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Dispozinsen sind immer noch zu hoch

Stiftung Warentest kritisiert Dispozinsen sind immer noch zu hoch

Für überzogene Konten erheben viele Banken weiterhin hohe Zinsen und verdienen daran gut. Das kritisiert die Stiftung Warentest. „Zu viele Banken nutzen den Dispozins, um ihre Kunden zu schröpfen“, sagt der Chef der Stiftung, Hubertus Primus. Im Schnitt würden 10,25 Prozent verlangt, das sei „eindeutig zu hoch“.

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Der Automat spuckt auch dann Geld aus, wenn das Guthaben eigentlich aufgebraucht ist - das kann teuer werden. Foto: dpa

Quelle: Salome Kegler

Denn bei der Zentralbank gebe es das Geld für die Geschäftsbanken derzeit fast umsonst. Jeder Prozentpunkt mehr beim Dispo spüle der Geldbranche 345 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen - „ein Riesengeschäft“, wie Primus sagte.

Die Verbraucherschützer ermittelten große Preisunterschiede von fast 12 Prozentpunkten zwischen den Anbietern. Teuerstes Geldhaus ist demnach die Raiffeisenbank Trostberg-Traunreut in Bayern mit einem Zinssatz von bis zu 16 Prozent. Am günstigsten ist der Dispo bei der Deutschen Skatbank, die nur 4,49 Prozent verlangt. Auch die PSD Banken liegen mit 5 bis 7 Prozent weit vorn. Elf Anbieter kassieren 13 Prozent und mehr, voriges Jahr langten noch 35 Geldhäuser so massiv zu. Die Sparkasse Hannover verlangte zum Zeitpunkt der Untersuchung 11,61 Prozent, die Volksbank Hannover 11,54 Prozent, bei der Spardabank Hannover lag der Zinssatz bei 11,21 Prozent.

Viele Kunden wissen aber offenbar gar nicht, was es kostet, das Konto zu überziehen. Die Stiftung Warentest kritisiert, dass viele Geldhäuser die hohen Dispozinsen weiterhin „wie ein Staatsgeheimnis“ hüteten. „Die Gesamtsituation ist nach wie vor unbefriedigend“, betont Primus.

Bereits zum sechsten Mal hat die Stiftung mit ihrem Verbrauchermagazin „Finanztest“ die Überziehungszinsen fast aller Banken und Sparkassen untersucht. Zum dritten Mal mussten dazu wegen der Verweigerungshaltung der Branche bundesweit zahlreiche Mitarbeiter losgeschickt werden, um die Konditionen vor Ort zu ermitteln. Denn nur 424 der 1472 befragten Institute antworteten den Verbraucherschützern. Gut zwei Drittel der Banken und Sparkassen verweigerten die Auskunft. Bei 476 dieser Institute war auch im Internet kein Preisaushang zu finden.

Die Anbieter ignorierten damit Appelle von Politik und Bankenverbänden, die Höhe des Dispozinses in ihren Filialen oder auf ihren Internetseiten zu veröffentlichen, kritisiert die Stiftung Warentest. Seit vorigem Herbst habe sich die Lage kaum gebessert, was zeige, dass sich die Banken nicht freiwillig bewegten, sagt Primus. Selbst in Filialen seien die gesetzlich vorgeschriebenen Preisaushänge teils schwer zu finden.

Die Kreditbranche weist die Kritik zurück. Der Dispo würde nur von wenigen Kunden dauerhaft genutzt, heißt es in einer Stellungnahme der Banken- und Sparkassenverbände. Laut Bundesbank sei der Zinssatz zudem im Juli mit im Schnitt 8,83 Prozent auf den tiefsten Wert seit zehn Jahren gesunken. Viele Institute veröffentlichten den Dispo bereits im Internet. Die Beratung bei Problemfällen, die gesetzlich vorgeschrieben werden soll, gibt es nach Darstellung der Branche bereits.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) erklärte, für die Überwachung der Preisaushänge in den Filialen sei die Gewerbeaufsicht der Bundesländer zuständig. Die Bafin werde bei Missständen und wiederholtem Fehlverhalten tätig, entsprechenden Medienberichten und Verbraucherbeschwerden gehe man nach. Allerdings seien Banken zur Beantwortung von Umfragen von Verbraucherschützern nicht verpflichtet.

Von Thomas Wüpper

Günstigere Alternativen

Kredit von der Bank: Für kurzfristige Engpässe kann der Dispo sinnvoll sein. Wenn das Konto aber über einen längeren Zeitraum im Minus ist, sollten Kunden über Alternativen nachdenken, rät Christian Urban von der Verbraucherzentrale.

Dafür kommt zum Beispiel ein Ratenkredit infrage. Nach Angaben der FMH-Finanzberatung verlangen Geldinstitute für ein Darlehen über 5000 Euro mit einer Laufzeit von 24 Monate im günstigsten Fall nur 2,69 Prozent Zinsen. Der teuerste Anbieter verlangt laut FMH 7,35  Prozent. Das ist immer noch weniger als der durchschnittliche Dispozins von 10,25 Prozent.

Eine andere Möglichkeit ist ein sogenannter Rahmenkredit. Die maximale Summe muss vorher mit der Bank vereinbart werden. Die Kunden können sowohl einmalig die volle Summe oder Teilsummen in Etappen abrufen. Auch hier sind die Zinssätze in der Regel günstiger als beim Dispokredit. Allerdings haben nicht alle Geldinstitute entsprechende Angebote im Programm.     

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