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Tirendo treibt Delticom in die rote Zahlen

Standorte in Hannover und Berlin betroffen Tirendo treibt Delticom in die rote Zahlen

Ein desolates Ergebnis der  Berliner Tochter Tirendo hat dem hannoverschen Onlinereifenhändler Delticom den ersten Verlust der 15-jährigen Firmengeschichte eingebracht.

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„Wir müssen den Hebel umlegen“: Delticom will die Kosten für die Tirendo-Werbung mit Sebastian Vettel senken.

Quelle: Tirendo

Hannover. Im ersten Halbjahr blieb unterm Strich eine „rote Null“ in Höhe von minus 0,2 Millionen Euro, wie der Konzern gestern mitteilte. Delticom-Chef Andreas Prüfer kündigte ein Restrukturierungsprogramm für Tirendo an. „Wir müssen den Hebel umlegen“, sagte er der HAZ. „Es kann nicht sein, dass eine Tochter den gesamten Profit von Delticom aufzehrt.“ Das neue Management in Berlin werde kurzfristig „einen vernünftigen Plan“ ausarbeiten.

Europas größter Onlinereifenhändler hatte den durch eine aggressive Werbung mit Formel-1-Star Sebastian Vettel schnell wachsenden Konkurrenten vor gut einem Jahr übernommen. 50 Millionen Euro zahlten die Hannoveraner für ein Unternehmen mit hohen Verlusten. Die haben die Berliner im ersten Halbjahr sogar noch ausgebaut – und das, ohne weiter zu wachsen. Die Tirendo-Erlöse stagnierten bei 17,5 Millionen Euro, unterm Strich blieb ein Verlust von 8 Millionen Euro.

Prüfer will die Kosten senken. Vor drei Wochen tauschte er die komplette Tirendo-Führung aus. Neue Chefs in Berlin sind mit Sascha Jürgensen und Andreas Faulstich inzwischen zwei Hannoveraner. Wie stark die Belegschaft unter dem Sparkurs leiden wird, konnte Prüfer noch nicht sagen.

Derzeit leistet sich die Berliner Tochter eine Mannschaft, die größer ist als die hannoversche – obwohl Tirendo im Gegensatz zur Konzernmutter über keine eigene Logistik und Beschaffung verfügt. Im Quartalsbericht kündigte das Unternehmen allerdings „Kosten- und Prozessoptimierungen sowohl in Hannover als auch in Berlin“ an. Insgesamt beschäftigt Delticom derzeit 300 Mitarbeiter.

Ins Visier sind auch die exorbitanten Marketingkosten geraten, die Tirendo mit seiner Fernsehwerbung mit Sebastian Vettel produziert. Trotz der schwächeren Geschäftsentwicklung seien die Ausgaben nicht verringert worden, hieß es. Prüfer will bei den TV-Spots offenbar generell sparen. „Manche lohnen sich, ganz viele aber auch nicht“, umschrieb es der Konzernchef. Dass Vettel in der Formel 1 inzwischen unter ferner liefen fährt, ficht Prüfer indes nicht an. „Er hat als Werbefigur nicht gelitten.“ Der Vertrag mit dem Fahrer gilt zunächst noch bis ins kommende Jahr hinein. „Was dann kommt, werden wir sehen.“

Prüfer betonte, man habe durch die Übernahme „in extrem kurzer Zeit ganz viel gelernt“. So habe Tirendo sehr viel Know-how über Marketing, IT und Software eingebracht, von dem Delticom profitiere. Das könne dazu führen, dass auch die Stammmarke in den kommenden Monaten wieder stärker wachsen werde, sagte der Mitgründer. Am Ziel von 10 Prozent mehr Umsatz in diesem Jahr hält Prüfer deshalb fest. Die Prognose basiere allerdings auf der Annahme einer gegenüber dem Vorjahr stärkeren Nachfrage nach Winterreifen.

Bisher hat der Konzern unter einem weiterhin schwachen Reifengeschäft auf dem deutschen Markt gelitten. Der warme Winter hatte viele Kunden schon im März Sommerreifen kaufen lassen. Entsprechend schwach sei das zweite Quartal verlaufen, teilte Delticom mit.

Insgesamt steigerte das Unternehmen den Umsatz im ersten Halbjahr um 6,5 Prozent auf 226 Millionen Euro. Das Plus ist allein auf die erstmalige Konsolidierung von Tirendo zurückzuführen. Die Hannoveraner allein mussten ein Erlösminus von etwa 2 Prozent hinnehmen. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) brach das Ergebnis um 77 Prozent auf 2 Millionen Euro ein.

Der Delticom-Aktie taten die Zahlen nicht gut. Sie war mit einem Minus von zeitweise fast 9 Prozent gestern größter Verlierer im Kleinwertesegment S-Dax. Eine hauchdünne Mehrheit von 50,04 Prozent der Anteile liegt bis heute bei den Unternehmensgründern Andreas Prüfer und Rainer Binder. Zum geplanten Einstieg des Tirendo-Gründers European Media Holding (EMH), der ursprünglich 18 Prozent der Anteile direkt von Binder und Prüfer übernehmen wollte, kam es am Ende nicht. „Das haben wir anders gelöst“, sagte Prüfer, ohne Details zu nennen.

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