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Niedersachsen Kräftiger Gewinnanstieg trotz Zinstief 
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Kräftiger Gewinnanstieg trotz Zinstief 
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00:44 17.03.2018
Bei der Sparkasse Hannover läuft das Geschäft wieder rund. Quelle: Eberstein
Hannover

 Die Sparkasse Hannover hat die Wende geschafft: Vergangenes Jahr konnte sie ihr Ergebnis um etwa ein Drittel steigern. Vorstandschef Heinrich Jagau berichtete am Mittwoch über ein starkes Kreditgeschäft, geringere Kosten und höhere Einnahmen. Nachdem die Sparkasse 2016 das „schlechteste Jahr ihrer Geschichte“ erlebt hatte, sei sie jetzt wieder auf gutem Weg. 

Ablesbar ist dies am Betriebsergebnis, das 2017 von 91 auf 121 Millionen Euro zunahm. Damit könne die Sparkasse wieder an die „ordentlichen“ Ergebnisse früherer Jahre anknüpfen, erklärte Jagau. Das Plus sei zu etwa zwei Dritteln auf Ertragssteigerungen zurückzuführen, ein Drittel kam aus Kostensenkungen. 

Vor allem das Kreditgeschäft mit den Firmenkunden läuft laut Vorstandsmitglied Marina Barth bestens, es legte um mehr als 15 Prozent zu. Auch die Immobilienfinanzierung blieb ein starkes Standbein. Vorstandsmitglied Jens Bratherig sieht aber Anzeichen für eine Beruhigung. „Wir sehen, dass bei hochpreisigen Angeboten die Nachfrage nachlässt.“ 

Das kräftige Kreditwachstum half der Sparkasse auch, die Folgen des Zinstiefs zu kompensieren: Nach mehrjährigem Sinkflug konnte sich der Zinsüberschuss erstmals leicht auf 229 Millionen Euro verbessern. „Eine Aussage, wann das Zinselend zu Ende geht, können wir auch nicht treffen“, sagte Jagau, aber das Institut hat einige Schritte unternommen, um die Folgen für sich auszugleichen. Unter anderem hob sie Mitte 2016 die Preise an, was dem Provisionsergebnis zugute kam. Der starke Anstieg auf erstmals über 100 Millionen Euro sei jedoch zum größeren Teil auf wachsende Geschäfte mit Wertpapieren, Immobilien und Vesicherungen zurückzuführen. 

Als Hauptaufgabe sieht der Vorstand die Anpassung an die rasante technologische Entwicklung im Bankgeschäft. Nötig sei dafür auch ein „mentaler“ Wandel im Haus, erklärte Jagau. Um ihn zu fördern, erhalten alle Sparkassen-Mitarbeiter ein IPad, das sie auch privat nutzen können. Derzeit sind es gut 1800 Beschäftigte, einschließlich der Töchter kommt die Gruppe auf über 2400. Die Zahlen sanken vergangenes Jahr jeweils um rund 4 Prozent 

Weitere Einschnitte ins Filialnetz sind derzeit nicht geplant, erklärte Jagau. Ende 2016 hatte sein Haus Hannover die Schließung von 30 Filialen verkündet. Trotz dieser Ausdünnung sowie der Gebührenanhebung blieb die Kundenzahl laut Bratherig stabil bei rund 740 000. Mit einer Bilanzsumme von fast 15 Milliarden Euro stellt Hannover weiterhin die sechstgrößte deutsche Sparkasse. 

Ungeachtet der günstigen Entwicklung von Geschäft und Ergebnis soll die Region Hannover nur eine Ausschüttung auf Vorjahreshöhe (2,8 Millionen Euro) erhalten, der Großteil des Gewinn soll wiederum das Eigenkapital aufpolstern. Jagau betonte jedoch das Engagement der Sparkasse für die Region. So habe sie im vergangenen Jahr zusammen mit ihren Stiftungen 3,1 Milionen Euro in regionale Projekte zum Beispiel im kulturellen und sozialen Bereich investiert.

Von Albrecht Scheuermann

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