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Streik bringt Vorzeige-Zug Metronom ins Ruckeln

Tarifstreit Streik bringt Vorzeige-Zug Metronom ins Ruckeln

Lange Zeit galt der Metronom als gelungenes Beispiel für den Wettbewerb auf der Schiene. Service und Verlässlichkeit lockten viele Menschen in die blau-gelben Bahnen. Ständige Streiks und ein Lokführermangel bringen den Erfolgszug ins Ruckeln.

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Lange Zeit galt der Metronom als gelungenes Beispiel für den Wettbewerb auf der Schiene.

Quelle: Nico Herzog (Archivbild)

Uelzen. Sauber, pünktlich und modern: In den knapp acht Jahren seines Bestehens hat sich der Metronom in Niedersachsen, Bremen und Hamburg zum Musterbeispiel gelungenen Wettbewerbs im regionalen Bahnverkehr gemausert. Stetig steigende Fahrgastzahlen bestätigen den Erfolg des Bahnunternehmens, das auch mit einem Alkoholverbot oder ulkigen Haltestellen-Ansagen von sich Reden gemacht hat. Selbst für die Deutsche Bahn ist der Metronom zu einer Messlatte in Sachen Service geworden. Doch nun sind dunkle Wolken aufgezogen.

Ein Wechsel des Mehrheitseigners verunsicherte zunächst Belegschaft und Politik. Und seit inzwischen fast fünf Monaten führt ein schleppender Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) regelmäßig zu Streiks. Zu allem Überfluss mussten in der vergangenen Woche wegen eines Mangels an Lokführern Züge kurzfristig aus dem Fahrplan genommen werden. Für Pendler gerät eine Fahrt in den sonst beliebten blau-gelben Zügen zur Geduldsprobe. Und am Sitz des Metronoms in Uelzen ist inzwischen Krisenmanagement oft gefragt, wenn Notfahrpläne und Ersatzbusse geplant werden müssen.

Streik auch wieder am Wochenende. „Wir hatten 73 Prozent Zugausfall bis zum Mittag“, musste Metronomsprecherin Hannah Kohn am Samstag verkünden. 50 Lokführer hätten sich an dem zunächst nicht befristeten Streik beteiligt, sagte der Vorsitzende der GDL-Nord, Lutz Schreiber. Die GDL möchte einheitliche Rahmenbedingungen für alle Lokführer in Deutschland erreichen. Mit der Deutschen Bahn und einigen Wettbewerbern wurde eine Einigung bereits erzielt. Metronom und drei weitere Regionalbahnen boten eine Schlichtung ohne Vorbedingungen an, die GDL spricht indes von einer unverbindlichen und an Vorbedingungen geknüpften Moderation - eine Lösung ist nicht in Sicht.

Das Geld steht anders als sonst bei Tarifstreits nicht im Mittelpunkt, Metronom zahlt ordentlich und hat seinen Beschäftigten auch einen Aufschlag in Aussicht gestellt. Vielmehr geht es der Gewerkschaft um ihren Bundesrahmen-Tarifvertrag, dem Metronom seinen Haustarifvertrag nicht bedingungslos opfern will. Falls die GDL sich durchsetze, könne der Metronom nicht mehr mit der Deutschen Bahn konkurrieren, meinte das Unternehmen. Der letzte Metronom-Zug fahre dann 2018 mit Auslaufen der letzten Konzession. Ob berechtigte Sorge oder Bangemache - inzwischen sorgt sich auch die Landespolitik um die Pendler auf den Strecken von Hamburg nach Cuxhaven, Bremen und Göttingen und fürchtet langfristigen Schaden für das Image der Schiene.

Statt mit der Geschäftsführung des Metronom, die sie in dem Konflikt nicht mehr für entscheidungsberechtigt hält, pocht die GDL neuerdings auf Verhandlungen mit den wichtigsten Mehrheitseignern. Dies sind die Beteiligungsgesellschaft der Hamburger Hochbahn (Benex) und das Unternehmen Netinera, wohinter sich mehrheitlich die italienischen Staatsbahnen verbergen. GDL-Nord-Chef Schreiber redet bereits von „Abstimmungsgesprächen“ - ohne Durchbruch aber müssen Reisende sich weiter auf stundenlange Touren mit mehrmaligem Umsteigen zwischen Bussen, Zügen oder S-Bahnen einstellen.

dpa

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Notfahrplan

Wegen des erneuten Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer bei der Regionalbahn Metronom sind am Sonnabend 70 Prozent der Verbindungen ausgefallen. Für die betroffenen Strecken in Niedersachsen, Bremen und Hamburg wurde ein Notfahrplan eingerichtet.

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