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60 von 90 Flügen fallen aus

Weiter Ausfälle 60 von 90 Flügen fallen aus

Massive Flugausfälle bei Tuifly und Air Berlin: Wegen zahlreicher Krankmeldungen hat Tuifly für den Partner Air Berlin nach dessen Angaben keinen einzigen Flug durchgeführt. 30 von 90 Flügen konnte Air Berlin trotzdem anbieten. Auch der Flughafen Hannover ist weiterhin betroffen.

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Reisende von Tuifly und Air Berlin müssen sich auch am Donnerstag auf Flugausfälle einstellen.

Quelle: dpa

Hannover. Air-Berlin- und Tuifly-Passagiere müssen sich auf weiteres Ungemach einstellen. Infolge von kurzfristigen Krankmeldungen fielen 60 von 90 Flügen aus, die die Fluggesellschaft Tuifly für ihren Partner Air Berlin sonst übernimmt. Mit Hilfe anderer Crews habe Air Berlin 30 dieser 90 Flüge anbieten können. Air-Berlin-Sprecher Uwe Kattwinkel sprach von einer "schwierigen, dramatischen Situation vor allem für unsere Fluggäste". Ein Drittel der Tui-Flotte fliegt samt Besatzung für Air Berlin.   

„Air Berlin entschuldigt sich aufrichtig für die Unannehmlichkeiten, die ihren Passagieren aktuell durch Flugstreichungen und Verspätungen entstehen“, so der Sprecher. „Wir arbeiten mit unseren Partner Tuifly unter Hochdruck daran, um die Situation zu lösen und die Unannehmlichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren.“

Wegen zahlreicher Krankmeldungen streicht die Fluggesellschaft Tuifly am Freitag, 7. Oktober 2016, alle Flüge. Kunden mussten bereits in den vergangenen Tagen lange an Flughäfen ausharren. 

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Vier von acht Flügen in Hannover ausgefallen

Offenbar ist auch der Flughafen Hannover am Donnerstag erneut von Flugausfällen betroffen. Vier von acht Flügen wurden am Morgen gestrichen - zwei nach Palma de Mallorca, einer Richtung Antalya, sowie ein Flug nach Jérez de la Frontera. Ein weiterer Flug habe eine sehr massive Verspätung und sei auf den frühen Freitagmorgen verschoben, sagte eine Flughafensprecherin. Insgesamt musste das Unternehmen am Donnerstag 47 Flüge ersatzlos streichen, 63 Flüge konnten nach Angaben des Unternehmens vom Mittag durchgeführt werden.

Wird mein Flug gestrichen?

Den aktuellen Status ihres Fluges am Flughafen Hannover können Sie auf hannover-airport.de einsehen. Wer mit Air Berlin fliegt, kann unter airberlin.com/flugstatus nachsehen, ob sein Flug gestrichen oder verlegt wurde oder pünktlich fliegt. Urlauber, die mit Tuifly fliegen wollen, finden Informationen unter tuifly.com. Zudem können sich Kunden in Deutschland unter der kostenfreien Service-Hotline unter 0800 9006090 informieren.

Service: Bei Flugausfällen wegen Crew-Engpässen können Passagiere Entschädigung bekommen.

In Branchenkreisen hieß es, bei Air Berlin sei man vor allem darüber ungehalten, dass die Flugausfälle viele Fluggäste unvorbereitet träfen. Air Berlin hatte am Mittwoch knapp jeden zwanzigsten Flug streichen müssen. Betroffen waren der Airline zufolge 32 von insgesamt 696 Flügen. Grund seien Crew-Engpässe bei Tuifly, die zum Teil kurzfristig gemeldet würden - ein Drittel der Tui-Flotte fliegt samt Besatzung für Air Berlin. Auch bei Tuifly wurden mehr als 20 Flüge annulliert. 

Bereits an den beiden Vortagen hatte es bei 30 Prozent der Tuifly-Flüge verspätete Starts gegeben, weil sich plötzlich viele Crews krank gemeldet hatten. Die kurzfristigen Krankmeldungen bei Tuifly machten es unmöglich, alle betroffenen Kunden frühzeitig zu informieren, teilte die Airline mit.

