Im Gegenzug will sich Air Berlin in gleicher Höhe an der hannoverschen Fluggesellschaft TUIfly beteiligen. Ein TUI-Sprecher wollte dazu keine Stellung nehmen.
Dem Vernehmen nach hat der TUI-Aufsichtsrat der anvisierten Überkreuzbeteiligung mit Air Berlin zugestimmt. Da die Verhandlungen mit dem künftigen Partner aber noch nicht abgeschlossen seien, handele es sich nur um einen Vorratsbeschluss für den Fall, dass die Gespräche zu einer Einigung führen, verlautete aus Unternehmenskreisen. Mit der nun geplanten direkten Beteiligung des TUI-Konzerns habe Vorstandschef Michael Frenzel auf Bedenken der Arbeitnehmerbank reagiert, hieß es. Dadurch solle deutlich werden, dass TUIfly auch künftig als Bestandteil des Konzerns betrachtet werde.
Ziel der Übereinkunft mit Air Berlin ist es, dass die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft 17 Maschinen von TUIfly samt Besatzung mietet, die bisher vor allem Städteverbindungen bedient haben. Die Strecken hatte die TUI mit ihrem früheren Billigflieger HLX aufgebaut, der vor zwei Jahren mit der Chartergesellschaft Hapagfly zur neuen TUIfly zusammengeschlossen wurde.
Die Ferienflüge zu den Badezielen will TUIfly künftig mit 21 Maschinen unter der eigenen Marke abwickeln. Diese Strecken gelten als besonders lukrativ. Trotz des Entgegenkommens der Konzernführung treibt TUIfly auf eine harte Tarifrunde zu. Die Gewerkschaft ver.di, die das Kabinen- und Bodenpersonal vertritt, fordert neben einer Lohnerhöhung von 5 Prozent den Einstieg in die betriebliche Altersversorgung, den Ausschluss betriebsbedingter Kündigung und die Sicherung aller Stationen an den Flughäfen. „Wir erwarten von der TUIfly-Geschäftsführung ein verhandlungsfähiges Angebot und einen zügigen Einstieg in die Gespräche“, sagte ver.di-Verhandlungsführer Ingo Kronsfoth am Dienstag. Anderenfalls werde sich die Belegschaft schnell im Streik befinden.
Die Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ (VC) sieht sich ebenfalls nicht länger an ihr Angebot einer Nullrunde gebunden. Dieses habe man nur für den Fall gemacht, dass TUIfly zu 100 Prozent im Konzern bleibe, sagte VC-Verhandlungsführer Ingolf Schumacher. Mit welcher Forderung die Pilotenvereinigung jetzt in die neuen Verhandlungen gehe, sei noch nicht entschieden.
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