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Schaumburger Privatbrauerei ist wieder insolvent

Traditionsunternehmen Schaumburger Privatbrauerei ist wieder insolvent

Gut vier Monate nach dem Neustart als Schaumburger Private Braumanufaktur ist das Traditionsunternehmen bereits wieder am Ende. Und wie es aussieht, gibt es diesmal keine Hoffnung mehr, den Braustandort in Stadthagen zu retten. 

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Die Schaumburger Privatbrauerei ist schon wieder insolvent.

Quelle: Archiv

Hannover. Das ist jedenfalls die Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters Matthias Lehmann. Realistisch betrachtet seien die Chancen für die mehr als 140 Jahre alte Brauerei „mehr als schwierig“, sagte Lehmann am Donnerstag der HAZ. „Die Zeichen stehen auf Abwicklung.“

Voraussichtlich am 1. Februar wird nach seinen Angaben das Insolvenzverfahren eröffnet. Wie schon bei der vorangegangenen Insolvenz ist nur die operative Betriebsgesellschaft mit der Produktion und dem Vertrieb von der Zahlungsunfähigkeit betroffen. Unberührt ist die Braumanufaktur, der das Grundstück, die Gebäude und das Anlagevermögen der Brauerei gehören. Beide Gesellschaften befinden sich im Besitz von Geschäftsführer Friedrich-
 Wilhelm Lambrecht, der die Brauerei in fünfter Generation führt.

Schon die Betriebsaufspaltung macht es schwierig, eine Lösung für die Brauerei mit noch 30 Mitarbeitern, davon zwölf Festangestellte, herbeizuführen, wie der Insolvenzverwalter sagte. Ohne den Willen der Besitzgesellschaft und damit von Geschäftsführer Lambrecht gehe nichts. Der stand gestern nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.

Vor allem Qualitätsprobleme bei der Bierherstellung seien es, die die Kunden der Schaumburger Brauerei vergrault hätten, berichtete Lehmann. Dadurch sei es zu Forderungsausfällen gekommen, die letztlich in die Zahlungsunfähigkeit führten. Die Probleme dürften unter anderem mit dem Investitionsstau in der Privatbrauerei zusammenhängen. Lehmann bezifferte die notwendigen Investitionen in die Brauanlagen auf einen „siebenstelligen Betrag“.

Die Aussichten, Interessenten für die Brauerei zu finden, sind laut Insolvenzverwalter schlecht. Der Biermarkt in Deutschland sei hart umkämpft, der Wettbewerb knallhart. Das mache es kleinen Brauereien immer schwerer, zu überleben. Lambrecht suchte mit seiner Braumanufaktur die Chance in der Nische: Mit „handwerklich“ hergestellten Bieren in kleinen Mengen wollte er sich von den „immer gleich schmeckenden“ Standardbieren absetzen. Ohne Erfolg.

Es müsse jetzt schon ein Bierliebhaber kommen, der bereit sei, „viel Geld für die Brauerei zu zahlen und nochmals viel Geld in die Sanierung zu stecken“, erklärte Lehmann. Doch den gebe es nicht. Trotzdem gibt es Interessenten – für das Grundstück, weil es laut Lehmann in guter Lage liegt.     

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