Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Sparkasse erhebt Strafzins für Gewerbekunden
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Sparkasse erhebt Strafzins für Gewerbekunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 20.03.2017
Von Albrecht Scheuermann
Viele Privatkunden der Sparkasse müssen inzwischen höhere Gebühren entrichten. Die Zahl der Girokonten ist daraufhin gesunken.  Quelle: Jan Philipp Eberstein (Symbolbild)
Hannover

Wer zu viel Geld auf dem Konto hat, muss dafür einen Strafzins zahlen - dies gilt nun auch bei der Sparkasse Hannover. Allerdings sind nur wenige Kunden davon betroffen. Und viel mehr sollen es auch nicht werden, beteuert der Vorstand. Privatkunden bleiben weiter verschont.

Wie das Geldinstitut am Freitag mitteilte, zahlen nur gewerbliche Kunden das neue „Verwahrentgelt“ von 0,4 Prozent - und auch nur dann, wenn die Einlagen auf dem Konto eine Million Euro übersteigen. Laut Vorstandsmitglied Marina Barth soll jeweils ein Guthaben im Rahmen des „üblichen Zahlungsverkehrs“ zinsfrei bleiben.

Laut Vorstandschef Heinrich Jagau geht es der Sparkasse nicht um Mehreinnahmen. Vielmehr wolle das Institut den Zustrom von Geld bremsen. Immerhin sind der Sparkasse vergangenes Jahr fast 450 Millionen Euro an zusätzlichen Einlagen zugeflossen. „Früher hätten wir über das Einlagengeschäft gejubelt“, sagte Jagau. Doch wegen der Negativzinsen der Europäischen Zentralbank sei dies heute anders.

Die Sparkasse hat 2016 die Zinssituation deutlich zu spüren bekommen. Der Zinsüberschuss ging um 31 Millionen Euro zurück. Um einen Teilausgleich zu erreichen, wurden die Kontogebühren kräftig angehoben. Dies ließ laut Vorstandsmitglied Jens Bratherig die Provisionseinnahmen um 6 Millionen Euro kletterten. Da die Preisänderung erst zur Jahresmitte 2016 wirksam wurde, wird für das laufende Jahr mit einem doppelt so hohen Mehrertrag gerechnet. Die Zahl der privaten Girokonten sei „erwartungsgemäß“ um etwas mehr als 2 Prozent auf knapp 480.000 gesunken.

Gute Noten gab es für das Geschäft mit Baukrediten sowie mit dem Mittelstand. Das Geldhaus profitiert vom Boom auf dem Immobilienmarkt und der guten wirtschaftlichen Lage in der Region Hannover. Angesichts der Umstände zeigte sich Sparkassen-Chef Jagau mit den Zahlen zufrieden, obwohl das Betriebsergebnis um 17,5 Prozent auf 91 Millionen Euro schrumpfte. Zugleich verbuchte das Institut ein erheblich verbessertes Ergebnis bei der Risikovorsorge. „Die Sparkasse Hannover ist besenrein auf der Risikoseite.“

Aus dem um 20 Prozent gesunkenen Bilanzgewinn von 20 Millionen Euro sollen an die Region Hannover 2,8 Millionen Euro fließen - halb so viel wie im Vorjahr. Jagau betonte, dass bei der Sparkasse die Stärkung der Reserven Vorrang habe, um die verschärften Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. Im vergangenen Jahr hat das Management neben der Preisanhebung weitere Weichenstellungen beschlossen. Dazu gehören tiefe Einschnitte im Filialnetz und ein Personalabbau. Entlassungen sind aber ausgeschlossen. Ende 2016 hatte die Sparkasse noch 1925 Mitarbeiter, fast 200 weniger als im Vorjahr.

Nach massiven Warnstreiks in den vergangenen Tagen haben sich Arbeitgeber und IG Metall auf ein deutliches Lohn- und Gehaltsplus in der Stahlbranche geeinigt. Die Löhne sollen in zwei Jahren um vier Prozent steigen. Die Gewerkschaft ist zufrieden.

17.03.2017

Ein japanisches Firmenkonsortium plant in Varel (Landkreis Friesland) den Bau eines Hybridgroßspeichers. Das Projekt mit einer Investitionssumme von 24 Millionen Euro soll in Partnerschaft mit dem Oldenburger Energieversorger EWE betrieben werden.

16.03.2017

Bei Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) haben rund 1000 Leiharbeiter gute Chancen auf eine Übernahme. Wegen der starken Auftragslage im Stöckener Werk werden die Zeitarbeitsverträge nach HAZ-Informationen zunächst verlängert – im Anschluss könnten sie darauf hoffen, direkt bei VWN angestellt zu werden.

14.03.2017