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Niedersachsen 8000 Metaller protestieren in Stöcken
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen 8000 Metaller protestieren in Stöcken
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14:51 11.05.2016
Von Lars Ruzic
Volkswagen-Mitarbeiter demonstrieren in Stöcken. Quelle: Tim Schaarschmidt
Wolfsburg

Die einen hatten sich vor dem Stöckener Friedhof gesammelt, die anderen mussten lediglich durchs Werktor gehen. Insgesamt 8000 Metaller aus 26 hannoverschen Betrieben trafen sich am Mittwoch auf dem Stöckener Markt, um für höhere Entgelte zu demonstrieren.

Die Mehrheit stellte ein Betrieb: VW Nutzfahrzeuge. Im Bulli-Werk hatten Tausende - wie an anderen VW-Standorten auch - "spontan" die Arbeit niedergelegt. Die Beschäftigten von 25 Betrieben wie Aventics, Johnson Controls, MTU oder Wabco und ihre Kollegen bei VW teilen derzeit ein Schicksal: Sie stehen in Tarifverhandlungen.

Zehntausende VW-Mitarbeiter machen am Mittwoch ihrem Unmut über die stockende Haustarifrunde bei dem Autobauer Luft. Die Arbeitnehmerseite ruft in den Werken Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Emden, Kassel und Salzgitter zu Informationsversammlungen am Vormittag auf, die trotz der laufenden Friedenspflicht erlaubt sind. 

Die IG Metall fordert jeweils 5 Prozent mehr für zwölf Monate, die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben bislang 2,1 Prozent mehr für 24 Monate geboten, VW noch nichts. Am Donnerstag oder Freitag wird mit einer Einigung in der Fläche gerechnet. Vorher galt es nochmal alles zu mobilisieren, was Hannover zu bieten hat. "Wir zeigen es den Arbeitgebern heute mal so richtig", rief der Erste Bevollmächtigte Dirk Schulze in die Menge.

Volkswagen übernimmt in der Regel den Abschluss in der Fläche, die nächste Gesprächsrunde über den Haustarifvertrag für 120.000 Beschäftigte in den sechs Werken Wolfsburg, Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Emden und Kassel und bei VW Financial ist für den 19. Mai anberaumt. "Dann wollen wir Prozente sehen", so Schulze.

Der Betriebsratschef von VW Nutzfahrzeuge, Thomas Zwiebler, hält die Forderung trotz der Konzernkrise nach der Abgasaffäre für berechtigt. "Ohne den Skandal hätte VW 2015 das beste Ergebnis der Geschichte ausgewiesen. Davon steht uns ein fairer Anteil zu." Scharf ins Gericht ging er mit dem Konzernvorstand. Der hatte den Beschäftigten eine "Anerkennungsprämie" in Aussicht gestellt. Bislang sei weder die Höhe, noch der Zeitpunkt der Zahlung klar, so Zwiebler. Außerdem verlange das Management inzwischen Gegenleistungen dafür. "Der Vorstand hat seine Boni im Trockenen aber will uns keine Prämie zahlen", echauffierte sich der Betriebsratschef.

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