbeiter der privaten Firmen, die die Passagiere kontrollieren, für höhere Löhne gestreikt. Hunderte Flüge fielen aus. Auch am Flughafen Hannover wurden Dutzende Starts gestrichen. Ende Januar einigten sich dann Verdi und der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Laut dem Verhandlungsergebnis sollen die Löhne der meisten Mitarbeiter von 17 auf 19 Euro pro Stunde steigen.

Die Einigung ist allerdings noch nicht in Kraft. Verdi befragt noch bis zum Donnerstag seine Mitglieder. Am Montag gibt die Gewerkschaft voraussichtlich das Ergebnis bekannt. Stimmt eine Mehrheit gegen den Tarifvertrag, kann die Tarifkommission ein Schlichtungsverfahren einleiten oder weitere Streiks beim Bundesvorstand der Gewerkschaft beantragen. Auch der Arbeitgeberverband BDLS rechnet mit einem knappen Ergebnis. Es gebe „Signale in die eine und in die andere Richtung“, sagte eine Sprecherin.

Harte Arbeitsbedingungen

An den deutschen Flughäfen arbeiten rund 23.000 Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste. Sie kontrollieren im Auftrag der Bundespolizei die Passagiere. Die Gehälter sind zwar vergleichsweise ordentlich, die Arbeitsbedingungen gelten dennoch als schlecht. Beschäftigte klagen regelmäßig über hohen Druck, ungünstige Arbeitszeiten, unberechenbare Dienstpläne und einen rauen Umgangston.

In einer Verdi-Umfrage aus dem Jahr 2018 sagte nur ein Fünftel der befragten Flugsicherheitsmitarbeiter, dass sie ihre Tätigkeit voraussichtlich bis zum Rentenalter ausüben könne – im Sicherheitsgewerbe insgesamt antwortete immerhin ein Drittel der Befragten mit ja.

Von Christian Wölbert

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