Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Schaumburger Privatbrauerei ist wieder insolvent
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Schaumburger Privatbrauerei ist wieder insolvent
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 17.01.2016
Von Carola Böse-Fischer
Die Schaumburger Privatbrauerei ist schon wieder insolvent. Quelle: Archiv
Anzeige
Hannover

Das ist jedenfalls die Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters Matthias Lehmann. Realistisch betrachtet seien die Chancen für die mehr als 140 Jahre alte Brauerei „mehr als schwierig“, sagte Lehmann am Donnerstag der HAZ. „Die Zeichen stehen auf Abwicklung.“

Voraussichtlich am 1. Februar wird nach seinen Angaben das Insolvenzverfahren eröffnet. Wie schon bei der vorangegangenen Insolvenz ist nur die operative Betriebsgesellschaft mit der Produktion und dem Vertrieb von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Unberührt ist die Braumanufaktur, der das Grundstück, die Gebäude und das Anlagevermögen der Brauerei gehören. Beide Gesellschaften befinden sich im Besitz von Geschäftsführer Friedrich-
 Wilhelm Lambrecht, der die Brauerei in fünfter Generation führt.

Schon die Betriebsaufspaltung macht es schwierig, eine Lösung für die Brauerei mit noch 30 Mitarbeitern, davon zwölf Festangestellte, herbeizuführen, wie der Insolvenzverwalter sagte. Ohne den Willen der Besitzgesellschaft und damit von Geschäftsführer Lambrecht gehe nichts. Der stand gestern nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.

Vor allem Qualitätsprobleme bei der Bierherstellung seien es, die die Kunden der Schaumburger Brauerei vergrault hätten, berichtete Lehmann. Dadurch sei es zu Forderungsausfällen gekommen, die letztlich in die Zahlungsunfähigkeit führten. Die Probleme dürften unter anderem mit dem Investitionsstau in der Privatbrauerei zusammenhängen. Lehmann bezifferte die notwendigen Investitionen in die Brauanlagen auf einen „siebenstelligen Betrag“.

Die Aussichten, Interessenten für die Brauerei zu finden, sind laut Insolvenzverwalter schlecht. Der Biermarkt in Deutschland sei hart umkämpft, der Wettbewerb knallhart. Das mache es kleinen Brauereien immer schwerer, zu überleben. Lambrecht suchte mit seiner Braumanufaktur die Chance in der Nische: Mit „handwerklich“ hergestellten Bieren in kleinen Mengen wollte er sich von den „immer gleich schmeckenden“ Standardbieren absetzen. Ohne Erfolg.

Es müsse jetzt schon ein Bierliebhaber kommen, der bereit sei, „viel Geld für die Brauerei zu zahlen und nochmals viel Geld in die Sanierung zu stecken“, erklärte Lehmann. Doch den gebe es nicht. Trotzdem gibt es Interessenten – für das Grundstück, weil es laut Lehmann in guter Lage liegt.     

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Niedersachsen Was wird aus meinem VW? - Und die deutschen Kunden?

Wie 2,4 Millionen Kunden bundesweit ist auch HAZ-Redakteur Enno Janssen vom VW-Skandal betroffen. Wie viele deutsche Kunden blickt er zur Zeit neidisch in die USA - wo es Sammelklagen, Rückgabeoptionen und verbrauchernahe Richter gibt. Aber was können die Autofahrer hierzulande erwarten?

29.01.2016

Der Online-Elektrohändler Notebooksbilliger.de testet in seiner hannoverschen Heimat die taggleiche Zustellung. Wenn die Kunden bis 16 Uhr bestellten, erhielten sie am selben Tag zwischen 18 und 21.30 Uhr die Ware, teilte das Unternehmen mit.

Lars Ruzic 15.01.2016

Der Tarifstreit mit Betriebsrat und Gewerkschaft hat bei der Deutschen Messe die Rückkehr zu einem antiquierten Arbeitszeitmodell zur Folge: Mitarbeiter müssen für jede Minipause ausstempeln. Und weil die Lesegeräte nur im Erdgeschoss stehen, sind derzeit viele Umwege an der Tagesordnung. 

Jens Heitmann 15.01.2016
Anzeige