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Niedersachsen Bundesländer wetteifern um Standort
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17:51 31.07.2018
Ladestationen von Tesla gibt es bereits in Europa – ein Werk noch nicht. Quelle: dpa
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New York/Mainz

Bei seiner Suche nach einem Standort für ein großes europäisches Werk hat der amerikanische Elektroautobauer Tesla offenbar auch Rheinland-Pfalz oder das Saarland im Blick. Der Konzern habe in Deutschland entsprechende Gespräche mit zwei Bundesländern über eine „Giga-Fabrik“ zum Bau von E-Autos und Batterien unter einem Dach geführt, berichtete das „Wall Street Journal“unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Bereits im Juni hatte Tesla-Chef Elon Musk im Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben, Deutschland sei seine „führende Wahl“ in Europa. Die deutsch-französische Grenze mit ihrer Nähe zu den Benelux-Ländern könnte für einen Standort von Vorteil sein, erklärte er. Ein Werk in Rheinland-Pfalz oder im Saarland würde dieser Anforderung gerecht werden.

Tesla hatte jüngst Gespräche über den Bau seiner ersten Übersee-Fabrik in China angekündigt. Bisher produziert der Konzern seine Autos überwiegend im kalifornischen Fremont.

In Rheinland-Pfalz bestätigte sein Interesse an dem Tesla-Werk. „Selbstverständlich ist das Wirtschaftsministerium mit dem Unternehmen in einem guten Austausch“, sagte eine Sprecherin der Mainzer Behörde. „Der Konzern hat mit Tesla Grohmann bereits einen Standort in Rheinland-Pfalz.“ Tesla hat Grohmann aus Prüm im November 2016 gekauft. Die Firma baut automatisierte Anlagen für die Fahrzeugproduktion. In Rheinland-Pfalz ist mit Kaiserslautern auch ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung vorhanden.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Vize-Regierungschefin Anke Rehlinger (SPD) hatten schon im Juni in einem gemeinsamen Brief um Telsa geworben und Konzernchef Musk zum Gespräch vor Ort eingeladen. Das Saarland sei nicht nur in der Automobilindustrie breit aufgestellt, sondern auch als einer der weltweit führenden Standorte für Informatik und Künstliche Intelligenz bekannt, hieß es seinerzeit.

Unterdessen hat auch Nordrhein-Westfalen sein Interesse angemeldet. Man habe über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.Invest Kontakt aufgenommen, teilte das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf mit. Nordrhein-Westfalen habe größtes Interesse an der Ansiedlung weiterer Produktionsstätten. Die Erfolgsgeschichte des Streetscooters und die Eröffnung der Fabrik für den innovativen Kleinwagen e.GO Life zeigten, dass NRW „mit seinem Netzwerk aus führenden Batterie-Forschungseinrichtungen, qualifizierten Fachkräften und seiner Nähe zu den Märkten in Belgien, Frankreich und den Niederlanden beste Voraussetzungen dafür bietet“.

Der US-Elektroautobauer befindet sich derzeit in einer kritischen Entwicklungsphase. Das neue Model 3 soll die Firma aus der Nische eines Oberklassen-Anbieters in einen breiteren Markt bringen. Zugleich ist Tesla nach Milliarden-Investitionen in Entwicklung und Produktion des Model 3 und hohen Verlusten darauf angewiesen, dass das der neue Wagen endlich signifikante Umsätze in die Kasse bringt.

Das Unternehmen hatte jedoch massive Probleme, die Produktion hochzufahren. Erst Ende Juni - mit einem halben Jahr Verspätung - erreichte Tesla das selbstgesteckte Ziel, in einer Woche 5000 Fahrzeuge des Model 3 zu bauen. Der Aktienkurs des Unternehmens war in den vergangenen sechs Wochen von 370 Dollar auf 290 Dollar abgesackt.

Von Christoph Dernbach

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