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Talanx-Konzern streicht 600 Jobs

Versicherungsunternehmen Talanx-Konzern streicht 600 Jobs

Beim Talanx-Konzern steht ein größerer Abbau von Arbeitsplätzen bevor. Zunächst geht es um 600 Jobs im Geschäftsbereich Privat- und Firmenkundenversicherung Deutschland. Wie stark dies den Standort Hannover betrifft, ist noch unklar.

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Beim Talanx-Konzern steht ein größerer Abbau von Arbeitsplätzen bevor.

Quelle: Talanx/von Ditfurth

Hannover. Nach Angaben des Versicherungsunternehmens haben jetzt die Gespräche mit dem Konzernbetriebsrat begonnen. „Alle Beteiligten eint der Wille, das deutsche Lebensversicherungsgeschäft sowie das Schaden/Unfallgeschäft nachhaltig wettbewerbsfähiger zu machen. Die geplanten personellen Einschnitte sind in diesem Zuge leider unvermeidbar“, erklärte Jan Wicke, Vorstandsvorsitzender der Talanx Deutschland AG und Vorstandsmitglied der Talanx AG. Man arbeite aber „an einer möglichst sozialverträglichen Umsetzung“.

Verhandelt wird demnach über den Abbau von 600 Stellen in der HDI Kundenservice AG bis zum Jahr 2020. Allerdings ist das Thema Stellenstreichungen damit noch nicht erledigt. Auch in der HDI Vertriebs AG soll es dazu kommen, der Umfang werde aber erst im ersten Quartal des kommenden Jahres festgelegt, teilte Talanx mit.

Für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenkunden sind nach Unternehmensangaben etwa 5000 Mitarbeiter tätig. Davon sind 1150 in Hannover und 1400 in Köln, der Rest entfällt auf zahlreiche Standorte in ganz Deutschland. Bei der HDI Vertriebs AG sind 1200 Mitarbeiter beschäftigt, hier ist die regionale Verteilung ähnlich. Wie der Jobabbau die einzelnen Standorte trifft, sei noch offen, erklärte ein Sprecher. Der Konzern hat für die Kosten des Personalabbaus - also etwa Vorruhestandsregelungen oder Abfindungen - bereits Vorsorge getroffen. Erst vor einigen Tagen hatte er anlässlich der Vorlage der Quartalszahlen Einschnitte und Umbaumaßnahmen angekündigt. Dies werde im Jahr 2016 die Ertragsrechnung nach Steuern mit einem Aufwand von 70 Millionen Euro belasten.

Talanx-Chef Herbert Haas sieht die zu hohen Kosten im Geschäft mit Privat- und Firmenkunden schon längere Zeit als Hauptproblem des Konzerns. So kommt dieser nach eigenen Angaben in der inländischen Schaden- und Unfallversicherung auf eine Kostenquote von über 30 Prozent, im Marktdurchschnitt sind es dagegen nur etwa 25 Prozent. Von einem Euro Beitrag entfallen also gut 30 Cent auf die Verwaltungskosten. In der Lebensversicherung beträgt die Verwaltungskostenquote 3,3 Prozent, verglichen mit 2,8 Prozent im Marktdurchschnitt. Insgesamt sollen die jährlichen Kosten in diesem Bereich bis zum Jahr 2020 um 240 Millionen Euro jährlich sinken.

Der Talanx-Konzern beschäftigt weltweit mehr als 21 000 Mitarbeiter und kam 2014 auf Prämieneinnahmen von 29 Milliarden Euro. Davon entfallen auf das deutsche Privat- und Firmenkundengeschäft 6,8 Milliarden Euro.

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