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Tsunami und Tornados drücken Gewinn bei Hannover Rück

Rückversicherer Tsunami und Tornados drücken Gewinn bei Hannover Rück

Australien-Flut, Neuseeland-Beben, Fukushima-Schock: Selten mussten Rückversicherer so viele Großschäden schultern wie in diesem Jahr. Den Finanzchef beim Branchendritten Hannover Rück lässt nun auch ein möglicher Börsen-Crash "ein wenig grübeln".

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Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück wurde durch den Atom-GAU von Fukushima hart getroffen.

Quelle: dpa

Hannover. Nach der japanischen Tsunami-Katastrophe im März und der US-Tornado-Serie im Mai hat der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück für seine Kunden in die Bresche springen müssen. Die besonders hohe Belastung aus Großschäden drückte das Konzernergebnis im ersten Halbjahr um knapp 30 Prozent auf 219 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Hannover berichtete. Vorstandschef Ulrich Wallin nimmt aber an, dass der Gewinn in der zweiten Jahreshälfte nicht weiter abrutscht.

Die Hannover Rück hatte für 2011 zunächst einen Gesamtertrag von 650 Millionen Euro angepeilt. Weil der Atom-GAU von Fukushima und weitere Unglücke die Versicherungsbranche ungewöhnlich hart getroffen haben, können die Hannoveraner nach eigener Schätzung nun bestenfalls 500 Millionen Euro verdienen. Großschäden in Höhe von 625 Millionen Euro wirbelten von Januar bis Juni die Planungen durcheinander. Im Vorjahreszeitraum lag die Schadenssumme bei 408 Millionen Euro. Angesichts dieser Belastungen sei das Ergebnis zufriedenstellend, hieß es. "Die beiden ersten Quartale waren sehr verschieden, das zweite lag wieder im Rahmen der Erwartungen", sagte Finanzvorstand Roland Vogel. Sollte sich die internationale Schuldenkrise verschärfen, müsse die Hannover Rück kaum direkte Einbußen fürchten, sagte der Manager: "Unsere Kapitalanlagen haben sich hervorragend entwickelt." Sie seien überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren außerhalb der Krisenländer notiert.

Zuletzt habe das Engagement in Spanien, Portugal, Italien und Irland 254 Millionen Euro betragen - etwas weniger als ein Prozent des gesamten Anlagenwerts. Griechische Staatspapiere halte die Hannover Rück derzeit überhaupt nicht. Falls sich der allgemeine Abwärtstrend an den Finanzmärkten und die Schuldenkrisen fortsetzten, seien die volkswirtschaftlichen Risiken jedoch kaum kalkulierbar. "Natürlich lässt mich das, was in Amerika und Europa passiert, ein wenig grübeln", meinte Vogel. "Langfristig mache ich mir Gedanken, kurzfristig sehe ich keine dramatischen Effekte." Die USA dürften ihre Zinsen auf Schuldtitel weiterhin zahlen. "Wenn wir eine moderate Hurrikan-Saison bekommen und von europäischen Winterstürmen verschont bleiben, wird es zum Jahresende nicht weiter nach unten gehen", ergänzte der Finanzchef. Im ersten Quartal hatte die Hannover Rück einen Gewinn von 52,3 Millionen Euro gemeldet - mehr als eine Halbierung im Vergleich zum Jahresauftakt 2010. Im zweiten Quartal stieg das Ergebnis unterm Strich um 4,1 Prozent auf 166,2 Millionen Euro. Die Prämieneinnahmen legten im gesamten Halbjahr um 6,4 Prozent auf 6 Milliarden Euro zu.

dpa

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