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Niedersachsen Tui Deutschland rettet den Betriebsfrieden
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Tui Deutschland rettet den Betriebsfrieden
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00:16 05.12.2016
Von Jens Heitmann
„Kein Mitarbeiter muss mehr eine Versetzung befürchten“: In der Tui-Zentrale weiß man zu schätzen, was die Mitarbeiter in der Kundenbetreuung zuletzt geleistet haben.Foto: dpa Quelle: Peter Steffen
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Hannover

„Damit ist das Schreckgespenst Ausgliederung vom Tisch“, sagte Betriebsratschef Michael Pönipp am Freitag. Die Tui-Deutschland-Führung möchte die Mitarbeiter des sogenannten Support-Centers, das sich um spezielle Kundenwünsche, die Unterstützung der Reisebüros und Gruppenreisen kümmert, in die TCO eingliedern, weil sie sich davon Vorteile bei der Effizienz verspricht. Die Tochter betreibt mit 600 Beschäftigten vor allem das Call-Center des Konzerns. Das Ziel sei die „Bündelung wesentlicher Servicefunktionen unter einem gemeinsamen Dach sowie die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch kostengünstigere Rahmenbedingungen“, heißt es in einem Schreiben von Tui-Deutschland-Chef Sebastian Ebel an die Führungskräfte des Support-Centers, das der HAZ vorliegt.

Bei den betroffenen Mitarbeitern waren diese Pläne auf Unmut gestoßen, da die Konditionen des TCO-Haustarifs deutlich schlechter sind als die bei der Mutter Tui Deutschland. So arbeiten die TCO-Beschäftigten 40 statt 38,5 Stunden und müssen auch am Wochenende verfügbar sein. Gleichzeitig ist das Weihnachtsgeld geringer, es gibt keine betriebliche Altersvorsorge, weniger Urlaub und schlechtere Konditionen bei den Mitarbeiterrabatten für Tui-Reisen.

Gegen das Vorhaben haben die Tui-Mitarbeiter scharf protestiert - erst bei einer Betriebsversammlung, später auch mit einem Demonstrationszug durch Hannovers Innenstadt. „Diese Aktionen haben bei der Geschäftsführung schon Eindruck hinterlassen“, sagte Pönipp. Gleiches gelte auch für die große Einsatzbereitschaft der kompletten Belegschaft während der Turbulenzen um Tuifly: Der Ferienflieger konnte Anfang Oktober viele Maschinen nicht in die Luft bringen, weil die Besatzungen mit massenhaften Krankmeldungen auf die Ausgliederung ihrer Gesellschaft aus dem Tui-Konzern reagierten.

Die jetzt erreichte Einigung beim Support-Center bezeichnen beide Seiten als „guten Kompromiss“. Der Betriebsrat hatte die Verlagerung weiterer Arbeitsplätze zur Billigtochter TCO vermeiden wollen. Nun müsse jedoch kein Mitarbeiter von Tui Deutschland eine Versetzung befürchten, sagte Pönipp. „Freie und frei werdende Stellen sollen aber direkt bei der TCO nachbesetzt werden“, heißt es in dem Schreiben der Geschäftsführung. Die erhofften Einsparziele würden somit später erreicht - man habe „Rücksicht auf die Ängste und Sorgen der betroffenen Kollegen“ genommen.

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