Kritik von Wirtschaftsminister Lies

Bei Tuifly steht ein tiefgreifender Umbau bevor, die Mitarbeiter befürchten Job-Verluste. „Die massiven kurzfristigen Krankmeldungen der Kabinen- und Cockpitmitarbeiter schaden Kunden und Mitarbeitern in hohem Maße“, hieß es in einer Erklärung von Tuifly. Mitarbeiter hingehen verliehen am Mittwoch ihren Sorgen in Langenhagen Ausdruck. Nach einer kurzfristig einberufenen Mitarbeiterversammlung hatten sich rund 50 von ihnen vor dem Unternehmensgelände positioniert. „Wir sind völlig alleingelassen“, kritisierte etwa Birgit Hinrichs, die seit 39 Jahren als Flugbegleiterin bei Tuifly arbeitet.

Mit deutlichen Worten forderte die niedersächsische Landesregierung am Mittwoch vom Ferienflieger Tuifly ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Unternehmenssitzes. „Weiche Formulierungen wie, man werde weiter am Standort Hannover operieren, reichen den Beschäftigten nicht aus“, kritisierte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Es gehe nicht an, dass viele Tausend Urlauber in Mithaftung genommen würden, weil die Geschäftsführung die Mitarbeiter im Ungewissen lasse. „Die absolut unbefriedigende Informationspolitik gegenüber der Belegschaft ist für mich nicht akzeptabel“, sagte Lies.

Ufo: Krankmeldungen sind kein Arbeitskampf-Mittel der Gewerkschaft

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat jegliche Verantwortung für massenhafte Krankmeldungen bei deutschen Fluggesellschaften abgelehnt. „Das ist definitiv kein Mittel zum Arbeitskampf für uns“, sagte der Tarifexperte Nicoley Baublies am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Man rufe dazu nicht auf und distanziere sich klar von einem möglichen Missbrauch. 

Baublies zeigte aber großes Verständnis für die Flugbegleiter der  Fluggesellschaften Tuifly und Air Berlin, die aus Personalmangel in den vergangenen Tagen etliche Flüge absagen mussten. Auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings, die im kommenden Jahr 35 Jets samt Besatzungen von der Air Berlin übernehmen soll, habe sich der Krankenstand aktuell in etwa verdoppelt, sagte der Gewerkschafter.  

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Bei massenhaften Krankmeldungen sind Unternehmen meistens machtlos.

Wegen der miserablen Informationspolitik ihrer Gesellschaften wüssten die Beschäftigten nicht, was auf sie bei der Neuordnung des Luftverkehrsmarktes zukomme, kritisierte Baublies. Das führe bei Einzelnen zu starken psychischen Belastungen. Nach einer innerlichen Kündigung seien Kollegen auch nicht mehr bereit, über kleinere Beschwerden hinwegzusehen oder aus einer Krankheitsperiode früher wieder in den Job zurückzukehren. „Das sagt jeder Arbeitspsychologe, dass das einen Riesenunterschied ausmacht.“ 

Bei der Eurowings drohen Baublies zufolge bereits ab der kommenden Woche Streiks des Kabinenpersonals. Hintergrund sind die gescheiterten Tarifverhandlungen bei der Teilgesellschaft Eurowings Deutschland. Man werde die Aktionen kurzfristig ankündigen, sagte Baublies. Dabei seien auch Warnstreiks in anderen Teilgesellschaften denkbar. Die Konkurrenzgewerkschaft Verdi hatte bei der Eurowings bereits einen Warnstreik veranstaltet.

dpa/sag/r.

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Wirtschaftsminister Lies
24 von 99 Tuifly-Verbindungen fielen am Mittwoch aus - das spürten auch die Reisenden in Hannover.  Fotos: von Ditfurth (2)

Mit deutlichen Worten fordert die niedersächsische Landesregierung vom Ferienflieger Tuifly ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Unternehmenssitzes. „Weiche Formulierungen wie, man werde weiter am Standort Hannover operieren, reichen den Beschäftigten nicht aus“, kritisierte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Mittwoch.

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