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Niedersachsen „Startup-Impuls“ zeichnet interessante Konzepte aus
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Startup-Impuls“ zeichnet interessante Konzepte aus
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00:15 06.03.2016
Von Lars Ruzic
In vier Kategorien hatten Hannover-Impuls und Sparkasse Preise ausgelobt. Quelle: Wallmüller
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Hannover

Die Gründerdynamik in Hannover war in den vergangenen Jahren alles andere als schwungvoll. 2015 sind laut HAZ-Hannover-Trend 1805 Unternehmen neu ins Handelsregister eingetragen worden - zwar etwas mehr als im Vorjahr, aber weniger als 2013. „Es finden sich wenige außergewöhnliche Impulse, die zu einem Gründerboom Anlass geben“, sagt Creditreform-Chef Holger Bissel, der den Markt schon aus Eigeninteresse genau beobachtet.

Genau dagegen gehen die Wirtschaftsfördergesellschaft Hannover-Impuls und die Sparkasse Hannover seit Jahren an. Am Mittwochabend haben sie vor 150 Gästen in der Sparkassen-Zentrale zum 13. Mal Unternehmen im Gründungswettbewerb „Startup-Impuls“ ausgezeichnet. Das Preisgeld wurde noch einmal um ein Viertel auf 100 000 Euro aufgestockt und mit „Going Global“ eine neue Kategorie geschaffen, die Geschäftsideen mit einem internationalen Fokus fördern helfen soll.

Hannovers Gründerwettbewerb "Startup-Impuls" zeichnet interessante Konzepte aus – und trifft mit der neuen Kategorie "Going Global" einen Nerv.

Damit habe man „den Nerv der Zeit getroffen“, sagte Hannover-Impuls-Chef Adolf Kopp. Fast die Hälfte der eingereichten Ideen bezogen sich auf den Internationalisierungswettbewerb. Dass die Zahl der eingereichten Konzepte mit insgesamt 115 trotzdem gut ein Fünftel unter den Werten des Vorjahres lag, hat das aber auch nicht verhindern können. Ein echtes Wachstum hat Kopp bei Geschäftsideen ausgemacht, die aus dem Umfeld der Hochschulen kommen. Die enge Kooperation der Wirtschaftsförderer mit den Wissenschaftlern trage hier offenbar erste Früchte, sagte er.

In vier Kategorien hatten Hannover-Impuls und Sparkasse Preise ausgelobt, teils 20 000 Euro schwer. Auch für Nominierte auf den unteren Stufen der Siegertreppchen gab es noch je 2500 Euro. Hinzu kommt die Gratis-Unterstützung der Wirtschaftsförderer bei der Entwicklung von Geschäftskonzepten. Die eingereichten Konzepte kamen vor allem aus dem Dienstleistungs-, Gesundheits- und IT-Bereich, berichtete Sparkassen-Vorstand Marina Barth. Hannover biete als Gründungsstandort ideale Voraussetzungen. „In diesem attraktiven Umfeld können vielversprechende Geschäftsideen wachsen.“ Das sei wiederum gut für den Standort Hannover. Wenn’s denn auch mal etwas mehr werden würde.

Ein globales Trio

Gleich drei Unternehmen teilen sich den neuen Internationalisierungspreis „Going Global“ – und dürfen demnächst ins Silicon Valley reisen. Der Ingenieur Thomas Theeg will mit seiner Firma Fiberbridge den gestiegenen Bedarf nach Lasersystem-Komponenten auf Glasfaserbasis mit einer kompakteren und kostengünstigeren Alternative bedienen. Thomas Borcholte erleichtert Ärzten mit seiner Firma IMD die Krankheitsdiagnose, indem die Patienten umfassende Fragebögen ausfüllen, die dann mit einer großen Datenbank bekannter Diagnosen abgeglichen werden. Und Simone Strey hat mit ihren Kollegen der Firma Peat ein System zur Vorbeugung von Ernteausfällen entwickelt.

Spielerische Therapie

Ist das Knie erst lädiert, zieht das oft eine monatelange Rekonvaleszenz nach sich. Matthias Funk aus Peine hat sich ein Hilfsmittel ausgedacht, mit dem der Patient spielerisch und völlig selbstständig sein Knie trainieren kann. Sein Unternehmen Genusport hat ein druckempfindliches Modul entwickelt, das man unter die Kniekehle legt. Übt der Patient Druck aus, werden die Informationen an einen Tablet-PC übertragen, den der Betreffende in der Hand hält. Über den richtigen Druck lässt der Spieler dann per Knie beispielsweise einen Doppeldecker auf dem Tablet auf- und abfliegen. Dem Knie gibt das auf Dauer die Stabilität zurück. Das Konzept belohnte die Jury mit dem Wissenschaftspreis (20 000 Euro).

Der Rucksack wird zum Zelt

Es gibt Ideen, bei denen man sich fragt, warum man nicht selbst darauf gekommen ist: Die von Oliver Königer zählt dazu. Der Weltenbummler aus Hannover klagte auf seinen Asien-Reisen über den geringen Platz im Rucksack. So entstand die Idee, eine Art All-in-one-Reise- und Schlafsystem zu entwickeln: einen Rucksack, der zum Zelt wird. Damit will er nicht nur Reisenden helfen, sondern auch Obdachlosen und Flüchtlingen ermöglichen, ihre Habseligkeiten zu transportieren. Die Mannschaft von Bed & Bag will dafür Hilfswerke und soziale Einrichtungen als Kooperationspartner ins Boot holen. Erstes Kapital dafür bekam er gestern: 10 000 Euro als Gewinner des Ideenpreises.

Feedback per Smartphone

Mit Moderation dürfte sich NDR-Mann Tim Schlüter nun wirklich auskennen. Ob er die Zuschauer aber wirklich erreicht hat, konnte der Hannoveraner bislang schwerlich in Erfahrung bringen. Schlüter hat sich deshalb eine Internetseite einfallen lassen, über die Zuschauer einer Veranstaltung Meinungen und Fragen direkt eingeben können. Ein Algorithmus im Hintergrund ermittelt dann, welche Themen die Menschen im Publikum am meisten interessieren. Darauf kann dann wiederum der Moderator eingehen. Für „VoxR“ gab es den Gründerpreis und 20 000 Euro.

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