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Niedersachsen Siemens baut Windkraft-Fabrik in Cuxhaven
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Siemens baut Windkraft-Fabrik in Cuxhaven
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14:30 05.08.2015
Bis zu 1000 neue Jobs sollen bei der geplanten Windkraft-Fabrik Siemens entstehen. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Hannover/München

Gute Nachricht für den Norden: Der Elektrokonzern Siemens baut in Cuxhaven eine Windkraft-Fabrik mit bis zu 1000 neuen Arbeitsplätzen. Es ist die erste deutsche Produktionsstätte des Unternehmens für sogenannte Offshore-Windkraftanlagen, die vor den Küsten installiert werden. "Die Entscheidung, eine neue Fertigung in Cuxhaven zu bauen, ist ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland", erklärte Siemens-Chef Joe Kaeser am Mittwoch in München. Für die Fabrik sind Investitionen von rund 200 Millionen Euro vorgesehen. Geplant ist eine Fertigung für Maschinenhäuser für Windturbinen der nächsten Generation.

Ab 2017 soll produziert werden

Erste Bauarbeiten für den Standort sollen im Herbst beginnen, Mitte 2017 soll dann die Produktion starten. Die geplante Fertigung soll in Cuxhaven direkt an der Hafenkante entstehen. "Das ist ein großartiger Tag für das Land, die Region und vor allem auch für die Stadt Cuxhaven", sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Siemens sei die größte Neuansiedlung in Niedersachsen seit Jahren. Die Gespräche liefen unter stärkster Geheimhaltung bereits seit der Regierungsübernahme durch Rot-Grün vor zweieinhalb Jahren. Cuxhaven habe sich gegen starke europäische Konkurrenz durchgesetzt, so Lies.

Nach Angaben eines Sprechers des Bremer Wirtschaftssenators gehörte zu den drei bis vier in der Auswahl befindlichen Standorten auch Bremerhaven. Durch die Entscheidung für Cuxhaven werde der Windkraft-Cluster der Region gestärkt, was auch Bremerhaven zu Gute kommen könnte, erklärte der Sprecher in Bremen. Der "entscheidende Pluspunkt" Cuxhavens für die Siemens-Entscheidung sei der bereits bestehende Schwerlasthafen gewesen. Bei der Siemens-Standortsuche waren Cuxhavens Mitbewerber nach Informationen aus dem Umfeld der Unterhändler Hafen-Standorte in Großbritannien.

Erfolg für Cuxhaven

In Cuxhaven reagierte man euphorisch auf die "ersehnte Zusage des Weltkonzerns Siemens". Oberbürgermeister Ulrich Getsch sprach von einem "grandiosen Erfolg" und "großer Freude". "Wir haben unser Ziel erreicht, den Offshore-Weltmarktführer Siemens davon zu überzeugen, dass Cuxhaven ein perfekt geeigneter Standort und die absolut richtige Entscheidung für den Aufbau einer neuen Produktionsstätte im Bereich der Offshore-Industrie ist."

Cuxhaven bemühte sich sieben Jahre um die Siemens-Ansiedlung. Die zukünftige Produktionshalle soll auf einer rund 17 Hektar großen Bebauungsfläche entstehen, wo voraussichtlich vom Frühjahr 2017 an die neue getriebelose und auf Direktantrieb basierende 7-Megawatt- Windturbine hergestellt werden soll. Siemens will die "Offshore Basis Cuxhaven" künftig sowohl als Basishafen für den Bereich der östlichen Nordsee als auch für den Export nutzen. Nach Angaben von Lies lagen die Investitionen des Landes in die Infrastruktur der Kai-Anlagen und anderer Bauten "gut im zweistelligen Millionenbereich". Im Laufe der Jahre seien in Cuxhaven rund 160 Millionen Euro investiert worden.

Positive Reaktionen gab es von Arbeitgebern und Gewerkschaften. Bei der IG Metall sprach der Bezirksleiter Küste, Meinhard Geiken, von einem wichtigen Signal für die Branche: "Die Offshore-Industrie wird damit gestärkt - ein wichtiges Signal für die Umsetzung der Energiewende und ein klares Zeichen dafür, dass wir es hier mit einer Zukunftsbranche zu tun haben", erklärte er. Auch Volker Schmidt, der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands NiedersachsenMetall, begrüßte die Ansiedlung. "Die Pläne für Cuxhaven stärken mit den Niederlassungen unter anderem in Braunschweig und Hannover den Konzernverbund von Siemens im Lande insgesamt", sagte er.

Der Dax-Konzern hatte erst im Juli den Zuschlag für die Lieferung von 67 Windkraftanlagen mit je 6 Megawatt Leistung erhalten. Sie sind für das Offshore-Projekt "Veja Mate" nordwestlich der Insel Borkum und 115 Kilometer vor der ostfriesischen Küste bestimmt.

dpa

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