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Niedersachsen Bankangestellte streiken in Hannover
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14:59 14.03.2019
Warnstreik im Nieselregen: Rund 450 Bankangestellte zogen am Donnerstag durch Hannover. Quelle: Wölbert
Hannover

Warnstreik von Bankangestellten in Hannover: Rund 450 Beschäftigte der Nord/LB, LBS Nord, ING und weiterer Unternehmen folgten am Donnerstag einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi und demonstrierten für höhere Gehälter. Nach einer Kundgebung am Georgsplatz zogen die Streikenden durch die Innenstadt. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Warnstreikwelle, mit der Verdi in den aktuellen Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen will.

Die Gewerkschaft fordert eine Gehaltserhöhung von 6 Prozent; die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro steigen. „Bei den Gehältern gibt es einen erheblichen Nachholbedarf“, sagt Jörg Reinbrecht, Leiter des Verdi-Fachbereichs für Banken in Niedersachsen. „Die Tarifabschlüsse im Bankgewerbe blieben in den letzten Jahren immer deutlich hinter der allgemeinen Lohnentwicklung zurück“.

Auch in der zweiten Verhandlungsrunde hätten die Arbeitgeber es jedoch abgelehnt, über die Forderungen zu verhandeln. Auf der Kundgebung am Georgsplatz rief Reinbrecht die Streikenden auf, bei ihren Kollegen für die Gewerkschaft zu werben, um den Druck zu erhöhen. „Wir müssen mehr werden, wir müssen stärker werden.“

Verdi will Haustarifvertrag bei der Nord/LB

Die Gewerkschaft führt die Verhandlungen für bundesweit 200.000 Beschäftigte von privaten und öffentlichen Banken, die nach Tarif zahlen. Bei vielen dieser Banken ist der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder unter den Beschäftigten allerdings gering. Als positives Beispiel mit einem hohen Organisationsgrad nannte Reinbrecht die Postbank, die zurzeit mit der Deutschen Bank fusioniert.

Von der Nord/LB verlangt Verdi einen speziellen Haustarifvertrag, der die Angestellten vor betriebsbedingten Kündigungen schützen soll. Die Arbeitnehmervertreter befürchten einen erheblichen Jobabbau bei der angeschlagenen Landesbank. Deren Haupteigentümer, das Land Niedersachsen und die niedersächsischen Sparkassen, verhandeln zurzeit über die Details ihres Rettungsplans und wollen die Bank erheblich verkleinern.

Von Christian Wölbert

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