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Niedersachsen Standortsicherungsvertrag für Alstom
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Standortsicherungsvertrag für Alstom
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11:48 07.07.2011
Die Jobs bei Alstom in Salzgitter sind wohl gerettet. Im Mai hatte sich der niedersächsische Ministerpräsident David McAllister noch für den Verbleib der Arbeitsplätze eingesetzt. Quelle: dpa (Archivbild)
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Salzgitter

Nach monatelangen Gesprächen über die Zukunft des Bahntechnikherstellers Alstom in Salzgitter haben sich Unternehmen und Gewerkschaft auf einen Vertrag zur Sicherung des Standortes geeinigt. Das teilten beide Seiten am Donnerstag mit. Betriebsbedingte Kündigungen seien bis Ende August 2016 ausgeschlossen, ein großer Teil des Stahlrohbaus bleibe in Salzgitter, berichtete die Gewerkschaft IG Metall.

Das Unternehmen erklärte, die Vereinbarung sehe Sozialverträglichkeitsmaßnahmen vor und habe zum Ziel, die Wirtschaftlichkeit und Flexibilität des Werkes zu verbessern. Einzelheiten teilte die Arbeitgeberseite nicht mit. Der Vertrag werde nach Beendigung des europäischen Verhandlungsprozesses unterzeichnet - das sei mit dem Europäischen Metallgewerkschaftsbund und dem Europäischen Betriebsrat Forum (EWF) so geregelt.

Nach Gewerkschaftsangaben sollen rund 160 Stellen abgebaut werden, dazu solle es ein freiwilliges Abfindungsprogramm geben. Zur Qualifizierung der Beschäftigten werde eine unbezahlte Arbeitsstunde eingeführt. Zudem werde das Urlaubsgeld für vier Jahre halbiert, wenn die betriebswirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden könnten.

IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine nannte das Ergebnis einen „tragfähigen, aber für die Beschäftigten schmerzhaften Kompromiss“. Wichtig für die Beschäftigten sei vor allem, dass die Zukunft des Standortes Salzgitter gesichert sei. Der Betriebsratsvorsitzende im Alstom-Werk, Bernd Eberle, sagte: „Die Kuh ist endlich vom Eis. Niemand fliegt raus und die Beschäftigten in Salzgitter können weiterhin gute Schienenfahrzeuge bauen.“

Der französische Alstom-Konzern wollte zuletzt noch mindestens 250 der 2500 Jobs in Salzgitter streichen. Der Standort sei nicht mehr wettbewerbsfähig, argumentierte das Unternehmen. Die Produktion müsse in den Konzernverbund eingebunden werden, um Kostenvorteile zu nutzen. In die Auseinandersetzung hatte sich auch Ministerpräsident David McAllister (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel eingeschaltet, der in Salzgitter seinen Wahlkreis hat. Beide zeigten sich erleichtert über die Einigung. Das zähe Ringen von Betriebsrat und Gewerkschaft habe sich ausgezahlt.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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