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Niedersachsen „Es geht um die Haltung“
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen „Es geht um die Haltung“
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14:08 29.08.2013
Männer mit Mission: Lorenz Hansen (links und Michael Wessel.
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Gelegentlich braucht Michael Wessel den Seitenblick auf den Laptop, wenn er aufzählt, was in seinem Unternehmen alles los ist. Stipendien und das Schulprojekt Lernallianz, Hilfen für das Stammzellspender-Register und das Kinderhospiz Schatzinsel, Künstlersponsoring, Eltern-Kind-Büro, Teilnahme am Fachkräfteprojekt „fit for women“ – die CSR-Arbeitsgruppe der hannoverschen Michael Wessel IT GmbH war nicht untätig.

Einiges werde man beim gesellschaftlichen Engagement – der „Corporate Social Responsibility“ (CSR) – noch strukturieren müssen, sagt der Chef, aber wichtig sei erst einmal der Impuls: Grundwerte, Wertschätzung, ein modernes Menschenbild – „alles andere leitet sich daraus ab“. Oder wie es Lorenz Hansen von der Baufirma Gundlach sagt: „Es geht nicht um Maßnahmen, sondern um die Haltung.“

Die beiden Unternehmer wollen CSR nicht als Modethema verstanden wissen und gehen auch unter Kollegen auf Missionstour. Hansen rührt die Werbetrommel für das CSR-Siegel des Wirtschaftsvereins Pro Hannover Region (PHR), das sein Unternehmen seit 2010 trägt, Wessels Firma bewirbt sich in diesem Jahr. „Jedes Unternehmen kann etwas tun“, sagt Hansen, und gerade im regionalen Markt sei Glaubwürdigkeit wichtig: „Alles ist sehr transparent geworden.“ Wer mit seinen guten Absichten nur hausieren gehe und nicht liefere, werde „abgestraft“.

So hat man bei Gundlach gerade nach einigen Mühen eine Betriebskita eröffnet, stellt Wohnungen für Obdachlose und Strafgefangene – ohne die üblichen Renditeansprüche – bereit und unterstützt Mitarbeiter bei ihrem Engagement. Ein Thinktank“aus allen vier Unternehmensbereichen entwickelt und filtert Ideen. Manches sei sozial motiviert, anderes „kann und muss man rechnen“. Das gelte für die Wohnungen oder für Windräder, die das Unternehmen rechnerisch CO2-neutral machen.

Wessel und Hansen sehen sich in ihren Unternehmen als die treibenden Kräfte beim sozialen Engagement. Viel geschehe aus dem Bauch heraus, aber immer klarer zeige sich der wirtschaftliche Nutzen. „Honoriert der Markt das?“ sei in früheren Gesellschafterversammlungen des Familienunternehmens bisweilen eine heikle Frage gewesen, sagt Hansen. Inzwischen habe sich das geändert, mancher Kunde komme mit dem Satz: „Mir gefällt, was Sie tun.“ Für Wessel ist dieser Aspekt noch wichtiger, denn in der IT-Branche mit ihren unsichtbaren Produkten werde man leicht austauschbar. „Gerade deshalb müssen wir Mehrwert schaffen.“ Das gelte auch für die Nachwuchssuche. Gute IT-Leute könnten sich den Arbeitgeber im Moment aussuchen, da seien Identität und Philosophie des Unternehmens „absolut wichtig“ – außerdem motiviere das die vorhandene Belegschaft.

Pro Hannover Region zeichnet zum fünften Mal Unternehmen für besonderes gesellschaftliches Engagement – „Corporate Social Responsibility“ – aus. Ab einer bestimmten Punktzahl gibt es das CSR-Siegel, der Sieger wird mit dem CSR-Award ausgezeichnet. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis 31. August, Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.p-h-r.de.

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