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So trickst die Telekom mit dem Datenvolumen

Teure Tarife So trickst die Telekom mit dem Datenvolumen

Telekom lockt Mobilfunkkunden mit „sorglosem“ Musik- und Video-Streaming – das gilt aber nur für teure Tarife. Verbraucherschützer kritisieren solche Angebote scharf. Auch Telekom-Konkurrent O2 lockt schon seit dem vergangenem Herbst mit einem ähnlichen Angebot. 

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„Jederzeit seine Lieblingssongs hören“: Das Versprechen der Telekom klingt verlockend – hat aber Haken.

Quelle: dpa

Hannover. Mit einer neuen Strategie will die Telekom Mobilfunkkunden von der Konkurrenz abwerben und ihre bisherigen Kunden in teurere Tarife locken. Ab dem 19. April belasteten bestimmte Audio- und Video-Angebote das monatliche Datenvolumen nicht mehr, kündigte das Unternehmen am Dienstag an. „Der Kunde kann jederzeit seine Lieblingssongs hören oder aber Serien schauen und Sportereignisse live verfolgen“, sagte Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme.

Pakete sind schnell verbraucht

Bislang rufen die meisten Smartphone-Nutzer unterwegs kaum Videos und Musik aus dem Internet ab, denn dabei geht das Datenvolumen viel schneller zur Neige als beim Surfen oder Mailen. Ist das monatliche Datenpaket aufgebraucht, drosselt der Anbieter die Geschwindigkeit stark - meistens ist die Verbindung danach so langsam, dass das Surfen keinen Spaß mehr macht. An Musik- oder Video-Streaming ist nicht zu denken. Wer wieder mit voller Geschwindigkeit ins Internet will, muss draufzahlen.

Das neue Angebot namens „StreamOn“ soll den Kunden die Angst vor der Daten-Drossel nehmen. Allerdings gilt es nach aktuellem Stand nur für rund 20 Musik- und Video-Angebote, darunter viele kostenpflichtige und einige kostenlose. Man kann unter anderem Musik von Apple, Amazon und Napster sowie Videos von Sky, Netflix, Youtube und dem ZDF unbegrenzt laden. Nicht dabei sind zum Beispiel die ARD sowie Spotify, der Marktführer im Musik-Streaming.

Die Telekom verlangt für das neue Angebot keinen Aufpreis. Allerdings kommen nur Kunden mit relativ teuren Tarifen in dessen Genuss. Voraussetzung für unbegrenztes Musik-Streaming ist ein Tarif, der rund 36 Euro im Monat kostet. Kunden, die unbegrenzt Musik und Videos von den Telekom-Partnern abrufen wollen, zahlen sogar mindestens 45 Euro im Monat.

Telekom-Konkurrent O2 lockt schon seit dem vergangenem Herbst mit einem ähnlichen Angebot. Wenn das monatliche Volumen aufgebraucht ist, drosselt der Anbieter die Geschwindigkeit nur moderat, und zwar auf ein Megabit pro Sekunde statt auf die sonst üblichen 64 Kilobit pro Sekunde. „Wir sehen dem Angebot der Telekom gelassen entgegen“, sagte ein O2-Sprecher der HAZ. Der dritte große Mobilfunkprovider, Vodafone, bietet aktuell noch kein vergleichbares Angebot.

Der Verein Digitale Gesellschaft kritisiert die neue Telekom-Strategie: „Für Verbraucher wird der Tarifdschungel nun noch undurchsichtiger“, urteilte Geschäftsführer Alexander Sander. Außerdem wirft Sander der Telekom vor, das Prinzip der Netzneutralität zu verletzen. Nutzer würden dazu verleitet, bestimmte Angebote zu bevorzugen, zum Beispiel die ZDF-Nachrichtensendungen gegenüber Konkurrenten. Die Telekom weist den Vorwurf der Diskriminierung zurück: Das Angebot stehe „jedem Anbieter von legalen Audio- und Video-Inhalten“ offen.

Von Christian Wölbert

Datenvolumen sparen

Um länger mit dem monatlichen Datenkontingent auszukommen, muss man nicht gleich den Tarif wechseln: Die richtigen Einstellungen am Smartphone helfen, Daten zu sparen. Generell gilt: Wenn man Mails, Termine und vor allem Fotos nur selten synchronisiert, kommt man länger mit dem Datenvolumen aus. Android-Nutzer können außerdem im Menü unter „Einstellungen/Datenverbrauch“ allen im Hintergrund aktiven Apps verbieten, via Mobilfunk ins Internet zu gehen. Die Apps können dann nur noch über WLAN Daten empfangen und senden. iPhone-Nutzer können in den Einstellungen unter dem Punkt „Hintergrundaktualisierung“ einzelnen Apps den Internet-Zugriff entziehen.

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