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Stadtwerke wollen Kraftwerk Mehrum loswerden

Geplanter Ausstieg Stadtwerke wollen Kraftwerk Mehrum loswerden

Die Stadtwerke Hannover wollen beim Kohlekraftwerk Mehrum aussteigen. Nach HAZ-Informationen suchen sie bereits einen Käufer. Auch eine Stilllegung der Anlage ist nicht ausgeschlossen. Die 120 Mitarbeiter fordern, dass ihnen Ersatzjobs zugesagt werden. Das Kraftwerk schreibt rote Zahlen. Die Stadtwerke wollen sich zudem „ökologisch aufstellen“.

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Zukunft unklar: Das Kohlekraftwerk Mehrum in Hohenhameln schreibt wegen des Verfalls der Börsenstrompreise roten Zahlen.  

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Die Stadtwerke Hannover und Braunschweig wollen sich möglichst schnell vom Kohlekraftwerk Mehrum trennen. Nach HAZ-Informationen sucht der Mehrheitsgesellschafter Enercity für die Anlage bei Peine bereits einen Käufer - aber auch eine Stilllegung werde erwogen, verlautete am Donnerstag aus Unternehmenskreisen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Stadtwerke aufgefordert, Verhandlungen über die Absicherung der rund 120 Beschäftigten in Mehrum aufzunehmen.

Das Ziel der Kraftwerksgesellschafter sei es, „sich mittelfristig ökologisch und wirtschaftlich solide aufzustellen und ihre Erzeugungsanlagen entsprechend danach auszurichten“, sagte gestern eine Sprecherin der Stadtwerke Hannover. Vor diesem Hintergrund prüfe man „alle Varianten des Weiterbetriebs bis hin zur Stilllegung der Anlage“. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.

Tief in den roten Zahlen

Mehrum gehört zu etwa 83 Prozent den Stadtwerken Hannover und zu knapp 17 Prozent der Braunschweiger Versorgungs-AG. Wegen des Verfalls der Börsenstrompreise häuft das Kraftwerk Verluste an - die Rede ist von 10 bis 15 Millionen Euro im Jahr. Dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert, glaubt man nicht. Der frühere Vorstandschef Michael Feist hatte die Hoffnung, dass sich die Großhandelspreise erholen, wenn im Jahr 2022 das letzte Atomkraftwerk vom Netz geht. Seine Nachfolgerin Susanna Zapreva sehe dies anders, hieß es. Demnach rentieren sich die für einen Weiterbetrieb nötigen Investitionen nicht.

Der Abschied von Mehrum könnte schmerzhaft werden: Nach einer Abschreibung von 28,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr soll das Kraftwerk bei Enercity mit einem Wert von rund 40 Millionen Euro in den Büchern stehen. Eine Stilllegung könnte dem Vernehmen nach noch einmal einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Die Partner aus Braunschweig träfe das Ende für Mehrum nicht ganz so hart - sie haben die Anlage angeblich schon komplett abgeschrieben.

Stadtwerke ziehen Verkauf vor

Vor diesem Hintergrund würde man in Hannover einen Verkauf vorziehen. Es gebe auch schon einen Interessenten, hieß es. Bei den Beschäftigten kursiert der Name der tschechischen Firma EPH, die derzeit das Helmstedter Braunkohlerevier abwickelt. Für dieses Gerücht gab es aber weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Enercity rechne höchstens mit einem symbolischen Verkaufserlös. Möglicherweise müsse man auch Geld drauflegen, war zu hören.

Die Beschäftigten in Mehrum verlassen sich auf eine Jobzusage, wie der Betriebsratsvorsitzende Rainer Rettberg-Berkowsky erst vor Kurzem betonte: „Die Stadtwerke haben schon vor Jahren zugesagt, im Falle einer Stilllegung allen Mitarbeitern neue Arbeitsplätze unter dem Dach der Muttergesellschaften anzubieten.“

Dies dürfte den Anteilseignern aber nicht leichtfallen: Die Stadtwerke Hannover wollen ihre Mitarbeiterzahl verringern - bis 2035 sollen offenbar 350 der heute 2500 Stellen wegfallen. An dieser Zielvorgabe habe sich auch in der neuen Unternehmensstrategie nichts geändert, hieß es. Nur habe man für den „sozialverträglichen“ Abbau nun zehn Jahre mehr Zeit. Ein Haustarifvertrag sei in Arbeit.

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