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Niedersachsen Telekom, Vodafone und O2 wollen Passwörter überflüssig machen
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Telekom, Vodafone und O2 wollen Passwörter überflüssig machen
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17:56 08.02.2018
Quelle: dpa
Berlin

 Einige Menschen schreiben ihre Passwörter auf Zettel, andere speichern sie im Handy – doch kaum jemand schafft es, die wichtigen Zugangsdaten für E-Mail, Konto und Online-Shops im Kopf zu behalten. 

Daraus folgt ein Dilemma: Entweder man verwendet überall dasselbe Kennwort und wird zur leichten Beute für Hacker. Oder man ärgert sich regelmäßig über vergessene Passwörter und erduldet die Prozeduren zur Neuausstellung. All die schlauen Köpfe im Silicon Valley haben daran seit 20 Jahren wenig geändert.

Die deutschen Handynetzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefonica haben nun den ehrgeizigen Anspruch verkündet, das Problem zu lösen. Geht es nach den Drei, melden sich Verbraucher künftig allein mit ihrem Mobiltelefon bei gängigen Internetdiensten an. „Mobile Connect“ soll Kennwörter überflüssig machen, wie die Unternehmen am Donnerstag erklärten.

Erste Zusagen von Partnern

Das Verfahren soll ab Mitte 2018 beim Einkauf in Online-Shops und bei der Anmeldung in Portalen funktionieren. Als erster großer Partner in Deutschland will Verimi das Verfahren anbieten. Hinter dem Kunstnamen verbirgt sich ein Projekt deutscher Konzerne, darunter die Allianz-Versicherung, Daimler, Lufthansa, Deutsche Bank mit Postbank und der Kartendienst Here. 

Zum Start im Sommer werden also voraussichtlich die Internet-Dienste dieser Unternehmen – zum Beispiel das Online-Banking der Deutschen Bank – das Anmelden über Handy ermöglichen. Die Netzbetreiber wollen weitere Partner gewinnen. Sie betonen, das Log-in mit dem Mobiltelefon sei unkompliziert und sicher. „Passwortdiebstahl hat riesige Dimensionen erreicht. Mit Verimi und Mobile Connect werden wir mehr Schutz und Komfort bieten“, sagte Dirk Backofen, Sicherheitsexperte bei der Telekom.

Zugriff mit SMS und Link

Unterstützt eine Website oder App die Technik, wird eine SMS an das Handy des Kunden mit einem Link verschickt. Mit diesem Link erlaubt der Anwender dann dem Netzbetreiber die verschlüsselte Übermittlung einer Kundenreferenznummer an den Portalbetreiber – und der Nutzer wird eingeloggt. Man soll so auch Lieferadresse und Bankverbindung an Online-Shops übertragen können, sodass man diese Daten nicht immer neu eingeben muss.

Die Netzbetreiber und Verimi wollen aber nicht nur den Nutzern helfen. Sie wollen auch den Vormarsch von Google und Facebook stoppen, die ebenfalls an übergreifenden Anmelde-Diensten arbeiten. Dieselben Ziele verfolgt auch ein zweites Projekt aus Deutschland: In der „Log-in-Allianz“ haben sich RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 sowie Web.de und GMX zusammengetan. Der Dienst soll ebenfalls 2018 starten. 

Wer das Rennen gewinnen will, muss möglichst schnell möglichst viele Partner gewinnen und gleichzeitig höchstmögliche Sicherheit bieten. Es ist aber auch gut möglich, dass die Allianzen sich gegenseitig behindern und am Ende keiner seinen Standard durchsetzt – und die Nutzer beim Passwort bleiben.

Von Christoph Dernbach und Christian Wölbert

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