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Prognose

Stahlkonzern Salzgitter rechnet mit schwierigem Jahr


Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern Salzgitter sieht trotz einer weltweiten Erholung der Märkte viele Risiken und rechnet mit einem erneut schwierigen Jahr. Hauptgrund ist die unsichere Entwicklung der Rohstoffe, die zuletzt drastisch gestiegen sind.
Im ersten Quartal 2010 profitierte der Konzern nach eigener Darstellung von der fortschreitenden konjunkturellen Erholung.

Im ersten Quartal 2010 profitierte der Konzern nach eigener Darstellung von der fortschreitenden konjunkturellen Erholung.

© dpa (Archiv)

Der Stahlkonzern Salzgitter sieht viele Risiken für das Jahr 2010: „Die immensen, kurzfristigen Kosten- und Preisschwankungen der Rohstoffe minimieren jegliche Planungssicherheit“, teilte die Salzgitter AG am Mittwoch mit. Im ersten Quartal 2010 profitierte der Konzern nach eigener Darstellung von der fortschreitenden konjunkturellen Erholung. Allerdings sei die Erlösentwicklung für Walzstahl- und Röhrenprodukte hinter den rasant steigenden Rohstoffkosten zurückgeblieben.

Unter dem Strich stand ein Verlust von 13,3 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 74,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz ging um rund 270 Millionen Euro auf 1,9 Milliarden Euro zurück.

Der Konzern halte im laufenden Geschäftsjahr ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis für erreichbar. Zugleich hieß es allerdings, die Schwankungsbreite des Ergebnisses vor Steuern könne ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch positiver Richtung annehmen. Grund seien Chancen und Risiken aus derzeit nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungsparitäten.

Im März hatte Konzernchef Wolfgang Leese gesagt, Salzgitter halte ein positives Vorsteuerergebnis im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für möglich. Im Krisenjahr 2009 hatte Salzgitter unterm Strich einen Verlust von 387 Millionen Euro verzeichnet.

Die großen Bergbaukonzerne hatten Anfang April Preiserhöhungen von 90 Prozent bei Eisenerz und 70 Prozent bei Kokskohle erreicht. Zugleich setzten sie ein Ende des jahrzehntelang praktizierten Systems langfristiger Verträge durch. Preise für Eisenerz und Kokskohle werden nun nur noch quartalsweise und nicht mehr für ein ganzes Jahr festgeschrieben. Das führt aus Sicht der Stahlunternehmen zu mehr Unsicherheiten.

Ein Unternehmenssprecher sagte, Salzgitter erwarte im dritten Quartal Kostensteigerungen von im Durchschnitt 200 Euro pro Tonne. Dies müsse über Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden.

dpa

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