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Niedersachsen Sorgen bei Unternehmern in der Region
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21:50 25.01.2017
Von Lars Ruzic
Wie geht es weiter mit der Konjunktur? Die deutsche Wirtschaft ist mit weniger Zuversicht in das neue Jahr gestartet.  Quelle: Patrick Pleul
Hannover

Mit tiefen Sorgenfalten starten die Unternehmenslenker in Deutschland und der Region Hannover ins neue Jahr. Vor allem wachsende Befürchtungen über die protektionistischen Tendenzen in den USA und Großbritannien haben den aktuellen Ifo-Index spürbar sinken lassen - von 111,0 auf 109,8 Punkte. Noch-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) rechnet für 2017 nur noch mit einem Wachstum von 1,4 Prozent - 0,5 Punkte weniger als im Vorjahr. Bei der Vorlage des Jahreswirtschaftsberichts forderte er deshalb am Mittwoch in Berlin einen „großen, massiven und mutigen Investitionspakt“.

In der Region sind die Aussichten kaum besser. Im neuesten HAZ-Hannover-Trend, der gemeinsam mit Arbeitsagentur, Creditreform und IHK entsteht, sucht man Wachstumsimpulse vergeblich. Um die Bonität der Unternehmen ist es so schlecht bestellt wie seit dem Beginn der Erhebungen vor zehn Jahren nicht. Im vergangenen Jahr lag die Zahl der Insolvenzen mit 762 so hoch wie zuletzt in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Die Region sei ohne positive Signale ins Jahr gestartet, sagte der Chef von Creditreform Hannover, Holger Bissel. „Von Optimismus ist wenig zu spüren, und die Erwartungen an das gesamte Jahr 2017 fallen eher durchwachsen aus“, ergänzte Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover.

Bissel sieht die Region rund um die Landeshauptstadt derzeit mit besonderen Problemen beladen. Hannovers Wirtschaftskraft steht und fällt mit der Automobilindustrie und der Finanzwirtschaft. Beide hätten jedoch mit strukturellen Herausforderungen zu kämpfen.

Die unter Banken und Versicherungen herbeigesehnte Zinswende sei längst nicht ausgemacht. Und ob die Autoindustrie den bevorstehenden Strukturwandel zu digital vernetzten und elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bewältigen könne, stehe in den Sternen. IHK-Manager Schrage prognostiziert auch deshalb für Niedersachsen lediglich ein Plus von einem Prozent.

Zahl der offenen Stellen stagniert - auf hohem Niveau

So langsam scheint sich auch der Boom am Arbeitsmarkt dem Ende zu nähern. Zwar sagt die Bundesregierung im Jahreswirtschaftsbericht einen neuen Jobrekord voraus. Die Zahl der Erwerbstätigen werde sich nochmals um 320 000 auf mehr als 43,8 Millionen Menschen erhöhen. Die Arbeitslosenquote dürfte sich bei 6 Prozent stabilisieren. Und doch flacht das Wachstum ab. In der Region stagnierte die Zahl der offenen Stellen im zurückliegenden Quartal. Die Chefin der Arbeitsagentur Hannover, Heike Döpke, betonte jedoch, dass man sich „weiterhin auf sehr hohem Niveau“ bewege. Vor allem in der Pflege und im Handwerk sei der Fachkräftebedarf nach wie vor nur schwer zu decken.

Womöglich können auch die vielen Gründer für neue Jobs sorgen, die sich im vergangenen Jahr in Hannover an den Start gemacht haben. Mit 1908 Eintragungen ins Handelsregister sind so viele Firmen entstanden wie noch nie seit dem Start des HAZ-Hannover-Trends vor zehn Jahren. Creditreform-Chef Bissel wies allerdings darauf hin, dass es 2016 ungewöhnlich viele Arbeitstage gegeben habe, was das Ergebnis verzerren könnte. Das gilt übrigens auch für das Wachstum insgesamt. Seine niedrigere Prognose für 2017 sei zum großen Teil auf die wieder geringere Zahl von Arbeitstagen zurückführen, so Gabriel. Bereinigt um diesen Effekt rechne er mit einem Plus von 1,6 Prozent.

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