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Siemens übernimmt Hacon

Software-Spezialist Siemens übernimmt Hacon

Der hannoversche Software-Spezialist Hacon ist mit Mobilitäts-Apps wie dem „DB Navigator“ erfolreich. Nun soll er Siemens helfen, neue Geschäftsfelder zu erschließen.

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Bekommt einen neuen Eigentümer: Die Firma Hacon in Hannover. 

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Siemens will die hannoversche Software-Schmiede Hacon übernehmen. Hacon soll eine hundertprozentige Tochter des Münchner Konzerns werden - aber rechtlich eigenständig bleiben und weiterhin den Sitz in Hannover haben, wie Siemens am Freitag mitteilte. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, soll die Übernahme in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein. Über den Kaufpreis haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Hacon beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter und hat neben der Zentrale in Hannover auch Büros in Berlin, Frankreich und England. Die Firma ist selbst in ihrer hannoverschen Heimat nicht besonders bekannt - doch täglich nutzen Millionen Menschen ihre Software. Hacon entwickelt gemeinsam mit der Deutschen Bahn die Smartphone-Anwendung „DB Navigator“, mit der Reisende ihre Strecken planen.

Die Hacon-Software „Hafas“ ist das Herzstück der App sowie der Internetseite www.bahn.de. Sie ermittelt den schnellsten Weg von Ort zu Ort. Neben der Deutschen Bahn nutzen zahlreiche weitere Unternehmen „Hafas“. Zum Beispiel bereitet „Hafas“ auch Fahr- plandaten für Google-Maps auf. Laut Hacon berechnet das Programm weltweit täglich mehr als 100 Millionen Routen. Außerdem entwickelt Hacon etliche weitere Apps selbst, zum Beispiel „MyHannover“ mit Verbindungsauskunft und Veranstaltungsdaten. Darüber hinaus bietet Hacon eine Software, mit der Verkehrsunternehmen ihre Fahrpläne erstellen.

Hacon soll künftig zur Mobilitätssparte von Siemens gehören. Sie verkauft vor allem Züge und Straßenbahnen, beschäftigt sich mit Bahnautomatisierung - und will in weiteren Segmenten expandieren. „Mit der Akquisition erschließt sich ein völlig neuer Geschäftsbereich hinsichtlich Fahrplanerstellung und Trip-Planung der Reisenden“, sagte der Chef der Siemens-Mobilitätssparte, Jochen Eickholt. Dabei geht es nicht nur um den Bahnverkehr. Die Handy-Apps von Hacon lotsen auch Reisende, die zu Fuß, mit Mietwagen oder Leihrädern unterwegs sind.

Hacon selbst ließ am Freitag Anfragen zu der Übernahme unbeantwortet. Siemens verbreitete nur ein kurzes Statement des Hacon-Geschäftsführers Michael Frankenberg: „Zusammen mit einem starken Partner wie der Siemens AG werden wir gerade international das Geschäft mit Mobilitätssoft- ware noch besser vorantreiben können“, wurde Frankenberg zitiert. Aus Unternehmenskreisen verlautete, dass die Hacon-Geschäftsführer Frankenberg, Peter Talke und Werner Sommerfeld auch nach der Firmenübernahme in ihren Positionen bleiben sollen.

Laut dem jüngsten im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss erwirtschaftete Hacon 2015 einen Gewinn von 12,9 Millionen Euro. Umsatzzahlen veröffentlicht die Firma nicht. Hacon ist zusammen mit Bahlsen, Kind Hörgeräte, Sennheiser, VSM - Vereinigte Schmirgel- und Maschinen-Fabriken AG sowie einigen weiteren Firmen Mitglied im Verein „Zukunft Inc.“, einem Netzwerk von hannoverschen Unternehmen, die in ihrem jeweiligen Markt führend sind.

Von Christian Wölbert

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