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Niedersachsen Wirtschaft soll sich um Flüchtlinge kümmern
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Wirtschaft soll sich um Flüchtlinge kümmern
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00:16 04.02.2016
Von Lars Ruzic
Bundestagspräsident Norbert Lammert (Mitte) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sind sich einig: Die Wirtschaft muss in der Flüchtlingskrise helfen. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Spitzenpolitiker aus Bund und Land haben die Feier zum 150. Jubiläum der Industrie- und Handelskammer Hannover zu einem Appell an die Wirtschaft genutzt, ihren Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zu leisten. "Ich bin überzeugt: Sie schaffen das", rief Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) am Montagabend den 1500 Gästen im Hannover Congress Centrum zu – in Anspielung auf eine Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Deutschland sei derzeit nicht nur ökonomisch in der besten Verfassung seiner Geschichte, es habe auch als größter Profiteur der Europäischen Union einen besonderen Beitrag zu leisten. "Dies sollten wir damit verbinden, eine gesamteuropäische Anstrengung einzufordern."

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Wirtschaftsminister Olaf Lies (li), der neue IHK-Präsident Dr. Christian Hinsch (mi) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (re)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) nannte den Umgang mit dem Flüchtlingszustrom "eine Bewährungsprobe für unsere Gesellschaft". Die beste Antwort darauf sei eine ausgeprägte Bereitschaft zu eigenem Engagement. Weil zitierte eine Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young, wonach der Wille dazu in Niedersachsen besonders groß sei. "Ich bin dankbar für dieses Engagement - wir werden es auch brauchen."

Mittel- und langfristige Perspektive

Der scheidende IHK-Präsident Hannes Rehm warnte davor, bei der Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt auf schnelle Erfolge zu hoffen. „Wir sollten uns bewusst sein, dass sich das nicht kurzfristig umsetzt, sondern eine mittel- und langfristige Perspektive ist“, sagte Rehm im neu gestalteten Kuppelsaal des HCC.

Zwar habe die IHK große Erfahrung bei der Eingliederung von ausländischen Arbeitskräften in den heimischen Arbeitsmarkt – seit 2012 sei das im Großraum Hannover in 900 Fällen gelungen. Ein Job allein könne jedoch noch kein Garant für eine erfolgreiche Integration sein, so Rehm. „Integration ist eine symmetrische Angelegenheit. Sie ist eine Herausforderung für beide Seiten.“ Deshalb müsse der Prozess auch gesteuert werden, sagte der frühere Chef des Bankenrettungsfonds Soffin, ohne ins Detail zu gehen.

Hinsch neuer IHK-Präsident

Rehm übergab die Führung der sechstgrößten deutschen Kammer an Christian Hinsch, den die 80-köpfige Vollversammlung zuvor zum 23. Präsidenten der IHK gewählt hatte. Der Chef der Talanx-Tochter HDI repräsentiere nicht nur einen der wesentlichen Wirtschaftsfaktoren der Stadt – die Versicherungswirtschaft –, er habe die Kammer auch schon als Präsidiumsmitglied begleitet. „Insofern ist die Übergabe nahtlos“, sagte Rehm, der der IHK als Ehrenpräsident verbunden bleiben wird.

Hinsch will an die Arbeit seiner Vorgänger anknüpfen. „Die Kammer wird ihren Kurs einer soliden Haushaltsführung fortführen und das Ziel beibehalten, im Preis-Leistungsverhältnis die beste Kammer in Deutschland zu sein.“ Die Pflichtbeiträge sind in Hannover besonders niedrig, weil die Kammer einen Großteil ihrer Einnahmen aus Gebühren für Beratung und Service erzielt. In die politische Diskussion will sich der 60-Jährige wie seine Vorgänger einmischen. Er kritisierte, dass der Staat die sprudelnden Steuereinnahmen nicht zur Haushaltskonsolidierung nutze. Auch die in Hannover geplante Erhöhung der Gewerbesteuer ist Hinsch ein Dorn im Auge.

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