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Tourismusbranche steuert auf Rekordjahr zu

Zwischen Harz und Nordseeküste Tourismusbranche steuert auf Rekordjahr zu

Niedersachsens Tourismus wächst. Bereits im vergangenen Jahr verzeichnete die Urlaubsindustrie mit 40,4 Millionen Übernachtungen und 13,1 Millionen Gästen einen Rekord – und  Sven Ambrosy, Chef des Tourismusverbandes, hofft auch in diesem Jahr auf Höchstwerte.

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Urlauber genießen  bei sonnigem Wetter am Strand von Norddeich.

Quelle: dpa

Hannover.  „Bereits im ersten Quartal dieses Jahres haben wir mit 6,4 Millionen Übernachtungen einen Zuwachs von 300 000 – das ist erstaunlich“, sagt der Landrat aus Friesland. Gezielte Investitionen in den vergangenen Jahren zahlten sich jetzt aus, meint Ambrosy. „Aber wir dürfen uns auf dieser Zufriedenheit nicht ausruhen.“

Beliebteste Reiseziele in Niedersachsen sind nach wie vor die Nordseeküste (7,5 Millionen Übernachtungen), es folgen die Lüneburger Heide (6,1 Millionen) und die Ostfriesischen Inseln (5,1 Millionen), der Raum Hannover-Hildesheim (4,2 Millionen), der Westharz (3,4) und das Weserbergland (3,3 Millionen). Die meisten Gäste kommen nach Ambrosys Angaben aus dem eigenen Bundesland, gefolgt von den Nordrhein-Wesfalen. Ausländische Gäste verbringen ihre Ferien eher selten in Niedersachsen, sie stellen nur zehn bis 15 Prozent der Urlauber, berichtet Ambrosy. Nur im Raum Hannover habe man wesentlich mehr internationale Gäste, schon aufgrund der Messen. Wegen des starken Umtauschkurses des Franken steuerten in letzter Zeit allerdings recht viele Schweizer niedersächsische Ferienorte an. „So oder so: Wir müssen internationaler werden“, meint der Tourismusverbandschef. So sollten Servicekräfte beispielsweise Englisch sprechen können.

Der demografische Wandel mache sich auch deutlich in der Tourismusbranche bemerkbar, die darauf mit speziellen Angeboten reagieren müsse. „Barrierefreiheit steht obenan, von den Zugängen bis hin zu barrierefreien Duschen in Hotels und Ferienwohnungen“, sagt Ambrosy. Auch die starke Zunahme des Bustourismus sei eine Folge des demografischen Wandels. „Da ist die Nachfrage enorm gestiegen.“ Insgesamt hätten die Menschen ihr Urlaubsverhalten geändert, zögen den einwöchigen Urlaub auf dem Land oder einen zwei bis dreitägigen Trip in die Stadt längeren Urlaubsreisen vor.

Auch das Hotel- und Gaststättengewerbe bemerke langsam die Überalterung der Gesellschaft, ein Fachkräftemangel drohe. „Noch bekommen wir unsere Fachkräfte, aber da gibt es einen knallharten Wettbewerb mit anderen Branchen. Die Hotelwirtschaft wird sich etwas einfallen lassen müssen.“

„Luft nach oben“ sieht Ambrosy in der Gastronomie, in der „Verzahnung von Kultur und Kulinarik“. Restaurants, die regionale Angebote präsentierten, seien gut beraten. „Die Mittelmeer-Dorade ist ein toller Fisch, aber in Niedersachsen erwarte ich doch Scholle.“   

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