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Siemens beendet Produktion in Hannover

Jede siebte Stelle bedroht Siemens beendet Produktion in Hannover

Der Standort Hannover verliert für Siemens immer mehr an Bedeutung. Nachdem die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen Jahren bereits deutlich gesunken ist, schließt der Konzern jetzt seine letzte Industrieproduktion vor Ort. Jeder siebte der 750 Jobs ist in Gefahr.

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Verwaltungsgebäude und Firmensitz von Siemens in Laatzen: Der Konzern will seine letzte Produktion nach Fürth verlagern.

Quelle: Thomas

Hannover. Der Standort Hannover verliert für Siemens immer mehr an Bedeutung. Nachdem die Zahl der Mitarbeiter in den vergangenen Jahren bereits deutlich gesunken ist, schließt der Konzern jetzt seine letzte Industrieproduktion vor Ort. Wie das Unternehmen am Donnerstag bestätigte, soll die Elektronikfertigung von Autobahn-Notrufsäulen und Türsteuerungen für Aufzüge, Werkzeugmaschinen und im Schienenverkehr nach Fürth verlagert werden. Damit stehen in Hannover 100 Mitarbeiter vor einer unsicheren Zukunft – noch weist Siemens für den Standort insgesamt 750 Stellen aus, hinzu kommen 90 Auszubildende.

„Der Betriebsrat und die gesamte Belegschaft sind stocksauer“, sagte Betriebsratschef Frank Wiese. Die Arbeitnehmervertreter hatten zwar bereits vor einem Jahr mit dem Konzern einen Interessenausgleich samt Sozialplan für die betroffene Sparte vereinbart, weil schon damals eine Verlagerung der Produktion im Raum stand – gleichwohl hatten sie auf eine andere Lösung gehofft. Der Betriebsrat habe ein Alternativkonzept entwickelt, dessen Umsetzung an bestimmte Ziele geknüpft gewesen sei, sagte Wiese.

Nach Einschätzung der Betriebsräte hat die Fertigungseinheit in der Zwischenzeit bewiesen, dass sie überlebensfähig ist. Man sehe sogar ein erhebliches Potential für eine Ausweitung Geschäfte, sagte Wiese. Diese Sichtweise teilt die Geschäftsführung jedoch nicht. In der Elektronikfertigung in Hannover sei keine profitable Auslastung möglich, sagte ein Unternehmenssprecher. Auch eine Verlagerung von Volumina aus anderen Werken in die Landeshauptstadt sei keine Alternative.

„Wir vermuten, dass die Geschäftsleitung in Fürth nie ernsthaft die Absicht hatte, die Elektronikfertigung in Hannover aufrecht zu erhalten,“ sagte Wiese.Bereits im vergangenen Jahr hätten die Planzahlen des Konzerns auf zu negativen Annahmen beruht. „Unsere Kritik, dass hier absichtlich ein Bereich schlecht gerechnet wird, hat sich bestätigt“, sagte Wiese. So sei eine bereits Anfang 2011 zugesagte breitere und internationale Vermarktung der Türsteuerungsprodukte erst in diesem Jahr gestartet worden. Folglich habe sich eine weitere Volumensteigerung deutlich nach hinten verschiebten müssen.

Der Konzern werde sich jetzt um eine sozialverträgliche Lösung bemühen, sagte der Unternehmenssprecher. Den Mitarbeitern wolle man einen Umzug nach Fürth anbieten; zudem werde geprüft, ob sich in der Region eine andere Verwendung für sie finden lassen. Nach Einschätzung des Betriebsrates dürfte beides schwierig werden: Ein Wechsel nach Franken komme für die meisten schon aus familiären Gründen nicht in Frage. Den letzten verbliebenen Produktionsstand von Siemens in Niedersachsen betreibt die Bahnsparte in Braunschweig.

Um gegen die Verlagerung der letzten Produktion aus Hannover zu protestieren, ruft die IG Metall am nächsten Montag zu einer Kundgebung vor dem Werkstor der Niederlassung in Laatzen auf. Neben IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine und dem Betriebsratsvorsitzenden von Volkswagen Nutzfahrzeuge, Thomas Zwiebler hat auch Hannovers frisch gewählter Oberbürgermeister Stefan Schostok sein Kommen zugesagt.

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Konzern verlagert Elektronikfertigung
Streik in Laatzen: Etwa 160 Siemens-Mitarbeiter haben gegen die Ankündigung des Konzerns, die Elektronikfertigung von Hannover nach Fürth zu verlagern, demonstriert.

In Laatzen haben am Montagvormittag etwa 160 Siemens-Mitarbeiter gegen die Ankündigung des Konzerns, die Elektronikfertigung von Hannover nach Fürth zu verlagern, demonstriert. Auch Oberbürgermeister Stefan Schostok nahm an der Demonstration teil und sicherte den Mitarbeitern seine Unterstützung zu.

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