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Streit über Zukunft des Nord/LB-Chefs

Gunter Dunkel Streit über Zukunft des Nord/LB-Chefs

Der Termin steht schon. Am 24. Juni soll der Aufsichtsrat der Norddeutschen Landesbank über die Vertragsverlängerung von Vorstandschef Gunter Dunkel entscheiden. Eine zweite Amtszeit soll es geben, soviel steht fest – doch wie lang sie

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„Der hält uns für piefig“: Die Sparkassen fremdeln mit Gunter Dunkel.

Quelle: dpa

Hannover. Der Termin steht schon. Am 24. Juni soll der Aufsichtsrat der Norddeutschen Landesbank über die Vertragsverlängerung von Vorstandschef Gunter Dunkel entscheiden. Eine zweite Amtszeit soll es geben, soviel steht fest – doch wie lang sie sein wird, darüber gibt es dem Vernehmen nach Streit zwischen den Nord/LB-Eigentümern.

Die jetzige Amtszeit von Dunkel als Vorstandsmitglied läuft zum Jahreswechsel nach Ablauf von fünf Jahren aus. Den Vorstandsvorsitz hatte er aber erst Anfang 2009 als Nachfolger von Hannes Rehm übernommen. Während der Aufsichtsratsvorsitzende und niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring den bald 58-jährigen Dunkel für weitere fünf Jahre an der Spitze der Landesbank sehen will, möchte der Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen, Thomas Mang, die Laufzeit kürzer halten. Die Rede ist von zwei Jahren.

Schon bei der Berufung 2009 war die Konstellation ähnlich: Die Landesregierung wollte Dunkel, die Sparkassen machten erst nach einigem Zögern mit. In den vergangenen Monaten fanden Skeptiker neue Argumente für einen Wechsel an der Spitze der führenden norddeutschen Bank. Vor allem in Sparkassenkreisen gab es des öfteren Kritik an Dunkel.

Der Unmut entzündete sich an einigen kostspieligen Fehlentwicklungen und Fehlentscheidungen. So wird dem jetzigen Nord/LB-Chef eine Mitverantwortung an der Betrugsaffäre bei der Tochter Skandifinanz in Zürich angelastet, die einen Schaden von rund 130 Millionen Euro verursachte. Auch das zum Schluss verlustreiche Engagement der Bank im Baltikum über das inzwischen aufgelöste Gemeinschaftsunternehmen DnB Nord wird Dunkel von manchen Sparkassenmanagern angekreidet. Unzufrieden sind sie ebenfalls mit dem überteuerten Kauf der Deutschen Hypothekenbank in Hannover, der die Erwartungen bislang nicht erfüllt hat. Insgesamt seien in den vergangenen Jahren „mehr als 700 Millionen Euro“ verbrannt worden, heißt es. Allerdings fällt ein Großteil in die Zeit, als noch Dunkels Vorgänger Hannes Rehm den Vorstand anführte.

Von Anfang an hatte der gebürtige Schwabe mit österreichischer Staatsangehörigkeit, geboren am 18. Juli 1953, bei den Sparkassen einen schweren Stand. In ihren Augen verkörpert Dunkel zu sehr einen international agierenden Großbanker und bringt zu wenig Gespür für die Sparkassen-Befindlichkeiten mit. Er hatte vor seinem Wechsel zur Nord/LB im Jahr 1997 bei der damaligen Hypovereinsbank Karriere gemacht und auch etliche Jahre in New York verbracht. „Der hält uns für piefig“, sagt ein Sparkassen-Mann.

Viele Sparkassen stehen allzu expansiven und ehrgeizigen Strategien nach den schlechten Erfahrungen äußerst misstrauisch gegenüber. Dieses Misstrauen hat durch die zurückliegende Finanzkrise reichlich Nahrung bekommen. Sie wollen, dass sich „ihre Landesbank“ vor allem auf das eigene Geschäftsgebiet in Norddeutschland konzentriert und das Geschäft mit den Sparkassen pflegt. Verbandspräsident Mang fordert von der Nord/LB schon seit Jahren eine „Redimensionierung“. Sie solle deutlich schrumpfen und dadurch die Risiken reduzieren, weil die Sparkassen nicht mehr bereit sind, neues Geld in die Bank zu stecken. Dunkel hat diesem Wunsch nur zum Teil entsprochen. Das von ihm vorgelegte Kapitalstärkungsprogramm sieht zwar auch einen Abbau von Geschäften vor, aber dies geht manchen Sparkassen nicht weit genug.

Allerdings räumen auch Kritiker ein, dass Dunkel alles in allem einen guten Job macht. Die Bank hat die Krise – im krassen Gegensatz zu etlichen anderen Landesbanken – relativ gut gemeistert und ihre Ergebnisse in den vergangenen Quartalen kontinuierlich gesteigert. Auch der jüngste Ärger mit dem europäischen Stresstest könne nicht Dunkel angelastet werden.

Die Eigentümer der Bank haben eine kräftige Kapitalerhöhung beschlossen, um die Hürden des Stresstests zu nehmen. Da das Land Niedersachsen in diesem Zusammenhang 600 Millionen Euro zusätzliches Geld in die Bank pumpt, wird sich der Länderanteil an der Bank deutlich erhöhen. Bislang halten die beiden Bundesländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt zusammen 50 Prozent und die Sparkassen dieser beiden Länder sowie von Mecklenburg-Vorpommern die andere Hälfte. Durch die Kapitalerhöhung steigt die Landesbeteiligung voraussichtlich auf deutlich mehr als 60 Prozent. Damit dürfte künftig das Land Niedersachsen auch bei Personalentscheidungen ein noch größeres Gewicht erlangen.

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