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Berentzen setzt auf Orangensaft statt Schnaps

Spirituosenhersteller Berentzen setzt auf Orangensaft statt Schnaps

Der Spirituosenhersteller Berentzen baut sich neues Standbein auf und setzt auf Orangensaftpressen. Das ist auch notwendig, denn das Kerngeschäft mit hochprozentigem Schnaps ist besonders in der Türkei und in Osteuropa zurückgegangen.

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Berentzen-Chef Frank Schübel baut auf das Geschäft mit Orangenpressen. Foto: dpa

Quelle: Friso Gentsch

Hannover. Der Einstieg in das Geschäft mit Orangensaftpressen scheint sich für Berentzen als strategischer Glücksgriff zu erweisen. Im Herbst 2014 hatte der Schnapshersteller im emsländischen Haselünne das österreichische Familienunternehmen TMP Technic-Marketing-Products übernommen, das die Pressen unter der Marke „Citrocasa“ in der Gastronomie und im Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Die Akquisition, auf die Berentzen-Chef Frank Schübel angesichts des Verdrängungswettbewerbs im Spirituosenmarkt große Hoffnungen setzt, hat 2015 entscheidend zum Umsatzwachstum beigetragen, wie das Unternehmen am Donnerstag berichtete.

Der Absatz legte um fast 42 Prozent auf 1855 Fruchtpressen zu, der Umsatz erreichte 17,2 Millionen Euro. Bei Übernahme standen 12 Millionen Euro in den Büchern. Noch ist „Citrocasa“ vor allem im Heimatmarkt Österreich stark. Das soll sich bald ändern. 2016 plant Berentzen die Erschließung von neuen Märkten in Europa, den USA und Asien. Längerfristig will sich Berentzen mit TMP ein zweites Standbein aufbauen, um die Abhängigkeit vom Stammgeschäft mit Spirituosen zu mindern, wie ein Unternehmenssprecher der HAZ sagte.

Dagegen läuft das Kerngeschäft alles andere als rund. Zwar steigerten die Dachmarken Berentzen und Puschkin 2015 ihre Verkaufszahlen gegen den Markttrend in Deutschland um 3,1 und 7,9 Prozent sowie die Handelsmarken um 7,7 Prozent. Sorgen aber bereitet das Auslandsgeschäft. Der Absatz brach um 11,4 Prozent ein. Berentzen macht dafür die politischen Entwicklungen in der Türkei und Osteuropa verantwortlich. Dies wirke sich negativ auf Tourismus und Konsum aus. Daran dürfte sich auch 2016 kaum etwas ändern, hieß es. Weil die Umstellung des Konzessionsgeschäfts auf die neue Marke Sinalco länger dauerte als geplant, musste Berentzen auch bei Absatz und Umsatz alkoholfreier Getränke Einbußen hinnehmen. Die Tochter Vivaris verkaufte 2015 rund 1,56 Millionen Hektoliter Erfrischungsgetränke und Wässer, verglichen mit 1,69 Millionen im Jahr zuvor. Die Erlöse sanken von 50 auf knapp 43 Millionen Euro. Inzwischen seien die Probleme beseitigt, erklärte der Firmensprecher. 2016 werde daher ein „deutliches“ Absatzplus bei Sinalco erwartet.

Insgesamt steigerte Berentzen den Umsatz 2015 von 153,4 auf 158,5 Millionen Euro. Das bereinigte Konzernergebnis (Ebit) legte von 5,1 auf 7,6 Millionen Euro zu. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 0,20 (0,13) Euro je Aktie bekommen. Jüngst hatte der bisherige Mehrheitsaktionär Aurelius 21,9 Prozent seiner Anteile verkauft. Der Münchner Finanzinvestor bleibt aber mit 29,2 Prozent vorerst größter Anteilseigner. In der Branche wird spekuliert, dass sich Aurelius bei „passender Gelegenheit“ ganz von Berentzen verabschieden wolle.

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