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Tui-Zentrale bleibt in Hannover - vorerst

Neustart von Tuifly Tui-Zentrale bleibt in Hannover - vorerst

Was wird aus dem Ferienflieger Tuifly? Im Streit um die Zukunft zeichnet sich nun eine Einigung ab. Zwar will der Mutterkonzern seine Airline ausgliedern - dafür soll der Standort Hannover erhalten bleiben.

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Partner am Himmel? Nach anfänglichem Wirbel scheinen sich Tuifly und Air Berlin jetzt doch zu einem Ferienflieger-Bündnis zusammenzutun.

Quelle: Julian Stratenschulte

Hannover. Im Streit um die Zukunft des Ferienfliegers Tuifly zeichnet sich eine Einigung ab. Der Mutterkonzern Tui hält zwar an seinem Plan fest, seine Airline in einen Verbund mit der arabischen Fluggesellschaft Etihad auszugliedern - im Gegenzug gebe es aber längerfristige Garantien für den Standort Hannover, verlautete am Freitag aus Unternehmenskreisen. Das Management strebe an, die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern bis Mitte nächster Woche abzuschließen - am Mittwoch will der Aufsichtsrat des Konzerns die neue Strategie beschließen.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ soll die neue Airline unter dem Projektnamen „Blue Sky“ noch im November offiziell an den Start gehen. An der Gesellschaft wird die Tui dem Vernehmen nach nur noch 24 Prozent der Anteile halten, 25 Prozent liegen bei Etihad und die verbleibenden 51 Prozent bei einer Stiftung mit Sitz in Österreich. Letzteres löst bei den Tuifly-Mitarbeitern Sorgen vor einer Standortverlagerung und einer „Abwicklung auf Raten“ aus.

Als Reaktion auf die Pläne des Konzerns hatten sich Anfang Oktober viele Piloten und andere Besatzungsmitglieder krank gemeldet. Zwischenzeitlich musste Tuifly den kompletten Flugbetrieb einstellen - zu Beginn der Herbstferien konnten deshalb viele Urlauber ihre Reise nicht antreten. Erst nach einer Intervention von Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies verständigten sich Management und Betriebsräte auf neue Verhandlungen hinter geschlossenen Türen.

Keine Einschnitte bei den Gehältern

Ein Ergebnis dieser Gespräche ist offenbar, dass die Tui ihre Garantien für den Standort Hannover ausweitet. Bisher hat der Konzern zugesagt, dass Tui­fly für die Dauer von mindestens drei Jahren am Flughafen in Langenhagen bleiben darf. Auch die heutigen Arbeitsverträge der Mitarbeiter sollten bestehen bleiben und die Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge ihre Gültigkeit behalten, hatte Personalvorstand Elke Eller im Oktober versichert. Es werde keine Einschnitte bei den Gehältern geben.

Nun ist davon die Rede, dass die Verwaltung der neuen Holdinggesellschaft in Hannover konzentriert werden könnte - eine Bestätigung dafür gibt es aber nicht. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu gestern nicht äußern. Möglich wäre ein solches Modell, weil in dem neuen Airline-Verbund derzeit nur Tuifly über eine echte Zentrale verfügt. Bei der österreichischen Fluggesellschaft Niki, die bei „Blue Sky“ als Partnerin für die Hannoveraner vorgesehen ist, werden die Verwaltungsfunktionen bisher weitgehend von deren Muttergesellschaft Air Berlin wahrgenommen, an der Etihad mit knapp 30 Prozent beteiligt ist.

Angeblich soll die arabische Gesellschaft auch bereit sein, die bisher aufgelaufenen Pensionsverpflichtungen von Tuifly zu übernehmen. Im Gegenzug hoffe Etihad auf mehr Gäste der Tui-Reiseveranstalter auf Langstreckenflügen, hieß es. Die Tui scheint gewillt, „Blue Sky“ für zehn Jahre eine feste Zahl von Passagieren zu garantieren.

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