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Trennung von Hapag-Lloyd erst 2015

TUI Trennung von Hapag-Lloyd erst 2015

Für den Ausstieg aus der Containerschifffahrt hatte sich die TUI einen festen Termin verordnet: Spätestens Ende dieses Jahres wollte der Konzern das letzte Aktienpaket der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd zu Geld machen. Doch dieser Zeitplan ist nicht mehr zu halten.

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Quelle: Roland Magunia (Symbolbild)

Hannover. Durch die vereinbarte Fusion von Hapag-Lloyd mit der chilenischen CSAV-Linie kann die TUI frühestens 2015 bei ihrer Tochter von Bord gehen. In Hannover erwartet man allerdings, dass sich die verlängerte Wartezeit vergolden lässt.

Die Hoffnung ruht auf zwei Versprechungen: Einmal setzt die Branche darauf, dass der Containerverkehr vom vorhergesagten Wachstum des Welthandels profitiert und damit die Frachtraten steigen. Zum anderen haben die Fusionspartner verkündet, im Zuge ihres Zusammenschlusses Synergien von mindestens 217 Millionen Euro im Jahr zu erzielen. Beides dürfte den Wert der Reederei – und damit der TUI-Beteiligung – nach oben treiben, hieß es in Unternehmenskreisen. Für das eigene Aktienpaket von dann noch 13,9 Prozent erhofft sich der Konzern dem Vernehmen nach rund 300 Millionen Euro.

Derzeit ist die TUI noch mit 22 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt – doch dieser Anteil wird in der Folge der Fusion schrumpfen. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Wettbewerbsbehörden soll das Containergeschäft von CSAV komplett in Hapag-Lloyd aufgehen. Die Chilenen halten dadurch zunächst 30 Prozent an ihrem deutschen Partner. Als nächster Schritt ist eine Kapitalerhöhung von 370 Millionen Euro beschlossen, an der die CSAV mit 259 Millionen Euro teilnimmt. Dadurch steigt ihr Anteil an Hapag-Lloyd auf 34 Prozent.

Von deutscher Seite beteiligt sich nur der Unternehmer Klaus-Michael Kühne mit 111 Millionen Euro an der Kapitalaufstockung. Die Stadt Hamburg und mehrere kleinere Investoren gehen den Schritt ebenso wenig mit wie die TUI. Zusammen wollen die CSAV, Kühne und die Hansestadt einen Aktionärsvertrag schließen, um künftig mit einer Stimme zu sprechen und Beschlüsse gemeinsam zu tragen. Das neue Bündnis wird drei Viertel der Anteile halten.

Bei einer weiteren Kapitalerhöhung binnen eines Jahres wollen die Anteilseigner Hapag-Lloyd an die Börse bringen. Wegen des komplizierten Prozederes werde das in diesem Jahr nicht mehr gelingen, hieß es bei der TUI. Um einem Ausstieg 2015 näher zu kommen, haben die Hannoveraner auf Absicherungen gedrungen. Schon im Vorfeld des Börsenganges habe man das Recht, Anteile an Einzelinvestoren zu verkaufen, schreibt TUI-Chef Friedrich Joussen in einem „Management Letter“. Sollte bei einem Börsengang die Nachfrage nach neuen Hapag-Papieren das Angebot übersteigen, dürfe die TUI vor allen anderen Anteilseignern Aktien veräußern.

Dänen schmieden Mega-Allianz

In einigen Branchen ist Größe ein Selbstzweck – die Containerschifffahrt ist dafür ein herausragendes Beispiel. Maersk war bereits mit klarem Vorsprung Marktführer, als die dänische Reederei 2005 den Konkurrenten P&O Nedlloyd übernahm. Statt die erhofften Synergien zu heben, kostete die Integration zunächst viel Kraft und Geld. Eine schleppende Nachfrage und sinkende Frachtraten in der Folge der Finanzkrise verschlimmerten die Lage zusätzlich. Erst allmählich sehen Maersk und die Branche wieder Land.

Gleichwohl haben die Dänen schon wieder Großes vor: Gemeinsam mit der Nummer zwei und drei schmiedet Maersk an der Mega-Allianz „P3“. Zusammen mit der Schweizer MSC und der französischen CMA-CGM will man die Frachten auf der Route von Asien nach Amerika untereinander aufteilen, damit die Schiffe nicht halbleer fahren. Die amerikanische Aufsichtsbehörde FMC hat dem Bündnis bereits grünes Licht gegeben, die Zustimmung der zuständigen Stellen in China fehlt noch.

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