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Spekulationen um Streichung von e.on-Standorten

Energieriese unter Druck Spekulationen um Streichung von e.on-Standorten

Vor der Verkündung der Halbjahresjahreszahlen am 10. August wächst beim Energiekonzern e.on die Unruhe. Man erwarte, dass Konzernchef Johannes Teyssen die Bilanzvorlage nutzen werde, um deutliche Einschnitte zu verkünden, verlautete am Sonntag aus Unternehmenskreisen.

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Es wird erwartet, dass Konzernchef Johannes Teyssen die Bilanzvorlage nutzen werde, um deutliche Einschnitte zu verkünden.

Quelle: dpa

Hannover. „Infolge der erheblich veränderten Rahmenbedingungen prüft e.on derzeit mögliche Anpassungen der Strategie und der Aufstellung des Unternehmens“, teilte der Konzern dazu offiziell mit. Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen.

Wie die drei anderen Kernkraftwerksbetreiber RWE, Vattenfall und EnBW leidet auch e.on unter der Energiewende der Bundesregierung. Durch den beschlossenen Atomausstieg und die Einführung einer Brennelementesteuer entgehen dem Konzern Gewinne in Milliardenhöhe – bereits für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Vorstand mit einem Ergebniseinbruch von 15 bis 20 Prozent. Um die Finanzkraft zu stärken, will Teyssen in den kommenden zwei Jahren Unternehmensteile im Volumen von 15 Milliarden Euro verkaufen. Dem Vernehmen nach sucht man bei e.on vor allem im Ausland nach Investitionsmöglichkeiten.

Sparen will der Vorstand bei Gesellschaften, die im e.on-Verbund bleiben sollen. So ist der Konzern seit Längerem dabei, die Servicebereiche seiner drei Töchter für konventionelle Kraftwerke, Atommeiler und Wasserkraftanlagen in einer neuen Einheit zu bündeln, die ihren Sitz in Hannover hat. Vom Sitz der alten PreussenElektra-Zentrale im Stadtteil Mühlenberg aus wird inzwischen die Kraftwerksflotte für ganz Europa gesteuert. Die Einheit umfasst knapp 2000 Mitarbeiter, viele seien erst in den vergangenen Monaten aus anderen Standorten dazugestoßen, hieß es.

Vor diesem Hintergrund sorgte gestern ein Bericht des Magazins „Der Spiegel“ für Verwunderung, demzufolge der Vorstand drei wichtige Konzernstandorte schließen wolle: den Sitz der Zwischenholding e.on Energie in München, die Gastochter e.on Ruhrgas in Essen – und angeblich die Kraftwerkssparte in Hannover. Weiterhin benötigte Geschäftsbereiche sollen laut „Spiegel“ in die Konzernzentrale in Düsseldorf übertragen werden; ähnliches sei zudem bei ausländischen e.on-Töchtern geplant.

„Man hält bei uns ja inzwischen vieles für möglich, was früher unvorstellbar war“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied. „Aber von solchen Plänen ist uns nichts bekannt.“ Es ergebe keinen Sinn, die gerade erst in Hannover zentralisierte Einheit an einen anderen Ort zu verlegen, verlautete aus dem örtlichen Management – abgesehen davon, dass es in der Düsseldorfer Zentrale für die vielen Mitarbeiter nicht genügend Platz gebe.

Für erheblich wahrscheinlicher hält man im Konzern deutliche Veränderungen bei e.on Ruhrgas in Essen, obwohl die Sparte mit ihren 1800 Beschäftigten dort erst im vergangenen Jahr einen 200 Millionen Euro teuren Neubau bezogen hat. Doch das Gasgeschäft ist derzeit hochdefizitär, weil e.on an teure Lieferverträge mit Gazprom gebunden ist. Verhandlungen über Preisnachlässe stünden vor dem Scheitern, hieß es.

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