Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Bundesländer wollen Wirtschaft entlasten
Nachrichten Wirtschaft Niedersachsen Bundesländer wollen Wirtschaft entlasten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 09.07.2018
Bayerns Albert Finanzminister Füracker will die Unternehmen bei der Steuer entlasten. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin/Hannover

Unternehmen in Deutschland sollen künftig weniger Steuern zahlen. Dies wollen die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen durchsetzen. Die Wirtschaft lobte den Vorstoß, auch das Finanzministerium in Hannover signalisierte Unterstützung.

Am Freitag brachten die Landesregierungen aus München und Düsseldorf im Bundesrat mehrere Entschließungsanträge zum Thema Unternehmensbesteuerung ein. Zu den Forderungen aus Bayern gehört unter anderem eine Anrechnung der Gewerbesteuer bei der Körperschaftsteuer. Dies würde die Effektivbelastung des Gewinns von Kapitalgesellschaften (zum Beispiel Aktiengesellschaften, GmbH) senken. Beide Bundesländer setzen sich zudem für eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung in den Unternehmen ein. Außerdem geht es bei den Anträgen um weniger Bürokratie und die gezielte Entlastung von kleinen Unternehmen und Start-ups.

„Deutschland muss durch eine Absenkung der Unternehmensteuerbelastung die Weichen für Wachstum und Beschäftigung stellen“, erklärte Bayerns Finanzminister Albert Füracker. Er wies auf Steuerreformen in den USA, in Frankreich und Großbritannien hin, die die Steuerlast für die Unternehmen in diesen Ländern verringern.

Der Gewinn von Kapitalgesellschaften wird hierzulande im Schnitt mit knapp 30 Prozent besteuert. Davon macht die Körperschaftsteuer zuzüglich Soli 15,83 Prozent aus, der Rest entfällt auf die Gewerbesteuer. Sie unterscheidet sich allerdings von Stadt zu Stadt.

Niedersachsenes Finanzminister Reinhold Hilbers erklärte, dass er die Zielrichtung der Anträge grundsätzlich begrüße. „Das Ziel einer Reform muss sein, auch künftig die Anreize so zu setzen, dass die heimischen Unternehmen in Deutschland und Niedersachsen einen Wachstumsmarkt haben und es sich lohnt zu investieren,“, erklärte der Minister.

„Es wird Zeit, dass wir uns wieder mehr Gedanken um das Investitionsklima machen. Eine Reform ist längst überfällig, da wir in Deutschland langsam bei der Wettbewerbsfähigkeit an Boden verlieren“, erklärte Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen.

Von Albrecht Scheuermann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es war eine Eskalation mit Ansage: Auf die Strafzölle der USA auf chinesische Importe hat Peking mit eigenen Sonderabgaben auf US-Waren reagiert.

06.07.2018

In seiner Heimat Singapur hat Obike laut Medienberichten den Betrieb eingestellt und soll alle Räder entfernen. In Hannover hat die Stadtverwaltung derzeit keinen Kontakt zum Unternehmen.

06.07.2018

Der internationale Währungsfonds hat die Entwicklung der Immobilienpreise in deutschen Städten analysiert – und sieht in Hannover, Frankfurt, München und Hamburg die größten Exzesse.

05.07.2018
Anzeige